Jeder, der in China nach der Schule an einer Uni studieren will, der muss sich einem langwierigen Prüfungsmarathon unterziehen auf den sich viele monatelang vorbereitet haben. Drei Tage lang werden die angehenden Studenten geprüft und die Anspannung ist groß. Schließlich entscheidet das Ergebnis über die berufliche Zukunft. Das ist auch der Grund, warum Betrugsversuche nicht ausbleiben und Eltern sogar vor den drohenden Gefängnisstrafen nicht zurück schrecken. Mit rund 60.000 Kameras soll dem entgegen gewirkt werden, um Spick-Versuche jeglicher Art zu unterbinden. Sogar ungewöhnliche Radiostrahlen werden zum Zeitpunkt der Prüfungen mit speziellen Vorrichtungen eingefangen, da Eltern bereits versuchten, ihren Kindern per Funk die Lösungen mitzuteilen.
Neben der Angst vor Spickversuchen, schlagen sich die Unis mit einer weiteren Plage rum: Aus Angst vor der Schweinegrippe werden die Prüfungsräume zweimal täglich desinfiziert und alle 10 Millionen Prüflinge werden auf Grippesymptome untersucht. Für potenziell erkrankte stehen dann extra Prüfungsräume zur Verfügung. Dass die Chinesen in Sachen Kontrolle ganz weit vorne mit dabei sind, ist ja nichts Neues. Dass es aber solche Ausmaße angenommen hat, finde ich schon sehr erschreckend. Wer also bei der nächsten Klausur denkt, dass der obligatorische frei zu haltende Platz neben einem und die strenge Klausuraufsicht übertrieben sei, der sollte sich an die Überwachungskameras, die Schweinegrippe-Untersuchung und die Radiostrahlen-Überwachung erinnern. Das nenne ich mal eine "Klausuraufsicht".
Habt ihr schon mal von der Methode gehört, Bücher in der Uni-Bibliothek zu verstecken? Anscheinend ist das ein trendiger Sport von Studenten, die die versteckten Bücher unbedingt zwischen den Semestern für ihre Klausuren und Hausarbeiten brauchen. Ich muss schon sagen, die Studenten werden immer dreister, wenn es um ihren Vorteil geht. Bücher, die man nicht ausleihen kann, werden dann einfach in fächerfremde Regale gestellt und zu eigenen Zwecken aus den geheimen Verstecken geholt. Man könnte ja sonst Pech haben, dass gerade jemand anderes mit dem Buch arbeitet, wenn man es endlich mal in die Bibo geschafft hat.
Leider bleiben manche Bücher aber auch für immer verschollen oder die Mitarbeiter der Bibliothek müssen nach wiederholten Vermisstenanzeigen auf die Suche gehen. An der Uni Duisburg wurde z.B. extra ein Student dafür eingestellt, der während seiner Arbeitszeit auf der Jagd nach dem versteckten Wissen ist. Sicher ein sicherer Job für den Buchsuchenden, denn diese Methode der fiesen Studenten wird wohl in jeder Generation angewendet.
Tja, so eine gewisse Nervosität vor Klausuren oder mündlichen Prüfungen ist ja ganz normal, laut einer Umfrage bei Beratungsstellen von Studentenwerken in Baden-Württemberg, leiden aber immer mehr Studenten unter richtiger Prüfungsangst und benötigen psychologische Hilfe. Schuld daran sind wohl unter anderem die Studiengebühren sowie die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge (versteh ich jetzt nicht so ganz). Außerdem nehmen viele Unis wohl zu viele Studenten an und "sortieren" schnell(er) aus. Da wächst dann automatisch der Druck und gleichzeitig die Angst zu versagen.
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