Vergangene Woche hatte das höchste EU-Gericht in Luxemburg entschieden, dass befristete Arbeitsverträge mehrmals verlängert werden dürfen. Geklagt hatte eine Frau, die in elf Jahren 13 Mal befristet eingestellt wurde – in der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Köln. Sie wurde als Vertretung für fehlende Mitarbeiter eingesetzt.
Befristete Arbeitsverhältnisse dürfen aber nur dann mehrmals verlängert werden, wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Aber was ist schon ein sachlicher Grund? "Der Europäische Gerichtshof entschied, die Tatsache, dass ein Arbeitgeber wiederholt Vertretungen einstelle und dass diese Vertretungen auch durch Arbeitnehmer mit unbefristeten Verträgen gedeckt werden könnten, bedeute nicht, dass kein "sachlicher Grund" im Sinne des deutschen und europäischen Rechts vorliege. Auch könne daraus nicht auf einen Missbrauch geschlossen werden."
Die 33-Jährige hatte argumentiert, dass es bei 13 Verlängerungen binnen elf Jahren keinen "nur" vorübergehenden Bedarf an Vertretungskräften geben kann. Besonders aufmerksam sollten Arbeitnehmer werden, wenn sie laut Vertrag eine Schwangerschaftsvertretung übernehmen, jedoch in der Praxis eine ganz andere Arbeit verrichten müssen als die werdende Mutter. Der Mitarbeiter kann die Festeinstellung in diesem Fall einklagen.
Die Flexibilität der Arbeitszeiten entwickelt sich in den meisten Unternehmen immer mehr zum Trend, schließlich hat ein individuelles Zeitkonto viele Vorteile für die Mitarbeiter. Das heißt: Mitarbeiter arbeiten in der Regel länger wenn viel zu tun ist. Liegt jedoch weniger Arbeit auf dem Tisch, müssen sie zu Hause bleiben. Ihr festes Einkommen bleibt.
Bei der Gleitzeit beispielsweise, sind der Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit frei wählbar. Nur bestimmte Kernzeiten müssen eingehalten werden. Andere Modelle dehnen dieses Prinzip auf die gesamte Jahresarbeitszeit aus. Dabei bestimmt oft nicht nur der Chef, sondern vielmehr der Mitarbeiter selbst seine "Wunsch-Arbeitzeit". Der Mitarbeiter spart somit Teile seines Lohns an, um seine spätere Freizeit damit zu finanzieren.
Doch diese so genannten "Lebensarbeitszeitkonten" haben nicht nur Vorteile. "Vor allem bei einer Kündigung wird über Guthaben und Minusstunden gestritten. Nicht selten hat sich eine Vielzahl von Plusstunden angesammelt, die bares Geld wert sind", heißt es in der Welt Online. Die angesammelten Stunden muss der Arbeitgeber bei einer Kündigung abrechnen und auszahlen. Dabei wird jedoch häufig argumentiert, dass die angegebenen Plusstunden nur auf den Angaben des Mitarbeiters basieren. Oder sie seien ohne Genehmigung vom Vorgesetzten entstanden.
Während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses werden Plusstunden nur selten hinterfragt. Die Beweislast liegt im Falle einer Kündigung jedoch beim Arbeitnehmer, der genau nachweisen muss, wann und warum er mehr gearbeitet hat.
Was zeichnet eine gute Führungspersönlichkeit aus? Einer, der glaubt, er würde wirklich alles verstehen, ist heute Abend wieder im Fernsehen zu sehen: Stromberg. Der Bürodiktator, der weiß wie er seine Mitarbeiter schikanieren kann.
Die Dramen aus der Serie scheinen aus der Wirklichkeit geholt. In vielen Büros sind die Szenen aus der Serie längst Alltag. Und gleich heute Abend, in der ersten Folge von Staffel 5 knöpft sich der König aller Schikane den neuen Azubi vor. Und was er sich früher schon immer gewünscht hat, scheint immer erreichbarer: Der Weg nach oben.
Bernd Stromberg wird vorübergehend alleiniger Leiter der Schadensregulierung der Capitol Versicherung. Auch im Zentrum der Macht behält er seine überaus beliebte Art und kommt damit bei den Kollegen im Management richtig gut an. Schließlich hat er ein wirklich gutes Gespür dafür, im richtigen Moment immer stets das Falsche zu sagen.
Herr Stromberg, zu guter letzt hier ein Ratschlag vom Experten für strategische Unternehmensführung Hans Hinterhuber: "Gewinnen Sie die Herzen Ihrer Mitarbeiter, indem sie diese ernst nehmen und sich als ein Teil von ihnen verstehen."
