Es gibt zwar noch keine Hörsäle im Meer, aber dafür Studenten, die während ihres Studiums auf Tauchstation gehen.
Was anfangs als preiswerte Tauchurlaube für Studenten kritisiert wurde, hat sich mittlerweile schon als anerkannter Lehrgang etabliert.Seit über 10 Jahren bietet die TU Bergakademie Freiberg als einzige Uni als Wahlfach die Lerneinheit "Wissenschaftliches Tauchen" an, die im Rahmen aller Studiengänge belegt werden kann. Wer teilnehmen will, muss allerdings eine Ausbildung als Sporttaucher vorweisen können und innerhalb des Studiums natürlich noch Vorlesungen zum Thema Fauna und Flora, sowie wissenschaftliches Arbeiten unter Wasser besuchen. Die praktischen Kurse finden im Freiberger Schwimmbad statt.
Im Herbst geht es dann los und die Studenten können ab ins Wasser und das Erlernte in die Praxis umsetzen: unter Wasser kommunizieren, Proben nehmen und Flächen vermessen. Nach der Lerneinheit, die 2 Semester umfasst, erhält jeder Teilnehmer die Internationale CMAS Lizenz "Scientific Diver".
Seit 2006 finden die Tauchexkursionen, die ungefähr 10-14 Tage dauern, vor Panarea, Sizilien, statt. Die Auswahl eines interessanten Themas, das untersucht werden soll und die Vorbereitungen werden schon im Vorfeld getroffen. Auch Externe können bei der Ausbildung zum wissenschaftlichen Taucher mitmachen und schon viele sind dem wissenschaftlichen Tauchen auch nach der Qualifizierung treu geblieben und arbeiten weiter in diesem Bereich. Das Studium unter Wasser: einzigartig und originell.
Also so etwas hat es bestimmt noch nie gegeben, dass jemand seine Hochzeit in einen Hörsaal in einer Uni feiern möchte. An der Uni Hannover war jetzt aber ein Paar so verrückt und hat sich tatsächlich in einem Hörsaal von einem Standesbeamten trauen lassen. Dort, wo sonst die Studenten über ihren Unterlagen brüten oder bei Vorlesungen vor sich hindösen, saßen nun die Hochzeitsgäste, umgeben von vielen roten Herzluftballons.
Trotz kahlen und kalten Uni-Wänden und Essensgeruch aus der Mensa, hat sich das Paar bewusst diese Uni ausgesucht. Auch wenn der Hörsaal unscheinbar wirkt, ist das Hauptgebäude der Uni umso prächtiger. Das Gebäude ist seit 1879 ein Teil des Welfenschlosses und versprüht mit seiner weitläufigen Parkanlage für eine Hochzeit den besonderen Charme. Eigentlich geschickt eingefädelt von dem Paar, da es nur den Standesbeamtes zahlen muss und das Schloss zum Nulltarif dazu bekommt. Da könnte man fast selbst auf die günstige Idee kommen, in einer so besonderen Uni zu heiraten. Zudem gibt es Vermählungstermine für Langschläfer. Aber ich für meinen Teil bin nach meinem Studium glaube ich froh, wenn ich die grauen Wände nicht mehr von innen betrachten muss.


