Egal ob Smalltalk, eine Mail oder Geschäftsessen: Häufig plaudern wir einfach drauflos ohne dabei auf den Punkt zu kommen. Oft kommt es dann durch Leerformeln und Worthülsen zu Missverständnissen, denen wir eigentlich ganz einfach aus dem Weg gehen könnten. Denn es ist wichtig zu wissen, wie wir mit anderen Menschen umgehen und wie unser Gegenüber tickt.
Kommunikationstrainer Hans Eigenmann zeigt in seinem Buch "Klartext! – Wie uns Kommunikation gelingt", wie man die eigene Überzeugungskraft zukünftig besser entfalten, Gesprächssfallen umgehen und situationsgerecht formulieren kann. Denn unsere Kommunikation und unser Umgang miteinander haben sich verändert.
Viele haben es im Laufe der Zeit verlernt, erfolgreich und wirkungsvoll zu kommunizieren. Laut Eigenmann reichen aber durchaus ganz simple Techniken und Regeln dazu aus, ein Gespräch vernünftig und ergebnisorientiert aufzubauen.
Das klassische Büro, indem noch persönlicher Schnickschnack die Schreibtische zierte und die gute alte Yukka-Palme ein trauriges Dasein auf der Fensterbank fristet, verschwindet nach und nach. Büros werden zunehmend moderner und nüchterner gestaltet. Was auf den ersten Blick wie eine Schönheitskur für ein moderneres Unternehmen aussieht, hat eine klare Funktion: Effizienteres Arbeiten.
Viele setzen dabei auf Transparenz und Offenheit in der Gestaltung der Räume. Dadurch soll eine bessere Kommunikation im Unternehmen gewährleistet werden. Aber nicht nur die optische Gestaltung, sondern auch die Anordnung der Büros soll dazu beitragen, dass sich die Mitarbeiter oft über den Weg laufen. So soll die Bürostruktur das Gemeinschaftsgefühl in einem Unternehmen stärken. Auch die Flexibilität steht zunehmend im Vordergrund bei der Gestaltung der Büros. In vielen Unternehmen gibt es jetzt schon das Konzept vom „Mobile Working“. Dabei wechseln die Angestellten bei freier Platzwahl jeden Tag aufs Neue ihren Arbeitsplatz. Der eigene Schreibtisch hat also bald ausgedient.
Außerdem wissen die Unternehmen, dass die Mitarbeiter nicht an ihrem Schreibtisch, sondern in der Natur oder zu Hause am kreativsten werden. Auch das machen sich viele Unternehmen zu Nutze und stellen ihren Mitarbeitern das entsprechende Equipment zu Verfügung, um auch von zu Hause arbeiten zu können. Den Wohlfühlfaktor haben auch schon die ganz großen Unternehmen für sich entdeckt. Hier treiben es z.B. Google und IBM mit ihrer Arbeitskultur auf die Spitze (ich sage nur: Kickerturniere, Pyjama-Parties und Guitar-Hero). Teamfähigkeit scheint bei diesen Konzepten oberstes Gebot zu sein. Individualisten und Eigenbrödlern werden es in Zukunft zunehmend schwerer haben.
Der Soldat von heute, hat einen eigenen Blog, twittert was das Zeug hält und hält via Facebook seine Liebsten daheim immer auf dem Laufenden. Diese neuen Kommunikationsformen wurden einem israelischen Soldaten jetzt zum Verhängnis. Dieser fand sich nämlich vor dem Militärgericht wieder, weil er gedankenloser Weise auf seiner Facebook-Seite die geplante Großrazzia in einem palästinensischen Dorf offenherzig ankündigte.
Keine ganz neue Problematik, mit der sich vor allem das Militär in Zeiten von Facebook und Co. konfrontiert sieht. Geheimhaltungsstufe: Null. Verbote, Zensur oder armeeinterne Netzwerke scheiterten und sahen gegen die etablierten Netzwerke alt aus. Allerdings übernehmen die neuen Kommunikationsformen mittlerweile im Bereich der Armee-PR eine zentrale Rolle ein: Denn nichts ist im Vergleich zu einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums glaubwürdiger, als der Facebook-Eintrag eines Soldaten. Dennoch sperrt das Pentagon vor wirklich geheimen Aktionen sämtliche Zugänge zu sozialen Netzwerken. Sicher ist sicher.
Aber wir alle wissen ja seit Watzlawick, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Daher dürfte der Feind ohnehin stutzig werden, wenn das emsige Geblogge schlagartig verstummt. Der betroffene Soldat kam übrigens mit einer 10-tägigen Haftstrafe davon und darf an Kampfeinsätzen künftig nicht mehr teilnehmen. Der Ärmste.
Laut einer neuen Studie ist jetzt bewiesen, dass das Internet die Kommunikation der jüngeren Generationen verändert. Die Jugend von heute hat gerade mal entdeckt, wie es das Internet anbekommt und schon geht das virtuelle Netzwerk um sich. Die Freunde treffen sich heute dann nur noch im virtuellen Raum und reden über aktuelle Themen, wie Schule, Freunde und Hobbys und die emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten verkümmern dabei.
