Besonders Leute mit Ambitionen im Online-Business oder in der kreativen Branche sollten jetzt gut aufpassen. Der Bewerbungsprozess verläuft ja meist nach dem gleichen Schema: Stellenanzeige finden - Bewerbungsunterlagen abschicken - auf Antwort warten. Auch wenn das Standard ist und ich euch empfehlen würde, viel Zeit in eure Unterlagen zu investieren, möchte ich euch heute mal ein paar individuellere und kreative Bewerbungen präsentieren. Ob ihr einfach nur darüber staunt oder euch tatsächlich inspirieren lasst, ein bisschen weiter zu gehen als ein XING-Profil oder die optionale Bewerberhomepage zu erstellen, ist dann euch selbst überlassen.
Jason Zimdar ist Webdesigner und wollte sich bei seinem Traumunternehmen 37signals bewerben. Da er nichts dem Zufall überlassen wollte, erstellte er eine Bewerberwebsite mit speziell auf dieses Unternehmen abgestimmten Inhalten. Neben einem ordentlichen Lebenslauf und Referenzen zeigt er darauf auch Arbeitsproben von bisherigen Kampagnen und gibt Einblicke in seine Vorgehensweise beim Designen. Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Bewerberwebsite gibt Jason außerdem Eindrücke von seiner Persönlichkeit, indem er ganz offen über sich spricht und warum er den Job unbedingt will. Das ist bemerkenswertes Engagement, das auch von 37signals mit einem Job honoriert wurde.
Ähnlich ging die 23jähige Jamie Varon bei ihrer kreativen Bewerbung vor. Ihr Ziel war es, bei Twitter einen Job zu ergattern und sie ist dafür sehr weit gegangen. Sie erstellte den Blog twittershouldhireme.com, den sie regelmäßig mit Inhalten fütterte, die ihre Eignung und ihr Interesse unter Beweis stellten. Der Blog musste natürlich von Twitter bemerkt werden, also nutzte sie zusätzliche Social Media Kanäle, um die Welt und letztendlich auch einen der Twitter-Personaler von sich aufmerksam zu machen. Virales Marketing at its best, denn die Masche trug schnell Früchte: Innerhalb weniger Tage wurde sie zum Star im Internet und baute eine regelrechte Fanbase um sich auf. Ein Buch-Vertrag und Interviews in den Medien (unter anderem mit CNN) folgten. Imitatoren in Form von googleshouldhireme.com und facebookshouldhireme.com blieben natürlich auch nicht aus. Hat sie den Twitter-Job bekommen? Ein Interview war zwar drin, ein Job hat leider nicht. Aber zahlreiche andere gute Jobangebote sprechen für sich.
Fast schon ein Klassiker ist das Google Job Experiment. Ein Bewerber wollte einen Job bei einer der TopFive Werbeagenturen New Yorks und kaufte sich dafür ein paar Keywords bei Google. Google Adwords ist ein Tool, mit dem normalerweise Unternehmen dafür bezahlen, bei bestimmten eingegebenen Suchwörtern in den Google-Ergebnissen ganz oben aufzutauchen. Für gerade mal 6 Dollar kaufte sich der Kreative die Namen der Creative Directors der Werbeagenturen. Wieso das? Alec spekulierte einfach auf das regelmäßige Ego-Googlen der hohen Tiere (denn die halten sicher einiges auf sich). So bewirkte er, dass sie bei der Suche nach ihrem eigenen Namen einen Link zu seiner Website und der Überschrift á la "Hi, Ian Reichenthal. Googling yourself ist fun, hiring me is fun, too." vorfanden. Vier der fünf Chefs luden ihn zu einem Gespräch ein und zwei boten ihm schließlich einen Job an. Chapeau!
Mein Fazit: Für mich persönlich ist das zu viel Aufwand (gerade das Twitter-Beispiel klingt eher nach einem Full-Time-Job) und birgt auch ein gewisses Risiko, genau ins Gegenteil umzuschlagen oder zu floppen. Das wäre peinlich. Die klassischen Mittel, an seiner Online-Reputation zu arbeiten, müssen dann fürs Erste ausreichen. Ich hege aber Respekt gegenüber jedem, der sich so etwas traut.
Wer hätte das gedacht?
Eine Studie des Beratungsunternehmens Robert Half ergab, dass 61 % der deutschen Personalverantwortlichen die klassische schriftliche Bewerbungsmappe der Bewerbung per E-mail vorziehen. Lediglich 44 % des befragten Personenkreises gab an, Bewerbungen per E-mail zu favorisieren (Mehrfachnennungen waren möglich). Befragt wurden über 6.000 Personal- und Finanzmanager in 17 Ländern.
