Kreativ zu sein bedeutet, auf schöpferische Ergebnisse zu warten. Die Finger liegen auf der Tastatur aber es bewegt sich rein gar nichts. Wild in der Weltgeschichte rumschauen, den Bleistift anknabbern, irgendwann muss doch eine gute Idee kommen. Und wenn nicht, dann heißt es: Panik.
Kreativität kostet viel Kraft. Und selbst Genies kämpfen mit den gleichen Problemen. "Die Idee vom kreativen Flow ist etwas leichtfertig: Kreativität ist auch immer mit Spannungen verbunden", erklärt Rainer Holm-Hadulla, Kreativitätsforscher und Professor für psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Heidelberg. Er bezeichnet Kreativität als "Neuformierung von Informationen". Und jedes Köpfchen lebt damit in seiner eigens komponierten Welt.
Unterschieden wird auch zwischen der außergewöhnlichen und alltäglichen Kreativität. Dabei leben besonders kreative Menschen oft am Rande des Wahnsinns. Wird man erstmal wahnsinnig vor lauter Ideen, lassen die sich dann auch nur schwer umsetzen. Vincent van Gogh beispielsweise litt unter starken Wahnvorstellungen und Depressionen. Auch Komponist Robert Schumann litt darunter, fremde Stimmen gehört zu haben.
Shelley Carson von der Harvard University glaubt, dass ein gutes Gedächtnis, eine hohe Intelligenz und kognitive Flexibilität vor Wahnsinn schützen würden. Auf gar keinen Fall sollte man zu Alkohol und harten Drogen greifen, die die Gedanken nur noch mehr verwirren. Eigens entwickelte Strategien können helfen, keinen geistigen Kollaps zu erleiden, wenn man auf Ideen wartet.
Neulich habe ich wieder etwas über eine Studie gelesen, die unter der Rubrik „Unnützes Wissen“ landen könnte, aber die trotzdem ganz interessant klang.Ein Forscherteam der Ohio State University fand kürzlich heraus, dass Intelligenz keine Garantie für Reichtum ist. Die Ergebnisse basieren auf einer seit 1979 geführten Langzeitstudie, in der die Probanden regelmäßig Auskunft zu ihrer finanziellen Situation geben mussten und Eignungstests absolvieren mussten. Auf diese Weise sollte der Zusammenhang zwischen Intelligenz und der Umgang mit Geld untersucht werden.
Das Ergebnis überrascht, denn scheinbar ist ein hoher IQ keine Garantie dafür mit seinem Geld hauszuhalten. Obwohl intelligente Menschen durchschnittlich ein höheres Einkommen haben als weniger intelligente Menschen, haben sie dennoch oft Probleme Vermögen anzuhäufen und aus ihrer Intelligenz Profit zu schlagen. Man weiß, was damit gemeint ist, wenn man sich auf den Parkplätzen der Uni umsieht: Die wenigsten Professoren fahren mit einem Bentley oder einem Porsche vor, obwohl man sie in der Regel als intelligent bezeichnen könnte.
Interessant ist auch die Feststellung, dass jeder IQ-Punkt, durchschnittlich ein jährliches Einkommens-Plus von 200 bis 600 US-Dollar bedeutet. Im Hinblick auf den allgemeinen Wohlstand machte sich dieses Plus bei den intelligenten Teilnehmern jedoch kaum bemerkbar. Zudem schützt ein hoher IQ auch nicht vor finanziellen Problemen. So überzogen Teilnehmer mit einem besonders überdurchschnittlichen IQ von 125 ihre Kreditkarten häufiger und zahlten ihre Rechnungen unpünktlicher, als Teilnehmer mit einem IQ, der nur leicht über dem Durchschnitt liegt. Allerdings heißt das im Umkehrschluss natürlich nicht, dass wenn man sich verschuldet, man gleichzeitig auch intelligenter wird.
Hat es euch nicht schon immer gereizt zu wissen, wie alt ihr werdet? Und wolltet ihr nicht immer schon einmal testen, wie hoch Eure emotionale Intelligenz wirklich ist? Alles ist möglich, ihr beantwortet einfach ein paar Fragen und schwups – es folgt eine mehr als neun Seiten lange Analyse eurer Persönlichkeit.
Komisch nur, dass sich viele Eigenschaften beim Ergebnis mehr als offensichtlich widersprechen. "Sie haben allzu oft schlechte Laune. Sie sollten unbedingt einmal ganz bewusst eine Zeit lang Ursachenforschung betreiben und überlegen, woher Ihre innere Unzufriedenheit eigentlich kommt", heißt es in dem sogenannten EQ-Test in der Süddeutschen Zeitung. Dieser Test soll mir nämlich verraten, wie lebensklug ich bin und wie gut ich mich in der Welt zurechtfinde. Ich bin also ziemlich oft mies gelaunt, so so. Weiter lese ich aber in derselben Auswertung folgendes: "Tatsächlich sind Sie eine absolute Stimmungskanone. Diese permanent gute Laune ist wirklich ansteckend." Dies ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen ich schmunzeln musste.
