Ein Franzose hat bei seinem Bewerbungsmarathon zu drastischen Maßnahmen gegriffen. Nach knapp 600 erfolglosen Bewerbungen, hat er nun alles auf eine Karte gesetzt bzw. auf ein Plakat. Seit kurzer Zeit ziert die Bewerbung des 48-jährigen Managers aus der Automobilbranche einige drei mal vier Meter große Plakatwände an einer Schnellstraße in Bordeaux. Täglich fahren dort knapp 30.000 Autos vorbei. Einige Angebote habe er auch schon erhalten.
Aber nicht nur die vorbeifahrenden Autofahrer dürften auf die Bewerbung aufmerksam geworden sein: auch in den Medien ist die Bewerbung in aller Munde. Da dürfte sich schon bald ein neuer Arbeitgeber gefunden haben. Was der ganze Spaß gekostet hat, lässt sich allerdings nur erahnen. Dennoch eine gelungene Selbstvermarktung, die an die Wahlplakate der Politiker erinnert, aber unterm Strich irgendwie sympathischer rüber kommt.
So eine Bewerbung zeugt auf jeden Fall von viel Mut, Kreativität und Eigeninitiative. Das sind schon drei Eigenschaften, die immer gut ankommen.
Zu einer solchen ausgefallenen Verzweiflungstat muss es aber nicht kommen. Bei Jobware findet ihr nicht nur jede Menge spannende Jobangebote, sondern auch einen Leitfaden für die optimale Bewerbung. Denn nicht für jeden Job eignet sich die ausgefallene und verrückte Variante.
Dank der Krise zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt im Moment folgendes Problem: Bewerber müssen sich bei weniger Auswahl einer größeren Konkurrenz stellen. Wer wie ich angesichts dieser Tatsache gar nicht an die Bewerbungsphase nach dem Studium denken mag, dem sei das Buch „Bewerben in schwierigen Zeiten“ von A. Jacoby und F. Vollmers ans Herz gelegt.
Es gilt, trotz kleinerem Angebot offene Stellen zu finden, die das eigene Profil möglichst passgenau abdecken – nur dort hat man die größten Chancen zu punkten. Wo aber kann ich suchen und wie bekomme ich den Job dann? Diese Fragen beantworten die Experten ausführlich und lassen immer wieder Personalverantwortliche zu Wort kommen. Sie erklären zum Beispiel das enorme Erfolgspotential von Initiativbewerbungen und wie man versteckte Stellen bei den Unternehmen aufspüren kann. Daneben geben die Autoren nützliche Tipps zur erfolgreichen telefonischen Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber und beleuchten ausführlich die Besonderheiten von Papiermappen und Online-Bewerbung. Besonders überzeugt haben mich die Ausführungen zum Vorstellungsgespräch – mit Vorbereitungstipps, Erklärungen zu den häufigsten Interviewfragen und Hinweisen zur Gehaltsverhandlung.
Fazit: „Bewerben in schwierigen Zeiten“ beschreibt alle Aspekte der Bewerbungsphase und hinterfragt kritisch, was wirklich sinnvoll ist. Dieses Gesamtpaket ist sicher nicht nur in Krisenzeiten hilfreich.
Also, in den Tageszeitungen konnte ich bis jetzt keine passenden Angebote finden. Der Mangel an interessanten Stellen zieht mich ein wenig runter und ich frage mich, ob das nicht eine längere Durststrecke werden könnte, zumal ich ja auch ortsgebunden bin und den wunderschönen Westerwald nicht verlassen möchte. Deswegen verschicke ich Initiativbewerbungen an die hiesigen Unternehmen. Mal sehen, was dabei herauskommt. Ein Professor von mir hat mal gesagt, dass diplomierte Fachkräfte es nicht schwer haben werden, eine Stelle zu finden. Er muss es ja wissen, schließlich kommt er aus der Praxis. Doch was heißt hier „Fachkräfte“. Bin ich mit meinem Diplom eine Fachkraft, oder sind die „alten“ Hasen gemeint, also jene Kräfte, die eine mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können?
Ok, noch bin ich recht optimistisch und warte erst mal ab, was meine Bewerbungen an Resonanz bringen. Meine Hündin hat es da schon viel besser; bekommt jeden Tag pünktlich ihr „Fressen“ und wird mehrmals täglich von mir „ausgeführt“. Sie fragt sich mit Sicherheit nicht, wer ihr Futter bezahlt, während sie dösend in der Sonne liegt. Gäbe es nicht diese blöden Studiengebühren, würde ich jetzt glatt noch meinen Master machen, aber im Moment ist mir das zu kostspielig. Ich glaube, bei diesem „Überraschungsei“ der Beschneidung von Bildung (Studiengebühren), haben die Verantwortlichen nicht an Chancengleichheit oder an die Menschen gedacht, die kein Geld haben. Warten wir also auf die Dinge, die da auf mich zukommen werden (oder auch nicht).
Bis demnächst, Katrin


