Für die Karriere-Laufbahn soll manch Name wichtiger sein als der Studiengang oder Geschäftskontakte. Laut einer Studie der Uni Oldenburg gelten die Namen Mandy, Chantal, Justin und Kevin als ziemlich ungeeignet für die Karriere. Die Kinder werden von ihren Lehrern oft als dümmer eingeschätzt, was dann auch Konsequenzen für ihre Jobchancen hat.
Namen wie Michael oder Wolfgang sollen da mehr Erfolg haben. "Menschen können ihren Namen ändern lassen, wenn sie dadurch Nachteile haben", erklärt Gabriele Rodriguez vom Namenkundlichen Zentrum der Uni Leipzig. In Amerika haben Manager und Führungskräfte oft kurze Namen wie Jack oder Bruce. Auch der Daimler Vorstand Wolfgang Ayerle hat sich in Wolfgang Bernhard umbenannt. Das klingt angeblich besser.
Vielleicht sollte man Menschen nicht anhand ihres Namens in eine Schublade stecken. Vielmehr kommt es doch auf ihre Erfahrungen, Werte und ihr Wissen an und dann ist es doch letztlich absolut egal ob man Christoph, Wilhelm oder Kevin heißt.
Ein gutes Namensgedächtnis ist einer der einfachsten Wege, um in beruflichen oder privaten Situationen einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Jeder liebt es schließlich, seinen eigenen Namen zu hören. Der Persönlichkeitstrainer Dale Carnegie geht sogar einen Schritt weiter: „Sein Name ist für einen Menschen der süßeste Wohlklang.“ Wer also bei einer Begrüßung den Gegenüber beim Namen nennt, vermittelt ihm so das Gefühl, wichtig zu sein und gibt ihm indirekt ein Kompliment. Grund genug, sich mal ein bisschen mehr Mühe zu geben beim Einprägen. Aber keine Angst: Es gibt verschiedene Tricks, die helfen.
Wer sich selber einredet, dass er sich sowieso keine Namen merken kann, der wird sich auch nie welche merken. Mit dieser Einstellung ist man von Anfang an unaufmerksam: Jemand stellt sich dir vor und schon ist der Name auch wieder weg. Das wichtigste also ist, sich bereits bei der Vorstellung aktiv auf den Namen und den Gesprächspartner zu konzentrieren. Hake im Zweifelsfall nach, vor allem, wenn du ihn noch nie zuvor gehört hast. Dann ist es auch sinnvoll, nach der genauen Buchstabierung zu fragen und die Buchstaben laut zu wiederholen und dabei vor dem inneren Auge zu sehen. Es ist in jedem Fall ratsam, den Namen direkt noch einmal im Gespräch oder in Gedanken zu wiederholen, später kann man ihn dann auf einen Notizzettel schreiben. Sieh dir außerdem die Person sorgfältig an und finde besondere Merkmale, sodass du dir ein konkretes Bild einprägst.
Visualisierung und Assoziation sind direkt nach dem Gespräch die wichtigsten Mittel, um sich den neuen Namen dauerhaft einzuprägen. Kennst du vielleicht schon jemanden mit genau diesem Namen? Dann stelle dir in einer ruhigen Minute vor, wie der Kopf dieser Person auf und abspringt – und daneben den des neuen Bekannten mit dem gleichen Namen. Bei einem komplett neuen Namen kannst du trotzdem ein Fantasiebild kreieren. Zerteile ihn in seine Silben und assoziiere diese mit bekannten Wörtern, die du zu einer Geschichte oder einem Satz zusammenfügst. Beispiel: Bei dem Namen Sadiah stelle ich mir einen prächtigen Saal vor, in dem eine Dia-Show gezeigt wird von Sadiah, die Grimassen schneidet. Je lebhafter die Szene, desto besser fürs Gedächtnis.
Zugegeben: Ich habe bisher immer gedacht, ich könnte mir Namen einfach nicht merken und habe mich deshalb nie richtig angestrengt. Wenn man aber erstmal erkennt, wie wichtig dieser Punkt für das Miteinander auch im Beruf sein kann, fühlt man sich gleich motivierter. Also, einfach ausprobieren, wirklich hoffnungslose Fälle gibt es selten.


