Der Lebenslauf ist lückenlos, die Noten im Einserbereich. Selbstverständlich wurden zahlreiche Praktika absolviert und an Fremdsprachenkenntnissen mangelt es auch nicht. Kaum einem Bewerber fehlt es heutzutage noch an ausreichender Praxiserfahrung. Was fehlt, sind die Ecken und Kanten, durch die man sich von anderen Bewerbern abhebt und die einem im Gedächtnis bleiben. Denn unsere Lebensläufe gleichen sich immer weiter an.
Aus Angst vor Fehlgriffen, setzen Personaler auf Altbewährtes und eine risikoarme Entscheidung. Das Ergebnis sind nicht selten angepasste und mittelmäßige Idealbewerber. Dabei sind es gerade die Querdenker, die einem Unternehmen neue und außergewöhnliche Perspektiven aufzeigen können. Ein holpriger Lebenslauf und einige berufliche Umwege erweitern den Horizont und davon kann auch ein Unternehmen profitieren. Das soll natürlich nicht heißen, dass Fachwissen generell überbewertet wird, allerdings sind Bewerber mit einer reinen Inselbegabung (oder auch „Fachidioten“) nicht immer die bessere Wahl.
Aber nicht alle reißen sich um Bewerber aus der Retorte: Es gibt auch Unternehmen, die nach Charakterköpfen suchen. Denn nicht immer stehen sich Kreativität und Fachwissen im Wege. Das mag, wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen klingen, ist aber auf lange Sicht die bessere Wahl. Denn wer in der Praxis versucht sein 0815-Methodenwissen aus der Uni auf Biegen und Brechen durchzusetzen, wird merken, dass das nicht immer möglich ist. Denn so entstehen keine Innovationen: hier sind Flexibilität und Kreativität gefragt. Diese Tugenden werden einem an der Uni leider viel zu selten vermittelt.
Man muss sich schon selbst darum kümmern, indem man über den Tellerrand schaut und nicht stromlinienförmig alle vorgeschriebenen Seminare abhakt. Wie wäre es also im nächsten Semester mal mit einer Philosophie-Vorlesung, einem Biologie-Seminar oder einem Sprachkurs in Finnisch?
Ein Franzose hat bei seinem Bewerbungsmarathon zu drastischen Maßnahmen gegriffen. Nach knapp 600 erfolglosen Bewerbungen, hat er nun alles auf eine Karte gesetzt bzw. auf ein Plakat. Seit kurzer Zeit ziert die Bewerbung des 48-jährigen Managers aus der Automobilbranche einige drei mal vier Meter große Plakatwände an einer Schnellstraße in Bordeaux. Täglich fahren dort knapp 30.000 Autos vorbei. Einige Angebote habe er auch schon erhalten.
Aber nicht nur die vorbeifahrenden Autofahrer dürften auf die Bewerbung aufmerksam geworden sein: auch in den Medien ist die Bewerbung in aller Munde. Da dürfte sich schon bald ein neuer Arbeitgeber gefunden haben. Was der ganze Spaß gekostet hat, lässt sich allerdings nur erahnen. Dennoch eine gelungene Selbstvermarktung, die an die Wahlplakate der Politiker erinnert, aber unterm Strich irgendwie sympathischer rüber kommt.
So eine Bewerbung zeugt auf jeden Fall von viel Mut, Kreativität und Eigeninitiative. Das sind schon drei Eigenschaften, die immer gut ankommen.
Zu einer solchen ausgefallenen Verzweiflungstat muss es aber nicht kommen. Bei Jobware findet ihr nicht nur jede Menge spannende Jobangebote, sondern auch einen Leitfaden für die optimale Bewerbung. Denn nicht für jeden Job eignet sich die ausgefallene und verrückte Variante.
Millionär zu werden oder einfach zu sein, ist für viele ein Traum. Wer aber bei Millionären an die gut betuchte High-Society denkt, die, in Pelz und Nerz gehüllt, in St. Moritz und Monaco bei einem Gläschen Champagner anztreffen ist, liegt hier völlig daneben.
