Als man damals von der Wahnsinns-Party Fotos auf Facebook eingestellt hat, dachte man doch nicht im Traum daran, dass diese Auswirkungen auf das eigene Berufsleben haben könnten. Jetzt ist das Studium vorbei, der Abschluss in der Tasche und die ersten Bewerbungen werden aufgesetzt und verschickt und man blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Wie können da ein paar Fotos der Karriere einen Hemmschuh verpassen?Tatsächlich wird immer wieder darauf hingewiesen, nicht zu viel von sich im Netz preiszugeben, denn Personaler erkundigen sich über potentielle Bewerber via Google und in diversen sozialen Netzwerken (Facebook, Xing, StudiVZ usw.) um die Kandidaten genauer zu durchleuchten - zumindest ist das die Annahme.
Wie sieht es nun wirklich mit den googelnden Personalern aus? Ein interessanter Ansatz ist eine Studie der Universität Erfurt, in der dieser Mythos relativiert wird. Im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit haben acht Studenten der Kommunikationswissenschaft 20 Personaler zu diesem Thema befragt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass aus Zeitgründen erst ab einer gewissen Hierarchieebene und auch erst kurz vor dem Ende des Bewerbungsprozesses gegoogelt wird aber dann auch nicht von allen. Dazu führt Annette Gerlach, Personalerin bei einem größeren Unternehmen in der Chemiebranche, an, dass allenfalls über Bewerber für die Führungsetage ausgiebig recherchiert wird im Gegensatz zu Praktikanten, Auszubildende oder Mitarbeitern auf unteren Hierarchieebenen.
Eine Umfrage der Zeit vom Februar 2010 unter den größten deutschen Unternehmen zeigt ein ähnliches Bild. Viele Unternehmen geben an, dass sie bei zigtausenden Bewerbungen im Jahr überhaupt nicht die Zeit zur Online-Recherche haben und nur äußerst begrenzt Onlinedaten nutzen. Vielmehr wird klassisch auf Bewerbungsunterlagen und ggf. Interviews mit den Kandidaten gesetzt.
Die Erfurter Studie teilt die Personalentscheider weiterhin in Altersgruppen ein: die Unter-30-jährigen kennen sich mit sozialen Netzwerken aus und wissen demnach, dass dortige Inhalte wenig mit der beruflichen Wirklichkeit zu tun haben. Die 30- bis 45-jährigen googeln am meisten während die Über-45-jährigen überhaupt nicht online recherchieren. Ebenso wurden auch Bewerber befragt; diese zeigen sich im Umgang mit dem Internet durchaus „verantwortungsbewusst“. Zum einen, weil inzwischen die Mehrheit weiß, dass das Internet alles andere als privat ist und zum anderen, auch durch den über die Medien verbreiteten Mythos, dass Personalchefs ihre Bewerber auf Herz und Nieren googeln.
Auch wenn bis jetzt die Online-Recherche nicht so verbreitete scheint wie bisher vermutet, sollte man sich im Klaren sein, dass die Bereitschaft dazu permanent wächst. Deshalb kann eine gute Präsentation z. B. in sozialen Netzwerken, Blogs oder Homepages auch eine Chance sein, dann nämlich wenn sie einen positiven Eindruck über die Persönlichkeit, Kommunikationsstärke, Kreativität und möglichen Referenzen vermittelt. All das kann aber nur unterstützend sein, denn überzeugen muss der Bewerber immer noch offline.
Ja, ja, die Wirtschaftskrise. Langsam bekommt man als Student das Gefühl, dass man den hohen Ansprüchen der Arbeitswelt wohl kaum noch gerecht werden kann, wenn man bedenkt, dass monatlich die Arbeitslosenzahlen steigen und in vielen Unternehmen Einstellungsstopp herrscht.Wer dennoch auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz ist, sollte daher entweder mit ganz besonderen Fähigkeiten, Vitamin B oder aber mit einem besonderen Abschluss punkten können – dem Abschluss eines Fernstudiums. Wieso?
