Hab gerade einen ganz interessanten Artikel zu dem Ergebnis einer Studie in den USA gelesen. Da haben Forscher herausgefunden, dass diejenigen unter uns, die in sozialen Netzwerken (in dem Fall Facebook) akitv sind, im Durchschnitt die schlechteren Noten haben. Die Studenten selbst sehen natürlich keinen direkten Zusammenhang, allerdings lernen sie im Schnitt wohl nur eine bis fünf Stunden pro Woche, während sich Nicht-Nutzer von Online-Communities jede Woche 11-15 Stunden Zeit dafür nehmen. Studenten mit Laptop und Facebook-Account würden es außerdem bevorzugen, während Vorlesungen lieber Nachrichten zu verschicken und Ihr Profil zu aktualisieren, anstatt dem Stoff zu folgen (auf jeden Fall richtig!!!), so die Forscher. Ich glaube ja mittlerweile, dass da echt was dran ist. Vor allem gab es zu Beginn des Jahres schon einmal eine Studie, in der es um den Zusammenhang zwischen Konzentrationsschwierigkeiten und der Nutzung von Facebook, Studivz usw. ging. Das geht hier ja ungefähr in die gleiche Richtung. Andererseits denke ich auch, dass die Studenten, die jetzt aufgrund der Nutzung von Sozialen Netzwerken weniger Zeit mit lernen verbringen und deswegen die schlechteren Noten schreiben, wahrscheinlich auch dann die schlechteren Noten schreiben würden, wenn es diese Netzwerke nicht geben würde. Bin mir ziemlich sicher, dass die dann andere Möglichkeiten finden würden, um die Zeit während einer Vorlesung totzuschlagen oder sich vorm lernen zu drücken ...
Wie oft hat man diesen Satz schon hören müssen. Egal ob erfolgreiche Schauspieler oder Unternehmer, Musiker oder Regisseure. Viele kokettieren gerne und ausgiebig damit, dass sie immer nur Fünfen und Sechsen mit nach Hause gebracht oder ihr Studium abgebrochen haben und aus ihnen sei trotzdem was geworden.
Bill Gates hat sein Studium in Harvard geschmissen und grinst uns trotzdem immer noch von Platz Eins der Forbes Rich List an. Und Reinold Messner, der alle 14 Achttausender bestieg, hat sein Studium der Vermessungskunde abgebrochen und ist trotzdem heute erfolgreich (wenn auch nicht so reich, wie Bill Gates). Günther Jauch versuchte es sogar zwei Mal mit dem Studieren. Einmal Jura, das andere Mal Politik und Neuere Geschichte. Dann entschied er sich doch für die Medien und ist heute einer der beliebtesten deutschen Moderatoren.
Das ist ja alles schön und gut und macht den ganzen Schul- und Studienabbrechern bestimmt viel Hoffnung. Allerdings ist das auch schon ein paar Jährchen her und wie sagt man so schön: die Zeiten haben sich geändert! In einer Leistungsgesellschaft wie unserer, mit großer Wirtschaftskrise am Bein, würde ich mich jetzt nicht darauf verlassen, dass man ohne Schulabschluss, mit schlechten Noten oder einem abgebrochenen Studium es heute noch weit bringt.


