Chatrooms sind ja ein alter Hut. ICQ, MSN, Trillian und Co. hat jeder auf seinem Rechner. Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht täglich mit neuen, zum Teil skurrilen, Innovationen um die Ecke kommen würde. Chatroulette heißt so ein neuer Trend aus den USA. Ohne viel Schnickschnack werden auf chatroulette.com wahllos zwei Chatpartner per Webcam miteinander verknüpft, um sich irgendwie auszutauschen. Wegklicken oder weggeklickt werden, das ist hier die Frage. Eine Mischung aus dem klassischen Zappen und den Anfangszeiten des Internets, wo es noch wirklich anonym zuging und die Neugier über den Verstand siegte.
Wer sich auf das Spielchen einlässt, muss hart im Nehmen sein, denn wer nicht gerade mit einer Affenmaske auf dem Kopf vor der Kamera mit exotischen Früchten jongliert und dabei ein Lied von Lady Gaga trällert, der gilt schnell als Langweiler und wird nach einer Milisekunde gnadenlos weggeklickt. Es beginnt ein Wechselbad der Gefühle: Zwischen Absurditäten, Beleidigungen, Langweilern, Perversen und Verzweifelten kommt hier und da doch eine oberflächliche Konversation zustande. Wer aber innerhalb kürzester Zeit keinen natürlichen „Wegklick-Reflex“ ausbildet, läuft Gefahr in diesem Kuriositätenkabinett sang- und klanglos unterzugehen.
Chatroulette spricht den scheinbar menschlichen Urtrieb des Gaffens auf primitive Art und Weise an. Wer also sein Weltbild nicht erschüttern lassen will und nicht gerade auf einer einsamen Insel mit Chatroulette als einigstem Kontakt zur Außenwelt festsitzt, dem sei dringend von diesem neuen Trend abgeraten. Verbote klingen immer reizvoll, aber denkt an meine Worte…
Der Soldat von heute, hat einen eigenen Blog, twittert was das Zeug hält und hält via Facebook seine Liebsten daheim immer auf dem Laufenden. Diese neuen Kommunikationsformen wurden einem israelischen Soldaten jetzt zum Verhängnis. Dieser fand sich nämlich vor dem Militärgericht wieder, weil er gedankenloser Weise auf seiner Facebook-Seite die geplante Großrazzia in einem palästinensischen Dorf offenherzig ankündigte.
Keine ganz neue Problematik, mit der sich vor allem das Militär in Zeiten von Facebook und Co. konfrontiert sieht. Geheimhaltungsstufe: Null. Verbote, Zensur oder armeeinterne Netzwerke scheiterten und sahen gegen die etablierten Netzwerke alt aus. Allerdings übernehmen die neuen Kommunikationsformen mittlerweile im Bereich der Armee-PR eine zentrale Rolle ein: Denn nichts ist im Vergleich zu einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums glaubwürdiger, als der Facebook-Eintrag eines Soldaten. Dennoch sperrt das Pentagon vor wirklich geheimen Aktionen sämtliche Zugänge zu sozialen Netzwerken. Sicher ist sicher.
Aber wir alle wissen ja seit Watzlawick, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Daher dürfte der Feind ohnehin stutzig werden, wenn das emsige Geblogge schlagartig verstummt. Der betroffene Soldat kam übrigens mit einer 10-tägigen Haftstrafe davon und darf an Kampfeinsätzen künftig nicht mehr teilnehmen. Der Ärmste.
Unser Stellenportal Jobware lud gemeinsam mit der Fachzeitschrift W&V am 12.November zum Workshop „Crossmediales Recruiting von Fach- und Führungskräften“ in München ein. Personalexperten diskutierten dabei angeregt über aktuelle Trends im Recruiting und die Zukunft des Personalwesens.
Die Fachleute erwarten in den nächsten Jahren eine zunehmende Abwanderung großer Teile der Bevölkerung in die Ballungsgebiete und eine Verschärfung des Fachkräftemangels. Bis 2020 wird das deutsche Erwerbspersonenpotential sogar um eine Million Menschen zurückgehen. Die Wirtschaft soll daher schon jetzt Wege finden, um den Nachwuchs für sich zu interessieren. Laut Prof. Dr. Christoph Beck sind Krisenzeiten geradezu ideal, um als Arbeitgeber bekannt zu werden, schließlich steigt in dieser Zeit auch das Interesse der Bewerber.