Ja, man findet diese Tests wirklich überall. Ein Test besser als der andere. Und als ich vergangene Woche dann auf einen Test gestoßen bin, der mir auch noch verrät wie alt ich werde, war ich sprachlos. Wissen wollte ich es selbstverständlich trotzdem und machte diesen Test auf FocusOnline. Natürlich wird man vor dem Lebenserwartungstest darüber aufgeklärt, dass Lebensumstände und –stil über das Alter entscheiden und dass es ja eigentlich sicher ist, dass wir alle nicht unsterblich sind. Ob Fragen zu meinen Essgewohnheiten, Kniebeugen, die ich innerhalb kürzester Zeit erledigen sollte bis hin zu Fragen über mein Liebesleben, nach diesem Test ist man quasi durchsichtig. Und darüber hinaus auch noch schlauer: 78,4 Jahre werde ich alt - alle Angaben leider ohne Gewähr. Prima.
Natürlich beruhen all diese Tests auf Studien und statistischen Daten. Dennoch ist es merkwürdig, dass sie vorgeben, so viel wissen zu können. Und übrigens, schmeichelhaft war der Test meines biologischen Alters: fast drei Jahre jünger als tatsächlich war das Ergebnis. Jetzt frage ich mich natürlich, in wieweit dieses Ergebnis das Alter meines Lebenserwartungstests beeinflusst.
Wer hat sich nicht schon einmal heimlich gewünscht, statt als durchschnittlich intelligenter BWL-Student eher als begnadeter Schauspieler, Mathematiker oder Fußballer auf die Welt gekommen zu sein? Vielleicht sind wir das ja auch! So zumindest lautet die Theorie des Journalisten Daniel Coyle. Der veröffentlichte dieses Jahr das Buch „Die Talentlüge. Warum wir (fast) alles erreichen können“.
Die Behauptung: Talent ist nicht angeboren und hat nichts mit Intelligenz oder Genen zu tun. Im Gegenteil, man wird erst durch ausdauernde Übung in einer Disziplin überdurchschnittlich gut. Schuld daran ist die Neuronenmembran Myelin, die sich jedes Mal, wenn wir etwas Neues lernen, um unsere Nervenbahnen legt. Mit jeder Lernwiederholung wächst diese Schicht und beschleunigt so Bewegungsabläufe und Gedankengänge. In erster Linie brauchen wir also Übung, Übung und nochmals Übung. Der Karriereführer rät, sich selbst immer schwierigere Aufgaben zu stellen und auch bei Fehlern oder Tiefpunkten nicht gleich aufzugeben. Nur so kann man Fortschritte machen und Fähigkeiten weiter entwickeln.
Na, schon euphorisch die Nummer eines Klavierlehrers rausgesucht? Vorher solltet ihr erstmal in eurem Terminkalender nachschauen, ob ihr die nächsten 10 Jahre täglich etwa zwei bis drei Stunden für das neue Hobby aufbringen könnt (und wollt). So lange dauert es nämlich, bis man herausragend wird. Die nötige Motivation kann wohl nur aufbringen, wer auch tausendprozentig von seinem Vorhaben überzeugt ist und Spaß daran hat.
Ich finde, diese Erkenntnis ist auch zum Backen kleinerer Kuchen ganz gut anwendbar. Wer erfolgreich sein will, sei es im Beruf oder beispielsweise beim Erlernen einer Fremdsprache, der muss nur genügend Herzblut und Durchhaltevermögen mitbringen. Leider kann ich mir weder das eine noch das andere für meine aktuelle Informatik-Vorlesung kaufen – oder, Herr Coyle?
Schon mal darüber nachgedacht, ob sich anhand des Musikgeschmacks eines Menschen seine Intelligenz bestimmen lässt (ich gebe zu, mir ist da tatsächlich schon mal so 'ne Idee gekommen)? Nein!? Naja, ein amerikanischer Student hat sich das auf jeden Fall gefragt und sich gedacht, warum soll ich nicht der erste sein, der sich nicht nur in der Theorie damit beschäftigt. Um herauszufinden, wer denn welche Musik hört und wie schlau der- bzw. diejenige denn ungefähr ist, hat er die Ergebnisse des College Eignungstests (SAT-Score) mit den musikalischen Vorlieben verglichen. Fangen wir bei den "nicht ganz so intelligenten" Studenten an. Die scheinen grundsätzlich auf Hip Hop / Rap-Musik zu stehen, denn besonders beliebt sind hier T.I, Lil Wayne und Beyonce (hat immerhin 'nen Rapper zum Freund). Oh, und jeder der gerne Jimi Hendrix oder Queen hört, kann sich ebenfalls zu den geistigen Tieffliegern zählen ...
Die Intelligentesten hören - und ich hätte schwören können, dass das nur ein blödes Vorurteil ist, mit dem man den "verhassten" Klassenstreber belegt - tatsächlich am liebsten Beethoven! Nichts gegen Beethoven (oder klassische Musik) im Allgemeinen, aber damit kann ich persönlich ja mal so gar nichts anfangen (Ups, Eigentor ...). Auf den Plätzen folgen die Counting Crows, Snow Patrol und Radiohead (und JA, da kann auch ich mich zumindest teilweise wiederfinden).
Endlich mal eine Studie, die wirklich zu gebrauchen und die nicht nur "blabla" ist. Als nächstes sind übrigens Eis-Sorten dran ...