Gestern Abend wurde bei Sandra Maischberger über das Thema "Ich hasse meinen Boss! Überleben in der Arbeitswelt" diskutiert. Und scheinbar gab es zu jeder erdenklichen Frage eine Antwort. Muss ich das Büro putzen, wenn mein Chef es von mir verlangt? "Wenn ich die Putzfrau bin, dann schon", sagt Wolfgang Büser, Experte für Arbeitsrecht. Darf ein Chef kontrollieren, ob sein Mitarbeiter tatsächlich krank ist und darf er während seiner Arbeitszeit private Telefonate führen?
Spannend wurde es, als eine Umfrage auf der Straße eingeblendet wurde, bei der Passanten gefragt wurden, ob sie ihren Boss hassen. Die Antworten hielten sich schüchtern in Grenzen. "Kann ich mich jetzt leider nicht zu äußern" oder "Wollen Sie eine ehrliche oder eher diplomatische Antwort von mir hören?". Keiner, der sich vor der Kamera dazu äußern wollte, ob er seinen Boss hasst. Keine Antwort ist eben auch eine Antwort, denn die konnte sich der Zuschauer schon denken.
Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm durfte auch fleißig mitdiskutieren. Seiner Meinung nach kann kein Unternehmen gut und effektiv arbeiten, wenn kein Vertrauen zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten besteht. Bestsellerautor Martin Wehrle saß auch mit in der Runde: "Führungskräfte sind heute oft Durchreisende. Da kann kein Vertrauen entstehen." Den Firmen gehe es schließlich nur um Profit. "Aus Profitdenken heraus riskieren es die Unternehmen, dass die Menschen sich umbringen", sagte Wehrle weiter.
Auch sollte man sich nicht durch Mobbing ins Aus schießen lassen, sich nicht selbstkündigen. Rechtsanwalt Rüdiger Knaup, der schon 30.000 Mitarbeitern im Namen von Firmen gekündigt hat, rät gemobbten Arbeitnehmern ebenfalls dazu, nicht selbst zu kündigen. Andernfalls würden sie so die Karten aus der Hand geben. Und zu guter letzt kam noch ein Ratschlag von Büser: "Ich wünsche mir, dass mehr Arbeitnehmer irgendwann die Courage haben, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Auch wenn das dem Arbeitgeber nicht immer passt."
Joe "Joey" DeFrancesco hatte die Nase voll. Der 23-jährige Hotelangestellte aus dem US-Bundestaat Rhode Island kündigte. Dreieinhalb Jahre erduldete er die miserablen Arbeitsbedingungen, fühlte sich wie "Dreck behandelt", wie er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung berichtet. Nach einem besonders schlechten Arbeitstag mit langen Überstunden zog er den Schlussstrich – und lies sich dabei filmen, wie er seinem Chef die Kündigung übergibt.
DeFrancesco klagt seinen Arbeitgeber an: Mehrere Schichten hintereinander seien die Regel gewesen, teilweise über 20 Stunden am Stück. Mitarbeiter seien dabei miserabel behandelt, angeschrien und teilweise unter Vorwänden gekündigt worden, um sie loszuwerden. Hinzu kommt: In den USA sind die meisten Arbeitnehmer nicht gewerkschaftlich organisiert. Es gibt nur wenige etablierte Gewerkschaften, die sich darüber hinaus nur bedingt als Arbeitnehmervertretung sehen. Deshalb sieht DeFrancesco sein Video auch als politisches Statement, um trotz hoher Arbeitslosigkeit verbesserte Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
Die Wellen um das Video schlagen hoch, seitdem Joe DeFrancesco das Video auf Youtube.com hochgeladen hat: Zahlreiche Blogs haben das Thema aufgegriffen, auch die Fernsehstationen für sich entdeckt. Das Video selber wurde mittlerweile über 2,3 Millionen angeklickt.
Für Joe DeFrancesco bleibt die Hoffnung, dass sich die Arbeitsbedingungen in den USA verbessern. Er selber hat sich übrigens einen neuen Job gesucht, bevor er das Video hochgeladen hat.
Unbefristete Verträge sind heute schon fast zu einer Seltenheit geworden. Zeitverträge hingegen gibt es genug. Doch die haben gravierende Folgen auf das Privatleben der Beschäftigten. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stehen mehr als 2,7 Millionen Deutsche in befristeten Arbeitsverträgen. Ob öffentliche Einrichtungen, im Gesundheitswesen oder im Dienstleistungssektor, diese Verträge machen vor keiner Branche Halt.
"Eine ganze Generation ist betroffen", erklärt Peter Klenter, Referatsleiter Arbeitsrecht beim DGB-Bundesvorstand in der Welt Online. Unterschieden wird zwischen zwei Typen von befristeten Verträgen: Zum einen Krankheits-oder Schwangerschaftsvertretungen, also Verträge mit Sachgrund und zum anderen Zeitverträge ohne Sachgrund. Befristete Arbeitsverhältnisse ohne Sachgrund nehmen immer mehr zu. Diese Verträge dürfen für zwei Jahre vereinbart werden. "So können Firmen kurzfristig auf Aufträge reagieren und vermeiden Kosten, die entstehen, wenn ein unbefristet Angestellter gekündigt wird", betont Klenter.
