Keine Woche vergeht, in der man nicht etwas Neues über Facebook liest. Diesmal macht aber zur Abwechslung mal kein Datenskandal die Runde, sondern eine Aktion, die Menschen auf der ganzen Welt ein Ohr schenkt. Neuerdings verfolgt Marc Zuckerberg eine Mission: Er möchte mit der Website Facebook-Stories die Welt offener machen und zeigen, wie Social Media unsere Gesellschaft verändert. Jeder kann dort seine persönliche Facebook-Geschichte erzählen. Offensichtlich gibt es tatsächlich viele Menschen, die darüber ihre große Liebe oder einen vermissten Menschen gefunden haben.
Meine persönliche Lieblingsgeschichte: Facebook hat eine vermisste Stoffkatze wieder zu ihrem Besitzer finden lassen. Mitte Juli hatten Mitarbeiter eines Lokals in England das Schmusetier gefunden und für es die Facebook-Seite "I'm lost. Help me find my family" gegründet. Ein paar Wochen lang schien der Kleine eine Menge Spaß bei den großherzigen Briten zu haben. Er wurde zum Medienstar, kam ins Fernsehen und hat mittlerweile fast 10.000 Facebook-Freunde. Gestern kam dann die freudige Nachricht: Das Kätzchen kann nachhause zu seinem besten Freund, dem kleinen Ned gehen. Eine bewegende Geschichte für jeden, der selber mal Kind war. Ned wird ab sofort sicher besser auf sein Kuscheltier aufpassen. :) Mal sehen, wann die ersten Kinderbuchautoren sich diesem Thema widmen ...
Unsere Großeltern haben es ja schon lange geahnt: Studenten sind heutzutage egoistischer als vorhergehende Generationen. So zumindest lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Michigan, die 72 Einzelstudien der letzten 30 Jahre auswertete. Danach empfinden amerikanische Studenten heute viel weniger Mitgefühl als noch im Jahre 1979 - das Einfühlungsvermögen ist um 40 Prozent gesunken. An der Bezeichnung "Generation Ich" ist also vielleicht doch etwas Wahres dran ...
Es mag ja sein, dass das auch hierzulande so ist. Interessant sind aber vor allem die Gründe, die als Auslöser für diese negative Entwicklung vermutet werden. Einerseits müssen wieder mal die Medien herhalten. Allen voran die Gewalt in Medien, denn die klingt als Sündenbock ja meistens erstmal plausibel. Studien, die einen derartigen Zusammenhang nachweisen, würde ich gerne mal sehen. Dass außerdem die enorme Informationsflut etwas mit der Selbstsucht zu tun haben soll, kann ich mir nun wirklich nicht erklären.
Noch absurder ist allerdings die Begründung, dass soziale Netzwerke die zwischenmenschliche Kommunikation dauerhaft verschlechtern. Aber ganz ehrlich: Nur, weil man in einem Online-Chat nicht immer antworten muss, würde sich doch niemand so in einem realen Gespräch verhalten.
Einzig zustimmen kann ich der Annahme, dass der zunehmende Leistungsdruck und Wettbewerb unter den Studenten den Egoismus fördert. Jeder ist sich selbst und seinem Lebenslauf der nächste - auch in Deutschland ist das bestimmt nicht erst seit Bologna so.
Ich glaube, viele Absolventen und Studenten sind es leid, tonnenweise Bewerbungen zu schreiben und den Personalern Honig um den Mund zu schmieren. Im Zeitalter von sozialen Netzwerken kann sich der Spieß ja ruhig mal umdrehen. Na gut, mit XING oder der Bewerbergalerie von Jobware ist das vielleicht in den Bereich des Möglichen gerutscht. Aber mal ehrlich, die Bude rennen sie uns noch lange nicht ein, oder? Da gehört wohl erstmal auch ein großes Quäntchen Praxiserfahrung dazu – genau das, wovon die meisten Studenten noch träumen.
