In den vergangenen Tagen öffnete die „Milk 2010“ als erste offizielle Jobmesse für Homosexuelle in München ihre Pforten. Benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister von San Francisco Harvey Milk, der sich als erster Politiker öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte, können Interessierte hier ihre Kenntnisse in Workshops und bei Seminaren verbessern und herausfinden, welche Unternehmen als „gay-friendly“ gelten.
Auf der Messe sind neben dem Axel Springer Verlag, Ford und IBM, noch weitere namhafte Aussteller vertreten. Auch Netzwerken wird hier ganz groß geschrieben und so haben die Besucher die Möglichkeit Kontakte mit Gleichgesinnten auf professioneller Ebene zu knüpfen.
Eigentlich eine gute Sache, aber die scheinbare Notwendigkeit einer solchen Messe zeigt einmal mehr, wie intolerant und empfindlich die Berufswelt auf diesem Gebiet immer noch zu sein scheint. Ich dachte wir leben im 21. Jahrhundert und da sollte die sexuelle Orientierung doch mittlerweile keine Rolle mehr spielen. Und ob eine Jobmesse für Homosexuelle wie die „Milk 2010“ wirklich förderlich, oder nicht sogar eher kontraproduktiv ist, da sie Homosexuellen im Berufsleben eine Sonderposition einräumt, wo doch eigentlich Gleichberechtigung das Ziel sein sollte, wage ich mal zu bezweifeln.
Geht das denn? Ist es möglich trotz schlechter oder sagen wir mal, nicht den besten Noten an seinen Traumjob zu kommen?
Also ich mache mir da eigentlich nicht allzu viele Sorgen, auch wenn das vielleicht naiv ist. Ich habe auch nicht gerade die besten Noten aus meinem Jahrgang an der Uni und mache mit Medienwissenschaften auf Diplom mit dem Schwerpunkt auf Medienökonomie bestimmt nicht den bei Unternehmen beliebtesten Studiengang. Trotzdem glaube ich, dass die Noten nicht wichtig sind, wenn man sich erst einmal persönlich präsentieren kann. Die Noten sind vielleicht ein Auswahlkriterium, um Bewerber für ein Vorstellungsgespräch zu selektieren, aber wegen einer Eins mehr oder weiniger auf dem Zeugnis hat man den Job nicht sicherer, als „schlechtere“ Bewerber.
Deshalb kommt es auch auf die Bewerbungsunterlagen an. Sie müssen so gut gestaltet sein, dass sie unschöne Noten ausgleichen und man die Chance bekommt, sich trotzdem persönlich vorzustellen. Dann kommt es nur noch auf die Person an und dass sie sich möglichst gut präsentiert. So sollte man es eigentlich schaffen an seinen Traumjob oder zumindest in sein Traumunternehmen zu kommen.
Es gibt viele Unternehmer, die einfach nicht dafür geschaffen waren gute Noten vorzuweisen, die es aber trotzdem sehr weit in ihrer Karriere geschafft haben. Sie haben sich in ihrem Job einfach mit mehr Leidenschaft angestrengt, weil es für sie wichtiger war als nur theoretisch einer der Besten zu sein. Es kommt also gar nicht so sehr darauf an, was man gelernt hat oder welchen Abschluss man gemacht hat, sondern darauf, wie man sich bei der Jobsuche anstellt und was man dort für Leistungen erbringt.
Für alle anderen hilft dann nur noch das sogenannte „Vitamin B“, dass sie über Beziehungen an das gewünschte Jobziel bringt.