Zwar sind Unternehmen dann sehr flexibel, die betroffenen Mitarbeiter oft aber sehr unzufrieden. Auf zusätzliche Zahlungen oder Fortbildungen haben sie nämlich gar keinen Anspruch. Private Planungen wie beispielsweise ein Babywunsch müssen auf Eis gelegt werden. Doch diese Hinhaltetaktik kann für die Betriebe auch negative Konsequenzen haben. "Durch die Befristung erhalten neue Mitarbeiter kaum Anreize, sich an den Betrieb zu binden", sagt das DGB-Bundesvorstandsmitglied.
Viele Chefs suchen auch nach Auswegen wenn die Auftragslage ungewiss scheint, die Mitarbeiter aber gehalten werden sollen. Festverträge werden dann zu Honorarverträgen. Diese werden dann mit anderen Konzerngesellschaften abgeschlossen. Ein Schlupfloch, glaubt Klenter.
Laut der Studie leiden oftmals Frauen unter einem befristeten Arbeitsverhältnis. Denn viele Unternehmen haben vermutlich die Sorge, dass Frauen innerhalb einer unbefristeten Stelle durch eine Schwangerschaft ausfallen könnten. Doch Zeitverträge haben vielleicht auch etwas Gutes. In dieser Zeit kann ein Arbeitnehmer sehen, ob ihm der Job Spaß macht und das Unternehmen zu ihm passt, obwohl eine sechsmonatige Probezeit da vielleicht auch ausreichen müsste.
Kaum zu glauben aber wahr: Stewardessen von Thai Airways dürfen nur noch mit einem Taillenumfang von maximal 81 Zentimetern mitfliegen. Schon vor einem Jahr kam die Dienstanweisung zum Abspecken. Sogar Besuche im Fitnessstudio standen mit auf der Verordnung.
Nun griff die Airline ein und versetzte 41 von 6000 Stewards und Stewardessen zum Bodenpersonal, weil sie deren Schlankheitsideal nicht erreichten. Ist der Taillenumfang bei Stewardessen breiter als 81 cm und bei Stewards mehr als 87 cm, werden sie zunächst auf Inlandsflüge strafversetzt und verlieren damit gleichzeitig finanzielle Zuschläge. Wer die "Kurve" dann immer noch nicht kriegt, kommt runter zum Bodenpersonal.
Einige der betroffenen Mitarbeiter sind nun vor Gericht gezogen. Die Airline begründet ihr Verhalten jedoch damit, dass die Attraktivität des Personals die Wettbewerbsfähigkeit steigert. Ja, schon klar…
Geht es wirklich gut wenn Partner zusammen im selben Unternehmen arbeiten? Eins ist klar: Gemeinsamkeiten verbinden. "Paare mit gleichem beruflichem Background haben oft die gleichen Charaktereigenschaften. Sie passen dann gut zusammen", erklärt Psychologin Svenja Lüthge.
Auch verbringt man nirgendwo so viel Zeit wie in der Arbeit. "Mit zunehmendem Alter schwinden die Orte, an denen man ungezwungen Leute kennenlernen kann. Viele sehen dann vor allem die Möglichkeit, sich den Partner in der Arbeitswelt zu suchen", betont Lüthge. Ganz klar, wenn beide im selben Unternehmen arbeiten, kann das auch vieles vereinfachen. So hat man beispielsweise denselben Weg zur Arbeit oder kann die Kinder vor der Arbeit noch gemeinsam im Kindergarten absetzen.
Bei IBM allerdings werden Partnerschaften unter Kollegen nicht gern gesehen. Der große IT-Konzern zählt fast über 400.000 Mitarbeiter. So lässt es sich nicht ausschließen, dass dort auch Beziehungen entstehen. "Es wird bei uns aber generell großen Wert darauf gelegt, dass es zwischen Beschäftigten keine Abhängigkeitsverhältnisse gibt. Das geht schon aus Gründen der Fairness gegenüber anderen Kollegen nicht", erklärt Christiane Schütz. Darüber hinaus gehe es dem Unternehmen aber auch darum, das Paar selbst vor Problemen zu schützen. Daher herrschen dort klare Regeln: Sobald zwei Kollegen eine Beziehung eingehen, muss einer von beiden die Abteilung wechseln oder sogar im schlimmsten Fall das Unternehmen.
Natürlich kann man entstehende Beziehungen in einem Unternehmen nicht vermeiden. Auch ist es in jeder Partnerschaft üblich, dass in den Abendstunden berufliche Fragen und Probleme besprochen werden, egal ob man im selben Unternehmen arbeitet oder nicht. Svenja Lüthge jedoch rät dazu, berufliches nach Feierabend gelegentlich auszublenden und zu versuchen, über sich selbst zu sprechen.