Deutschland ist damit eine absolute Ausnahme, denn im internationalen Vergleich bevorzugen durchschnittlich 57% den E-mail Versand, hingegen nur 42 % den klassischen Postweg.
Als wichtigstes Beschaffungsmedium für die Gewinnung von neuen Mitarbeitern wird von den befragten Personal- und Finanzmanagern immer noch die Stellenanzeige in der Tageszeitung angesehen. Fast ebenso große Bedeutung hat mittlerweile jedoch auch die Veröffentlichung von Stellenangeboten auf der firmeneigenen Homepage. 53 % der befragten Manager erklärten, dass sie durch Initiativbewerbungen von Bewerbern neue Mitarbeiter gefunden haben (auch hier waren Mehrfachnennungen möglich).
Interessant war außerdem die Aussage, dass nur 8 % der Befragten in Online-Netzwerken wie Xing nach geeigneten Kandidaten suchen würden.
Unabhängig davon solltet Ihr Euch bei Euren Bewerbungen alle Türen offen halten. Vielleicht findet gerade Euer Profil in einem Online-Netzwerk das besondere Interesse eines Personalverantwortlichen. Und wenn Ihr Euch unsicher seid, ob Ihr Eure Bewerbung per E-mail oder doch auf dem Postweg verschicken sollt, so fragt einfach bei dem Unternehmen direkt nach, welcher Bewerbungsweg bevorzugt wird.
Auf jeden Fall alles Gute und viel Glück bei Euren Bewerbungsaktivitäten!!
Diese Woche war es eher ruhig in Bezug auf meine Bemühungen, einen Job zu finden. Das wundert mich aber auch nicht wirklich, schließlich braucht jeder Rekrutierungsprozess seine Zeit. Was ich jedoch etwas bemängeln muss, ist die Tatsache, dass oftmals auf eine Online-Bewerbung (sei es über E-Mail oder über ein Online-Formular) keine Eingangsbestätigung dergleichen erfolgt. Wie soll denn ein Bewerber dann wissen, ob die Bewerbung letztlich angekommen ist? Eben, nämlich gar nicht. Aber ich bin ja kommunikativ und frage bei den Unternehmen telefonisch nach, ob die Bewerbungen angekommen sind.
Auch eine Möglichkeit einen ersten Eindruck über das Unternehmen zu gewinnen. Meine restliche Zeit verbrachte ich damit, weitere Stellenanzeigen zu sichten und Bewerbungen zu schreiben. Da ich mich auch auf Stellen bewerbe, bei denen Berufserfahrung gefordert wird, erwarte ich hier nicht allzu viel an positiven Antworten. Grund zur Langeweile habe ich zur Zeit aber ohnehin nicht, denn dafür sorgen einige Mängel an meinem Auto eines namhaften deutschen Herstellers. Daher habe ich meine Zeit genutzt, um bei meiner Werkstatt mal wieder vorstellig zu werden. Zum Glück habe ich ja noch Garantie auf mein Fahrzeug. Das Problem hierbei: Das Bild, welches gedanklich entsteht, wenn ich mit meinem Fahrzeug in die Werkstatt fahre, erinnert mich irgendwie an diese drei Affen; der eine hört nichts, der andere sieht nichts und der dritte sagt nichts. Ihr wisst schon was ich meine. Mal sehen, evtl. finden die „Profis“ ja die Ursache für diverse Geräusche aus dem Motor- und Achsbereich, bevor mich ein freundlicher Sanitäter vom Baum kratzen muss.
Die 5-Kampf-Disziplin des Bewerbungsprozesses
Kampf 2: Die Bewerbung
Hast du sie gefunden? Eine interessante Stellenanzeige, die auf dich zutrifft und auf die du dich bewerben möchtest? Wenn dem so ist, dann halte zunächst inne. Der nächste Schritt ist nämlich sehr wichtig und entscheidend. Nimm noch einmal Abstand von deinem Computer, um neue Energie zu tanken. Das kannst du machen, indem du dich etwas entspannst. Mach ein paar Lockerungsübungen, wie z.B. Arme, Beine und Schultern ausschütteln.
Iss eine richtige Mahlzeit und trink viel Wasser. Nimm mental kurz Abstand von deinem nächsten Vorhaben, damit du auf neue Ideen und Gedanken für eine besonders gute Bewerbung kommst. Lass dich von Leuten, die dich umgeben, zum Schreiben inspirieren. Hol dir Anregungen aus Bewerbungsratgebern, die du vielleicht zu Hause stehen hast. mehr...