Denn zwei Studenten der Universität der Künste in Berlin sind im Rahmen ihrer Diplomarbeit in einen Wettstreit getreten. Das Ziel: Millionär in einem halben Jahr werden. Und das mit einfachsten Mitteln. Dabei sind Kreativität und Überwindung gefragt. Denn vor dem Brandenburger Tor Gitarre zu spielen (ohne Vorkenntnisse) oder sich im Eisbärenkostüm mit Touristen fotografieren zu lassen, ist nicht jedermanns Sache.
Auf der Seite wirsindjungundbrauchendasgeld.de kann man in den Blogs der beiden angehenden Millionäre nachlesen, was sie geplant haben, um ihre Millionen zusammen zu kriegen. Darunter finden sich interessante Geschäftsideen, wie zum Beispiel die Gründung einer Ufo-Sekte, der Verkauf des eigenen Wohnzimmers als Werbefläche oder die Teilnahme an Jörg Pilawas Quiz. Außerdem gibt ein Countdown an, wie weit die beiden noch von der Millionen entfernt sind. Derzeit sind es bei beiden noch rund 998.000 Euro. Aber vielleicht kommt es ja noch zum großen Durchbruch und wenn dann endlich der Rubel rollt, dürfen wir gespannt sein, wer von beiden als erster seine Millionen zusammen hat.
Nicht schlecht! Mir ist es doch tatsächlich gelungen über zehn Stellenanzeigen zu finden, die meiner Qualifikation entsprechen und auch sonst zu mir passen. Also Laptop an und los geht es. Als schlauer Absolvent einer Fachhochschule weiß ich natürlich, dass jede Bewerbung individuell auf die offene Stelle ausgerichtet werden sollte und hier Werbung in eigener Sache gemacht wird.
Unternehmen berücksichtigen keine 0815-Bewerbungen; diese landen direkt auf dem Stapel „Absagen“. Komisch! Auf der einen Seite suchen die Unternehmen qualifizierte, kreative und kompetente Mitarbeiter, auf der anderen Seite langweilen genau diese Unternehmen immer wieder mit gleichlautenden und standardisierten Stellenanzeigen. Kreativität ist eben ein sehr „dehnbarer“ Begriff. Je mehr ich solche Stellenanzeigen lese, desto mehr fehlen mir konkrete Angaben. „Teamfähig“ und „belastbar“ sind wir doch alle, hier fehlt es mir an Präzision, was denn nun genau gefordert wird. Und soziale und kommunikative Kompetenz besitzt doch spätestens nach dem dritten Glas Bier auch fast jeder.
Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe, fange ich also an meine Meisterwerke der Belletristik zu verfassen, selbstverständlich immer auf die zu besetzende Stelle abgestimmt. Meine Bewerbungen habe ich dann auch umgehend abgeschickt und was soll ich sagen, meine Motivation steigt immer mehr. Die restliche Zeit verbringe ich mit den ersten Gedanken an den dringend notwendig gewordenen Urlaub und mit dem Vorsatz, mein Sitzfleisch, welches sich während dem Schreiben der Diplomarbeit merkwürdigerweise vermehrt hat, zu reduzieren.
Bis dann, Euer Tom
Langsam wird es Zeit, dass auch ich, Alex, mich einmal zu Wort melde und dies nicht nur, weil meine Frau mich darum gebeten hat. Mein Lebensmotto „Was immer du tust, bedenke die Folgen!“, begleitet mich schon seit meiner eigenen Studienzeit. Bisher ist es mir allerdings noch nicht gelungen, die Sinnhaftigkeit dieses Spruches meinen Kindern zu vermitteln. Zugegeben, immer an die Folgen zu denken, lässt nicht viel Spielraum für Spontaneität und Kreativität, wobei ich mir dies auch im Finanzbereich, in dem ich tätig bin, nicht leisten kann. mehr...