Eine repräsentative forsa-Studie, die von der Europäischen Fernschule Hamburg in Auftrag gegeben wurde, belegt, dass vier von zehn Arbeitgebern (insgesamt wurden Personalverantwortliche in 300 Unternehmen ab 150 Mitarbeitern befragt) Bewerber mit einem abgeschlossenen Fernstudium „normalen“ Studenten bevorzugen würden. Der Grund: Ein Fernstudium zeige entschlossenes Engagement.
Aber keine voreilige Panik: Nicht nur ein praxisorientiertes Fernstudium kommt gut an bei den Personalern – in sechs von zehn befragten Unternehmen wird man als Bewerber eher für höherrangige Positionen berücksichtigt, wenn man sich auch privat neben dem Studium zielorientiert weitergebildet hat. Es muss also nicht unbedingt ein praxisbezogenes Studium sein.
Dennoch: Auf die Frage, was für den Arbeitgeber eine gute Hochschule ausmacht, steht erneut der Bezug zur Praxis an erster Stelle.
Also: Falls du die Entscheidung noch vor dir hast - vielleicht ist ein Fernstudium ja für dich die richtige Wahl. Ansonsten: Es gibt auch zahlreiche Nebenjobs, mit denen du vielleicht bei deinem späteren Arbeitergeber punkten kannst.
Der erfolgreiche Bewerber beschränkt sich in seiner Darstellung nicht auf die Namen seiner vorherigen Firmen und die Daten, wann er dort gearbeitet hat. Er definiert vielmehr genau, in welcher Position er jeweils tätig war, und nennt dazu in Stichworten seine wichtigsten Aufgaben und Erfolge. Dabei listet er allerdings nicht undifferenziert alles auf, was er jemals in seinem Leben gemacht hat.
Er füllt seine Bewerbung auch nicht mit privaten Fakten wie den Namen und Berufen seiner Eltern oder den Daten seines Aufgebots und seiner Verlobungsfeier. Er liefert dem potenziellen Arbeitgeber genau die Informationen, die dieser braucht, um seine Eignung zu erkennen, nicht mehr und nicht weniger.
Der erfolgreiche Bewerber verzichtet auf kryptische Abkürzungen wie „Bildung von UL im Bereich PRS D“ und drückt sich klar und verständlich aus.
Sein Foto fügt er – auch wenn er nach AGG dazu nicht verpflichtet ist – freiwillig hinzu, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Auch wenn er sonst sparsam ist, verdirbt er sich seine Chancen nicht durch ein Automatenfoto oder einen Urlaubsschnappschuss. Seine professionelle Ablichtung misst etwa 6 mal 9 Zentimeter und zeigt sein Gesicht, nicht den Anzug oder den Minirock.
Seine praktische, schlichte Bewerbungsmappe umfasst maximal 7 bis 10 Dokumente.
Sein Anschreiben passt auf ein Blatt; sein Lebenslauf darf sich – je nach Erfahrung – über zwei bis drei Seiten erstrecken. Er tritt bescheiden, jedoch nicht unterwürfig auf und strahlt Selbstvertrauen aus, ohne arrogant oder anmaßend zu wirken.
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Was Du bei einer erfolgreichen Bewerbung beachten musst, weiß Cornelia Riechers, Autorin des paradoxen Bewerbungsratgebers "So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos".
Es ist ein herrliches Gefühl, endlich mein Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben. Letzte Woche durfte ich freudig mein Diplom in Empfang nehmen und jetzt heißt es für mich, die Früchte meiner Bemühungen zu ernten. Im Hauptstudium habe ich bereits meine Ziele hinsichtlich meiner beruflichen Orientierung festgelegt, denn ich möchte auf jeden Fall im Personalbereich eines mittelständischen Unternehmens tätig werden. Den Personalbereich finde ich sehr interessant und mit Sicherheit werde ich bei einer herausfordernden Stelle auch meinen Spaß an der Arbeit finden. Da der Personalbereich sehr viele unterschiedliche Berufsbezeichnungen und Facetten mit sich bringt, lege ich mich schwerpunktmäßig auf die Bereiche Personalbeschaffung und -entwicklung fest. mehr...


