Wir sind gerade dabei, ein neues Konzept zu erarbeiten. Einige Gedanken dazu:
Bei Mitarbeitern, die unser Unternehmen verlassen, um in den Ruhestand zu gehen, liegen von heute auf morgen große Potenziale brach. Manche Rentner sind noch leistungsfähig und leistungswillig und verfügen über lange Berufserfahrung und sehr spezielle Fachkenntnisse, die durch ihren Weggang verloren gehen würden. Sie haben Zeit, sind flexibel, können helfen und unterstützen, besitzen ein gutes Urteilsvermögen und können Entscheidungshilfen bieten.
Sie haben keine Karriereambitionen mehr. Die Entlohnung der nachberuflichen Aufgabe ist ihnen weniger wichtig als das Ziel, eine wertgeschätzte Aufgabe für andere Menschen zu erfüllen. Die perfekten Berater also für unerfahrene Jungmanager im Unternehmen.
Also: die alte graue Eminenz wird bei uns noch gebraucht und gehört längst nicht zum alten Eisen. Die bisher befragten Führungskräfte sind begeistert von unserer neuen Konzeptidee. Wir arbeiten weiter dran!
Ab dem kommenden Jahr schaffen wir für ausgewählte Nachwuchsführungskräfte in allen europäischen Ländern in unserem Unternehmen die Möglichkeit, an der Open University ein Fernstudium mit Masterabschluss zu absolvieren. Die Open University ist die größte staatliche Fernuni in Europa und spielt am Bildungsmarkt ganz vorn mit. Die Management-Ausbildung der Business-School verfügt über drei renommierte internationale MBA-Akkreditierungs-Gütesiegel der Association of MBAs, der European Foundation für Management Development und der Association to Advance Collegiate Schools of Business.
Kaum ein Prozent aller Hochschule haben weltweit diese Dreifachakkreditierung. Die Nachwuchsführungskräfte können wählen zwischen Business Management Studies, Human Resources, Accounting and Finance, Global Development Management und Technology Management. Weiterer Vorteil: Die Studierenden lernen in Englisch, unserer Unternehmenssprache weltweit. Es haben sich bereits 7 Nachwuchsführungskräfte um einen Platz im Programm beworben. Studium bezahlt vom Arbeitgeber, vereinbart mit einem strammen karriereorientierten Job im Unternehmen, das ist doch ein echter Anreiz!
Mein Personalentwicklungsprojekt diese Woche: in drei unserer Fast Food Restaurants werden innerhalb des nächsten Jahres neue Manager benötigt. Zwei besonders erfolgreiche Restaurantmanager werden im Mutterkonzern weiterführende Positionen übernehmen, einer davon in Deutschland, einer wird für eine begrenzte Zeit im osteuropäischen Ausland einen sehr stark expandierenden Wachstumsmarkt mit seiner operativen Erfahrung begleiten. Der dritte Manager wird uns verlassen, um im elterlichen Hotellerieunternehmen als Geschäftsführer Verantwortung zu tragen.
Alle drei Betriebe, in Metropolen von Bayern und Baden-Württembergs gelegen, sind sehr gut geführt und umsatzstark. Und das muss auch so bleiben! Da sich aus den Betrieben selbst so kurzfristig keine potentiellen Nachfolger rekrutieren lassen, veranstalten wir unternehmensintern ein Assessment-Center, wo wir die besten Fachkräfte aus der 2. Reihe einladen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wir stellen fest, wo die jeweiligen stellvertretenden Manager zur Zeit in ihrem Leistungsstand stehen, um den Qualifizierungsbedarf zu ermitteln, damit sie Verantwortung in der 1. Reihe tragen können und vor allem genau festzulegen, wie viel Zeit sie dafür noch benötigen. Im Klartext: Wie weit weg oder wie nah dran sind sie mit ihren Fähigkeiten und Potenzialen an der Position, die wir neubesetzen wollen?
Wer also denkt, dass die Strapazen, sich der Personalauswahl zu stellen, nur für den ersten Job gelten, der irrt; aber gewaltig!! Wer heute es was werden will, muss immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen!
Unser diesjähriges High-Potential-Programm mit zehn Teilnehmern ist gestartet. Ausgewählte Nachwuchsführungskräfte aus ganz Deutschland werden in unserem Unternehmen in einem ca. 18 Monate dauernden Programm vielfältig gefördert in ihrem Kompetenzspektrum mit dem Ziel, sich für weiterführende Positionen zu qualifizieren.
Wir starteten mit einem Outdoortraining. Eine erfahrene Outdoortrainerin, die vorher viele Informationen über die Ziele der Gruppe und der einzelnen Teilnehmer erhalten hatte, begleitete uns. Nach einer Kennlernrunde im Seminarraum ging es bei strahlendem Sonnenschein nach draußen zum See. Die Aufgabe für das Team: aus Baumstämmen und Seilen ein Floß bauen, dass alle Teilnehmer zur Insel in der Mitte vom See bringt. Mit großer Begeisterung wurde diskutiert, Aufgaben verteilt, Ziele festgelegt und losgelegt. Auch Bedenken und Skepsis waren "mit im Boot".
Das Team entwickelte großen Ehrgeiz, das Ziel zusammen zu erreichen, Verantwortung zu übernehmen. Beim Lösen von Problemen fanden die Teilnehmer die gegenseitigen Stärken und Schwächen heraus, so konnten die Rollen besser nach Fähigkeiten angepasst werden. Eine wichtige Spielregel lautete: "Die Komfortzone jedes Teilnehmers ist zu akzeptieren!" – Das bedeutet, wenn jemand Angst hat, sich etwas nicht traut, ist das zu akzeptieren und einzubeziehen.
Mit vollem Körpereinsatz, aber auch durch Besprechen und Diskutieren, ging es voran. Als nach zwei Stunden das Floß mit allen Teilnehmern drauf in langsamen Tempo die Insel erreichte, war der Jubel groß. Außer ein paar nassen Füssen waren alle Klamotten trocken geblieben. Risikobereitschaft und Experimentierfreude hatten zum Erfolg geführt. Und der größte Erfolg dabei ist das entstandene Vertrauen zwischen allen Teilnehmern!