Das Prinzip "Unternehmen bewerben sich bei dir" hat der arbeitsuchende Designer Brett Rounsaville aus Kalifornien jetzt weiterentwickelt. Er schreibt einen internationalen Wettbewerb aus, in dem er sich als der beste Angestellte der Welt anpreist. Bis zum 23. April können sich Arbeitgeber auf seiner Website mit einem Video bewerben. Ob Brett wirklich der großartigste Angestellte der Welt ist, sei dahin gestellt. Aber dem Gewinner-Unternehmen verspricht er ja auch nicht nur seine Arbeitskraft, sondern zusätzlich eine extra Portion Publicity: Brett wird fleißig Videos drehen und viermal die Woche über seine Erfahrungen bloggen. Daneben soll das Ganze über verschiedene Social-Media-Kanäle breitgetreten werden und sogar das amerikanische Fernsehen hat schon Interesse angekündigt.
Man könnte meinen, aufstrebende Unternehmen weltweit würden sich diese Chance auf Employer Branding nicht entgehen lassen. Danach sieht es für mich leider noch nicht aus: Brett hat gerade mal 373 Follower auf Twitter und in der Rubrik "Job Entry" findet sich nur ein einziger Eintrag. Ich wünsche ihm trotzdem Glück und bewerbe mich weiterhin lieber auf den üblichen Wegen ...
Normalerweise meckert man über seinen Job, Arbeitskollegen oder was einen sonst so nervt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Anders geschehen bei einer jungen Frau aus Großbritannien. Diese lästerte via Facebook ordentlich ("Ich hasse meinen Job…") über ihren Chef und ihre Arbeit ab und war dabei nicht gerade zimperlich.
Was sie dabei nicht bedacht hat, war, dass ihr Chef in ihrer Freundesliste aufgeführt war.Dumm gelaufen für die Frau, denn sie verlor prompt ihren Job. Ihr Chef benutzte das gleiche Medium wie sie und teilte ihr mit, dass Sie am nächsten Tag nicht mehr zur Arbeit erscheinen brauche.
Auch andere sind schon durch das Äußern ihrer Meinung im Netz in Schwierigkeiten geraten. So wurde eine Frau in den USA aufgrund ihres Twittereintrages auf 50.000 € Schadensersatz verklagt. Diese beschwerte sich in einem Tweet über Schimmel in ihrer Wohnung und die Untätigkeit der Immobilienfirma in dieser Angelegenheit. Die Immobilienfirma klagte daraufhin gegen diese angeblich "falsche" und "verleumderische" Meldung.
Überlegt euch vorher genau welche Information ihr wann, wem und wo preisgebt, sonst können soziale Netzwerke auch schnell zum Karriere-Killer werden oder anderen Schaden nehmen.
Die Ehefrau vom neuen Geheimdienst-Chef Sir John Sawers, nach der vor kurzem noch kein Hahn krähte, ist jetzt in aller Munde. Sie hat allerdings nicht durch Nacktfotos auf sich aufmerksam gemacht, wie sonst bei Unbekannten üblich, sondern durch eine ziemlich naive und dämliche Facebook-Entblößung (die in puncto Peinlichkeit, den Nacktfotos allerdings schon sehr nahe kommt). Sie schien nämlich bis vor kurzem eine begeisterte Facebook-Nutzerin gewesen zu sein und plauderte nach allen Regeln der Kunst Privates aus und lud jede Menge Fotos hoch.
Dass sich so ein Hobby nicht besonders gut mit dem Beruf ihres Mannes verträgt liegt irgendwie auf der Hand. Wenn dann noch peinliche Fotos von Familienfeiern und dem letzten Badurlaub ins Spiel kommen, auf denen man den Ober-Spion in Badhose am Strand Frisbee spielen sieht…na dann gute Nacht. Mich würde mal interessieren, ob sich die designierte Spionsgattin von ihrem Mann eine schöne Standpauke anhören durfte. Aber das erfährt man, Facebook sei Dank, bestimmt bald auf ihrer Seite.
Laut einer neuen Studie ist jetzt bewiesen, dass das Internet die Kommunikation der jüngeren Generationen verändert. Die Jugend von heute hat gerade mal entdeckt, wie es das Internet anbekommt und schon geht das virtuelle Netzwerk um sich. Die Freunde treffen sich heute dann nur noch im virtuellen Raum und reden über aktuelle Themen, wie Schule, Freunde und Hobbys und die emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten verkümmern dabei.