Und wo funktioniert Imagebildung bei der Net Generation besser, als im Internet? Neben klassischen Print- und Onlineanzeigen müssen Arbeitgeber ihre Angebote für mobile Endgeräte zugänglich machen. Wenn es darum geht, sich als attraktive Arbeitgebermarke zu etablieren, rücken natürlich auch soziale Netzwerke und emotionale Imagevideos via YouTube immer mehr in den Fokus.
Bleibt für uns Studis nur zu hoffen, dass sich möglichst viele Arbeitgeber diesen Rat zu Herzen nehmen. Denn wer würde nicht liebend gerne direkt nach dem Abschluss von allen Seiten umgarnt werden …
Peinliche Partyfotos auf StudiVZ oder Facebook können schnell zum beruflichen K.O.-Kriterium werden, denn auch hier suchen Personalchefs nach den Bewerbern. Das ist so weit für Studenten sicher nichts Neues. Man kann den Spieß aber auch umdrehen. Mithilfe einiger Tricks und Kniffe ist es möglich, das Web 2.0 für die eigene Online Reputation und damit gewinnbringend für die Karriere einzusetzen.
Laut selbstmarketing-praxis.de sollte das Ziel zunächst sein, von Google gefunden zu werden und das natürlich mit guten Einträgen. Da die meisten von uns jedoch keine eigene Website oder einen Blog betreiben, sind die Ergebnisse meist enttäuschend. Vor allem bei Allerweltsnamen findet man sich schnell irgendwo in einer langen Liste von Physiotherapeuten oder Klempnern wieder.
Einfache Abhilfe schafft das Business-Netzwerk XING. Die Atmosphäre ist bei weitem nicht so locker wie in StudiVZ, weshalb es viele einfach langweilig finden. Auch wenn es vor dem Berufseinstieg schwierig ist, hier viele Kontakte zu finden und es keinen Buschfunk oder Fotogalerien eurer Freunde zu bewundern gibt, kann ein Profil bei XING Nutzen bringen. Denn wie der Focus berichtet, suchen fast zwei Drittel der Arbeitgeber in sozialen Netzwerken nach interessanten Kandidaten. Wer sich diese Chance nicht entgehen lassen will, nimmt sein Personal Branding bewusst selbst in die Hand.
Erste Schritte in die richtige Richtung sind schnell gemacht: Bei XING hinterlegt man unter anderem Stationen seines Lebenslaufs. Das Profilfoto sollte in der Qualität möglichst einem Bewerbungsfoto nahe kommen. Weiterhin könnt ihr über verschiedene Gruppen-Mitgliedschaften eure Interessen zeigen oder in dem Feld „Über mich“ eure Persönlichkeit und Stärken darstellen. Wenn ihr im Internet auch auf Blogs, Communities oder Social-Bookmarking-Diensten unterwegs seid und diese Auftritte euer positives Bild unterstreichen, könnt ihr diese über XING verlinken. Nehmt euch genügend Zeit bei der Profilerstellung und behandelt sie genauso sorgfältig wie jede Bewerbung. Denn ein vollständiges und aktuelles Profil beweist Professionalität und Offenheit. Macht dann die zentralen Punkte des Profils öffentlich zugänglich, damit es auf Google zu finden ist. Wer etwas mehr Zeit investieren will, kann darüber hinaus zum Beispiel aktiv twittern, in Weblogs mit diskutieren oder Mitglied von Newsgroups werden. Die wichtigste Regel ist aber immer, dass ihr nur solche Sachen unter eurem Namen veröffentlicht, die ihr auch vor eurem Chef sagen würdet.
Übrigens könnt ihr eure Suchergebnisse über die Personensuchmaschinen Yasni oder 123people noch gezielter beeinflussen als bei Google. In einem kostenlosen Profil kann man alle eigenen Web-Präsenzen zusammenfassen und so Verwechslungen mit Namensvettern verhindern. Ein Premium Account bei Yasni garantiert euch für 4,95 € monatlich, dass ihr bei einer Suche nach eurem Namen zusätzlich als VIP ganz oben in der Liste auftaucht.
Ich persönlich habe zwar noch kein Jobangebot über XING bekommen, kenne aber Leute, die damit ihre Karriere ankurbeln konnten. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich schon vor dem Einstieg in das Berufsleben zumindest Gedanken über seine Online-Präsenz zu machen. Online Reputation gewinnt immer mehr an Bedeutung und früher oder später muss einfach jeder mit einsteigen.


