Wir wissen es ja alle: Mit Fachwissen alleine, kommt man nicht weit. Wichtig sind Soft-Skills, die man sich durch zahlreiche
Maßnahmen selber aneignen kann, sofern man nicht schon von Haus aus mit einigen wichtigen Soft-Skills ausgestattet ist.
Da wäre zum einen die Selbstorganisation, die manchen scheinbar schon in die Wiege gelegt wurde, andere hingegen lernen erst mit zunehmendem Alter sich selbst zu organisieren. Gerade in der Uni kommt das Zeitmanagement quasi von alleine: Denn man muss sich an zahlreiche Termine halten, Abgabefristen einhalten und seine Freizeitaktivitäten neben der Uni planen.
Hand in Hand geht damit auch das Meistern von Druck- und Stresssituationen. Man sollte in der Uni eine Strategie entwickeln, wie man mit Stress gelassen umgeht. Belastbarkeit ist eine wichtige Eigenschaft - schließlich muss man oft für verschiedene Kurse parallel Leistungen erbringen und Klausuren bestehen. Hier ist eine gewisse Flexibilität immer von Vorteil.
Aber auch Verantwortung übernehmen lässt sich an der Uni gut trainieren. Wer sich dazu aufraffen kann, der sollte sich in einer der zahlreichen studentischen Gruppen und Vereinigungen engagieren. Hier lernt man nicht nur Verantwortung zu übernehmen, sondern auch im Team an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Andere Fähigkeiten, die im Beruf später wichtig werden könnten lassen sich jedoch auch in speziellen Kursen erlernen. Dafür gibt es an einigen Unis sogar Credit Points.
Die Uni ist also nicht bloß ein Tummelplatz, auf dem man die nötigen Credit Points abgrasen kann, sondern man sollte versuchen die Uni als Chance nutzen, um seine Fähigkeiten in alle Richtungen auszuweiten und so mal über den Tellerrand des eigenen Stundenplans zu schauen.
Der Weg zum Traumberuf ist steinig und von zahlreichen Praktika gepflastert? Mag sein. Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die den Zugang zum Traumberuf erleichtern kann. Gerade Studenten können ihre Studienzeit im Hinblick auf den Traumberuf sinnnvoll nutzen, wenn sie sich engagieren. Dabei ist es völlig egal ob im sozialen Bereich oder bei studentischen Initiativen: Engagement und ehrenamtliche Tätigkeiten sind immer ein Pluspunkt.
Wer sich an seiner Uni engagiert, der hat die Möglichkeit sein Wissen aus dem Studium direkt anzuwenden und auszubauen. Studentische Initiativen bieten eine Vielzahl von Tätigkeitsfeldern in denen sich Studenten an realen Projekten versuchen können. Zudem können in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen erste Kontakte geknüpft werden, die für den Start ins Berufsleben nützlich sind.
Aber nicht nur den Einstieg in das Berufsleben kann durch Engagement erleichtert werden. Vor allem die persönlichen Erfahrungen und das aktive Mitwirken an Projekten können einen großen Motivationsschub bedeuten. Zudem lernt man im praktischen Umsetzen des Erlernten viel eher seine persönlichen Fähigkeiten kennen. Dabei spielt auch der Umgang mit anderen Mitgliedern eine wichtige Rolle: Hier ist nicht nur Teamwork gefragt, sondern mit dem Kontakt zu anderen bildet sich ein weit verzweigtes Netzwerk, dass sich vor allem auch nach dem Studium als nützlich erweisen kann.
Auch ehrenamtliche Tätigkeiten können den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Denn wer sich während seines Studiums ehrenamtlich engagiert, der beweist nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern auch Ernsthaftigkeit und Engagement. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass die Tätigkeiten nicht erst kurz vor der Bewerbungsphase begonnen werden. Das könnte sonst etwas zu scheinheilig wirken.
Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten und studentischen Initiativen lassen sich also wunderbar die sogenannten „Soft Skills“ trainieren und können einem neue Perspektiven bei der Berufswahl aufzeigen.
Wie überzeuge ich die Personaler im Vorstellungsgespräch? Vielen Absolventen ist bewusst, dass sie nicht nur einfach ihre Fähigkeiten aufzählen sollen, nach dem Motto "Ich bin kreativ, teamfähig und belastbar." Derartige Aussagen müssen erst einmal bewiesen werden, damit sie den Personaler wirklich überzeugen – man muss zeigen, dass man seine Soft Skills bereits erfolgreich in der Vergangenheit angewendet hat. Das machst du am effektivsten mit Geschichten, die deine Beispiele besser strukturieren und veranschaulichen. Storytelling wird häufig in der Werbung verwendet, warum soll es also nicht auch bei der eigenen BEwerbung helfen? Die Kommunikationsexpertin Sigrid Hauer weiß: "Geschichten verknüpfen Fakten mit Emotionen. Je ausführlicher man das, was man anderen vermitteln will, ausmalt, umso mehr Kraft entwickelt eine Geschichte."
"Nennen Sie eine Situation, in der Sie einen Konflikt lösen mussten." "Was war Ihre schwerste Entscheidung bisher?" So oder so ähnlich hören sich Verhaltensfragen im Vorstellungsgespräch an. Der Fragende will damit nicht nur herausfinden, wie du dich in einer Situation verhalten hast. Er leitet davon ab, wie du in Zukunft mit Problemen am Arbeitsplatz umgehen würdest. Diese Fragen sind also optimal, um die Technik des Geschichtenerzählens anzuwenden. Auch Fragen, die nicht auf eine konkrete Situation abzielen, bieten Gelegenheit, um Beispiele in einer kurzen Erzählung zu verpacken:
Bewaffne dich also vor einem Vorstellungsgespräch mit fünf bis sechs persönlichen Erfahrungen und Erfolgen, die du gut in Geschichten umformen kannst. Werde dir auch bewusst über den optimalen Aufbau deiner Story: Springe nicht direkt in die Situation, die du beschreiben willst. Der Zuhörer braucht einen Kontext. Wo und wann ist das Ganze passiert? In einer Gruppenarbeit oder im Praktikum? Wer war involviert? Danach kannst du erst auf deine eigene Rolle eingehen, also von deinen Aufgaben und Verantwortlichkeiten in der Situation berichten. Was war das Problem und wie bist du damit umgegangen? Gehe zum Schluss dann explizit auf die Ergebnisse ein. Wurden deine Konzepte im Unternehmen umgesetzt? Was hast du daraus gelernt oder wie würdest du in Zukunft anders an die Situation herangehen? Diesen letzten sehr wichtigen Schritt vergessen leider die meisten. Dabei zeigt er dem Personaler noch einmal ganz deutlich deine Fähigkeit zur kritischen Selbstreflektion.