Laut der Studie halten nur noch 36 Prozent der 14- bis 19-Jährigen das persönliche Gespräch für die beste Art der Kommunikation, doch für die meisten anderen ist es einfacher sich über das Internet auszutauschen. Von vielen Leuten will man ja auch im realen Leben nicht alles wissen, also ist diese Art der virtuellen Begegnung genau das Richtige, wenn man sich nur über bestimmte Gedanken austauschen möchte. Die Gefahr besteht bei der mangelnden Aufsicht der Jugend, die nicht von Lehrern oder Eltern vorgenommen werden kann und auch das Internet kann ein Kind nicht erziehen. Bereits 37 Prozent der Befragten gaben an, auch schon einmal eine Person übers Internet gemoppt zu haben. Es ist so einfach geworden, die Pinnwände von Mobbingopfern mit Beleidigungen zu beschmieren oder neue Profile im fremden Namen anzulegen.
Eine andere Gefahr stellt die Internetsucht dar, denn viele User können gar nicht mehr ohne die Funktionen des Internets leben. Sie müssen immer zeitnah ihre Mails abrufen, ihren Highscore bei Computerspielen verbessern und auf ihre Profile in diversen Netzwerken zugreifen können, sonst fehlt ihnen etwas. Da bleibt mir zum Schluss nur noch den weisen Helge Schneider zu zitieren, der in einem seiner Sketche bereits sagte: „Die Eltern setzen ihren Säugling vor den PC, der das Kind auch zitzt“. Und so ist es auch, die Kinder wachsen einfach mit dem Computer auf und brauchen ihn für ihr Leben.
Das US-Unternehmen Facebook hat versucht gegen das deutsche Unternehmen studiVZ eine Plagiatsstrafe durchzusetzen. Facebook wollte die Bildschirmoberfläche von studiVZ verbieten lassen, da es meinte studiVZ hätte die Gestaltung der Facebook-Webseite in unlauterer Weise nachgeahmt und habe sich illegale Quellcodes der amerikanischen Netzwerk-Plattform besorgt.
Das Landgericht Köln wies die Klage vom Unternehmen Facebook ab, da trotz Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Communities keine unlautere Nachahmung von studiVZ vorliege. studiVZ gibt es in Deutschland schon seit 2005 und die deutsche Version von Facebook ist erst 2008 auf den Markt gelangt, womit ihre Bekanntheit in Deutschland anstieg. studiVZ hatte also keinen Grund eine noch wenig bekannte Plattform in Deutschland nachzuahmen.
Die beweislosen Vermutungen der US-Firma waren vor Gericht also haltlos und konnten den deutschen Konkurrenten studiVZ nicht vom Markt drängen.
Soziale Netzwerke haben ja so ihre Tücken. Aber für eine Angestellte einer Versicherungsfirma endete der Besuch auf Facebook mit der Kündigung. Nachdem sie sich wegen Migräne krank gemeldet hatte, entdeckte ihr Arbeitgeber, dass sie trotz Krankheit auf Facebook unterwegs war. Daraufhin flatterte ihr kurzerhand die Kündigung ins Haus, mit der Begründung, dass jemand der surfen kann auch arbeiten könnte und dass das Vertrauensverhältnis deshalb zerstört sei.
Meiner Meinung ist das Verhalten der Angestellten auch ein bisschen fahrlässig, schließlich weiß man doch, dass man dort jederzeit gesehen werden kann. Wenn man schon surfen muss, dann doch anonym. Und wenn man bei starker Migräne nicht zur Arbeit erscheinen kann, weil man dort am Computer arbeiten muss, dann dürfte das Surfen am heimischen Computer auch nicht gerade zur Genesung beitragen.
Man kann natürlich nicht ahnen, dass der Arbeitgeber gleich zu so drastischen Maßnahmen greift, aber fahrlässig ist es trotzdem. Die Angestellte wirft der Firma vor, sie mit Hilfe eines unechten Accounts, dessen Freundschaftseinladung sie kurz zuvor angenommen hatte, ausspioniert zu haben. Ziemlich naiv das Ganze. Da muss man sich auch nicht wundern, wenn nachher das böse Erwachen kommt. Wer sich also das nächste Mal krank meldet, der sollte sich genau überlegen, was er tut oder lieber lässt. Denn die Kündigung des Arbeitsplatzes ist ein Facebook-Besuch nun wirklich nicht wert.