Gestern war ich wieder bei dieser Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit. Mein Lebenslauf war gut, aber mir wurde nahegelegt, diesen nochmal zu überarbeiten. Irgendwie fehlt dieser Veranstaltung der Bezug zur eigentlichen Sache. Hier gibt jeder seine Meinung wieder; sofern er eine hat.
Nebenbei werde ich von einer anderen Person auf meine Bewerbungsunterlagen angesprochen, welche im öffentlich zugänglichen Drucker lagen. Er sagte nur: „Ich habe Ihr Bild erkannt!“ Super Sache, jetzt weiß nicht nur jeder wie ich aussehe, sondern auch, wo ich wohne und was ich bis jetzt gemacht habe. mehr...
Was bedeutet Bewerbung 2.0 eigentlich und hat sich diese Bezeichnung in unseren Köpfen wirklich schon durchgesetzt?
Für mich leitet sich der Begriff von Web 2.0 ab, der seit einigen Jahren für das interaktive Internet verwendet wird. In erster Linie kommt es den Selbstdarstellern darauf an, sich hier mit ihrer Person zu präsentieren, um im Netz gefunden zu werden. Denn als Bewerber von heute muss man sich aktiv empfehlen.
Man nutzt das Internet als Netzwerk, um evtl. jemandem aufzufallen, der einen beruflich zum Erfolg führt. Es existiert z.B. eine deutschsprachige Personensuchmaschine yasni.de, die Profile im Internet sichtbar macht und Imagepunkte für eine positive Webpräsenz vergibt. Danach wird die Glaubwürdigkeit einer Person anhand eines „VIP-Ranks“ bewertet. Passt also in Zukunft besser auf und denkt genauer darüber nach, was für Dinge über euch im Internet stehen. mehr...
Hast du es auch schon mal ausprobiert? Ich meine die neue und außergewöhnliche Form der Bewerbung: ein Videoporträt. Das soll wohl die Zukunft sein, wenn es darum geht unter unzähligen Job-Suchenden aufzufallen. In der Zeitschrift „Junge Karriere Handelsblatt“ (08/2008) wird diese persönliche Selbstdarstellung beleuchtet und mit Tipps gefüttert.
Es heißt, dass man neben guten Noten und Erfahrungen auch seine Persönlichkeit mehr hervorheben sollte, indem man sich auf einem kurzen Bewerbungs-Video vorstellt. Solche Bewerbungen werden stets mit Interesse und Priorität bearbeitet. Wenn Leistungsdaten und der Kandidat auch noch auf das Unternehmen zugeschnitten sind, stehen die Chancen sehr gut, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. mehr...
Na toll. Und schon steh ich vor dem nächsten Problem: Die Bewerbung. Ist das alles stressig. Na immerhin habe ich mich ja schon dazu entschieden, eine Online-Bewerbung zu schicken. Da bleibt es mir wenigstens erspart, mir auch noch über das Material meiner Mappe Gedanken zu machen.
Aber wie macht man das jetzt schon wieder richtig? Wieso erzähllt einem so was vorher keiner?? Ich schreibe erstmal meinen Lebenslauf. Das ist das einfachste und da gibt es auch festlegte Formen. Daran kann man sich halten. Aber wie veschick ich das Teil? Direkt in die E-Mail reinkopiert oder als Dateianhang? Ich surfe durch die Gegend und finde vernünftige Tipps. Dokumente als Anhang (am besten pdf-Dateien), Anschreiben direkt in die E-Mail, Referenznummer in den Betreff. Klingt logisch und einfach.
Wie zu erwarten war, ist es das aber nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen. Man will auffallen, aber nicht zu extrovertiert wirken. Man will professionell, doch nicht gestelzt überkommen nach dem Motto – Ich utilisiere keine Fremdwörter, ich parliere nur eloquent – oder so was. Ich bleibe einfach locker und schreibe drauf los. Dass ich Marketing schon immer interessant fand, dass ich sehr wortgewandt bin, professionell und teamfähig, und was es da nicht noch so alles gibt. Aber ich schreibe nur Sachen, die auch wirklich stimmen. Ich weiß, dass ich teamfähig bin, weil ich bei Gruppenarbeiten nie Probleme hatte und ich weiß, ich bin professionell, denn meine Noten beweisen es. Und so weiter. Das alles ein bisschen hübsch in unserer schönen Sprache verpackt ergibt das eine ehrliche, adäquate und doch lockere Bewerbung, die dazu einlädt, den Verfasser nachträglich umgehend vom Fleck weg zu engagieren :-) oder so was in der Richtung.


