Es gibt mal wieder neues von der Protest-Welle. Seit gestern (Mittwoch) Abend besetzen rund 250 Studenten jetzt auch den Audimax-Hörsaal der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Hier fordert man ein Mitbestimmungsrecht an allen Entscheidungsprozessen der Universität. In Berlin war man noch schneller. Hier wurden schon am Mittag Räume der Freien Universität sowie der Humbold-Universität besetzt. Hier fordert man unter anderem die Abschaffung der Studiengebühren und von Zulassungsbeschränkungen. Ich könnte jetzt hier noch zahlreiche andere Unis aufzählen, an denen Proteste begonnen haben, Proteste mittlerweile schon von der Polizei unterbunden wurden, etc. Das lasse ich aber mal bleiben, denn das wird irgendwann ziemlich langweilig.
Insgesamt wurden jetzt schon Hörsäle in 20 Städten, darunter München, Dresden, Darmstadt, Greifswald, Heidelberg, Paderborn, Coburg, Würzburg, Marburg, Potsdam und Tübingen besetzt. So wie es momentan ausschaut, wird die Zahl in den nächsten Tagen noch deutlich zunehmen. Am 17. November gibt es ja dann auch schon wieder einen Protesttag gegen die „Verschulung“ der neuen Bachelor-Studiengänge und die so ungeliebten Studiengebühren. Studenten, Rektoren, Politiker und Polizei werden wohl auch in den nächsten Tagen nicht zur Ruhe kommen. Ob es und wo es allerdings tatsächlich was bringt, das bleibt abzuwarten. Ich bin da ja eher skeptisch ...
Solidarität wird in diesen Tagen wohl groß geschrieben unter Studenten. Nachdem unter anderem in Wien und Salzburg Studenten in Österreich zum Protest Hörsääle besetzt hatten, ist gleiches nun mittlerweile auch in München, Münster, Heidelberg und Potsdam der Fall. Wie hat alles angefangen ...
In Österreich ist es in den Hörsäälen zu voll, gleichzeitig mag man aber keine Zulassungsbeschränkungen und natürlich auch keine Studiengebühren. Daraufhin entschloss man sich Hörsääle zu besetzen und auf ein Gespräch mit dem Wissenschaftsminister Hahn zu pochen. Der hat keine Zeit, die Studenten dafür umso mehr. Per Livestream aus dem Wiener Audimax oder Twitter Feed wird nun jeder auf dem Laufenden gehalten.
Sofort begeistert von der Idee der "Besetzung" waren die Studenten der "Akademie der bildenden Künste" in München und auch der Uni Münster (auch hier mit Live-Übertragung). Sehr passend, dass hier auch gerade interessierten Schülern am "Hochschultag" das Uni Leben mal ein bisschen gezeigt wird. Einen besseren Einblick kann es ja fast nicht geben. Und einmal in Fahrt lohnt es sich natürlich auch per Plakat im Audimax die zweite Welle des Bildungsstreiks anzukündigen, welcher am 17.11.2009 in die zweite Runde gehen soll.
Im schönen Heidelberg nahmen am Dienstagabend 150 Studenten den Hörsaal 14 der Neuen Universität in Beschlag - Und auch wenn es über Nacht nur noch knapp 30 waren - der Asta glaubt, dass der "Funke aus Österreich" überspringt. Spätestens als dann per Live Schaltung nach Wien die österreichischen Kollegen die Heidelberger in Echtzeit dazu aufforderten "die Bewegung nach Deutschland zu tragen" war für diese klar: Hier gehen wir nicht mehr weg! Nachdem im Juni aber noch die Polizei anrücken musste um vor dem Rektorat kampierende Studenten wegzutragen, scheint hier bislang alles friedlich abzulaufen. Sogar die Tür zum Hörsaal steht offen ...
In Potsdam stimmt am Mittwoch eine Vollversammlung "für die Solidarisierung" mit Österreich. Auch hier gab es Live-Schaltungen und das "Streikkomitee der Universität Potsdam" verbuchte die Aktion bereits als vollen Erfolg. Uni und Asta meldeten auch hier das Audimax am Donnerstagnachmittag offiziell als besetzt.