Laut der Studie halten nur noch 36 Prozent der 14- bis 19-Jährigen das persönliche Gespräch für die beste Art der Kommunikation, doch für die meisten anderen ist es einfacher sich über das Internet auszutauschen. Von vielen Leuten will man ja auch im realen Leben nicht alles wissen, also ist diese Art der virtuellen Begegnung genau das Richtige, wenn man sich nur über bestimmte Gedanken austauschen möchte. Die Gefahr besteht bei der mangelnden Aufsicht der Jugend, die nicht von Lehrern oder Eltern vorgenommen werden kann und auch das Internet kann ein Kind nicht erziehen. Bereits 37 Prozent der Befragten gaben an, auch schon einmal eine Person übers Internet gemoppt zu haben. Es ist so einfach geworden, die Pinnwände von Mobbingopfern mit Beleidigungen zu beschmieren oder neue Profile im fremden Namen anzulegen.
Eine andere Gefahr stellt die Internetsucht dar, denn viele User können gar nicht mehr ohne die Funktionen des Internets leben. Sie müssen immer zeitnah ihre Mails abrufen, ihren Highscore bei Computerspielen verbessern und auf ihre Profile in diversen Netzwerken zugreifen können, sonst fehlt ihnen etwas. Da bleibt mir zum Schluss nur noch den weisen Helge Schneider zu zitieren, der in einem seiner Sketche bereits sagte: „Die Eltern setzen ihren Säugling vor den PC, der das Kind auch zitzt“. Und so ist es auch, die Kinder wachsen einfach mit dem Computer auf und brauchen ihn für ihr Leben.
Dieser Monat wird ganz schön hart. Mein Auto ist in der Werkstatt und mein Handy wurde eingeschickt. Ich lebe quasi asketisch. Ich komme mit dem Fahrrad zur Uni und wieder zurück, telefoniere und schreibe SMS mit einem antiken Handy, von der gefühlten Größe eines Mauersteins. Eine Woche ist so schon vergangen und ich finde es großartig: Nie habe ich mich soviel bewegt, wie jetzt und so wenig sinnlose SMS geschrieben. Zwar fällt einem auf, was man an den vermeidlich unentbehrlichen Geräten und Maschinen so hat, aber man merkt, dass es auch ohne geht.
Außerdem muss man sich um viel weniger Sachen Gedanken machen: Wie teuer ist der Sprit? Lieber heute tanken oder noch warten? Ist mein Akku noch voll? Hab ich mein Handy überhaupt dabei? Alles egal. Und wenn man mal ehrlich ist: Wirklich wichtige Nachrichten bekommt man jetzt auch nicht gerade jeden Tag. Ich kann es nur jedem empfehlen mal auf diesen ganzen Kram zu verzichten. Was natürlich schwerer fällt, wenn man nicht, wie ich, dazu gezwungen ist. Aber ein Versuch loht sich auf alle Fälle, wenn man sich mal wieder so richtig unabhängig fühlen will.
Also ich benutze meinen iPod, um Musik zu hören. Auf die Idee, dass ich damit Geschossbahnen berechnen oder mit dem Geheimdienst kommunizieren könnte, wäre ich jetzt nicht direkt gekommen. Aber es ist tatsächlich so: der iPod touch wird besonders gerne vom US-Militär eingesetzt, um die Soldaten mit notwendigen Daten zu versorgen.
Die Vorzüge liegen auf der Hand: Zum einen weiß jeder, wie so ein iPod zu bedienen ist, und zum anderen sind sie weitaus günstiger als eigens für den Krieg hergestellte Kommunikationsgeräte. Außerdem gibt es zahlreiche Applikationen, die man sich herunterladen kann (gleich mal nachschauen, ob’s da was zur Kommunikation mit dem CIA gibt). So kann zum Beispiel die Trinkwasserqualität im Einsatzgebiet abgefragt oder ein Übersetzungsprogramm gestartet werden, das sowohl Kurdisch, Arabisch als auch 2 afghanische Sprachen beherrscht.
Wer hätte gedacht, dass ein so harmloses und filigranes Gerät irgendwann mal bei militärischen Einsätzen gebraucht wird. Würde mich mal interessieren, ob das ganze auch in Camouflage-Optik erhältlich ist und ob Apple jetzt irgendwelche Image-Probleme bekommt ...
Kommunikation ist doch irgendwie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung das A und O. Auch in der WG spielt die Kommunikation keine unwichtige Rolle. WGs bieten nämlich eine Vielzahl von Konfliktherden, die mit richtiger Kommunikation umgangen werden können. Wenn sich mal wieder keiner verantwortlich für den überquellenden Mülleimer fühlt, in dem sich schon kleine glückliche Kulturen angesiedelt haben, oder wenn auf der Rolle nur noch ein dünnes Blättchen Klopapier flattert und keiner sich traut es zu nehmen, weil er sonst neues besorgen müsste, dann ist es an der Zeit zu kommunizieren.
Die Form der Kommunikation ist von WG zu WG höchst unterschiedlich. Einige kommunizieren von Zimmer zu Zimmer via ICQ oder StudiVZ, andere, die die Konfrontation nicht scheuen, sprechen tatsächlich von Angesicht zu Angesicht miteinander. Bei manchen ist die Kommunikation 2.0 schon soweit ausgereift, dass es einen eigens für die WG eingerichteten Mail-Verteiler gibt.
Aber die klassische Zettel-Variante dürfte wohl die beliebteste von allen sein. Sie verschaffen dem Ärger Luft. Psychologen sagen sogar, dass es sinnvoller ist Zettel zu schreiben, da sie wie ein Puffer wirken und den anfänglichen Ärger auffangen. Also wenn ihr das nächste Mal ein Zettelchen findet, ärgert euch nicht, sondern seid lieber dankbar, dass man euch das dreckige Geschirr nicht um die Ohren geschlagen hat. Eine besonders nette Sammlung an WG-Zettelchen findet ihr auf sueddeutsche.de.


