Studenten haben ja im Allgemeinen viele Freiheiten. Partys, WG-Leben und raus in die Welt. Dass Studieren aber auch ganz anders sein kann zeigen die ca. 1000 Studenten der Fern-Uni Hagen: Sie zählen zu den Studenten, die ihr Studium aus der JVA bewältigen. Und das bedeutet: keine Vorlesungen mit Kommilitonen, kein Kaffee in der Mittagspause und keine Uni-Partys am Wochenende.
Der Alltag der JVA-Studenten ist von genauen Kontrollen und strengen Überwachungen geprägt. Auch die Klausuren werden zumeist in der JVA unter Aufsicht geschrieben. Spicken ist hier also noch weniger angesagt, als in der Uni. Spezielle Arbeitsräume und genau kontrollierte Arbeitsmaterialien werden bereit gestellt, damit keiner auf dumme Gedanken kommen kann. Materialien müssen gefilzt werden und ein sicherer und „begrenzter“ Internetzugang soll gewährleisten, dass die Strafgefangenen keine außer-universitären Seiten besuchen, aber dennoch das Studienangebot der Fern-Uni online nutzen und mit ihren Betreuern kommunizieren können.
Den JVA-Insassen steht das gesamte Studienangebot der Fern-Uni offen. Dieses reicht von Wirtschaftwissenschaften über Philosophie bis zu Rechtswissenschaften. Hilfe und Unterstützung finden die Strafgefangenen beim AStA und den zuständigen sozialen Diensten der jeweiligen JVA.


