Die Stelleanzeigen so mancher Unternehmen versprechen attraktive Karrieremöglichkeiten und ein tolles Arbeitsumfeld. Die Realität sieht dann oft aber anders aus. Wer dann auch noch bestimmte Firmen im Netz sucht, liest darüber ganz andere Dinge. Einige Mitarbeiter hinterlassen auf diversen Plattformen immer mehr Erfahrungsberichte über ihre Arbeitgeber. Berichte, die einige Unternehmen in keinem guten Licht darstellen.
Ob Mobbing oder Bahnhofsatmosphäre im Großraumbüro bis hin zu versprochenen Karrierechancen, die aber nur mit Vitamin B möglich sind – der Trend zu mehr Transparenz wächst. Dank vieler Bewertungsforen wie beispielsweise Kununu oder meinpraktikum.de, lassen sich schlechte Arbeitsbedingungen immer weniger vertuschen. Auf diesen Portalen werden Unternehmen völlig anonym bewertet wie anderswo Hotels oder Bücher.
Für viele Bewerber eine gute Möglichkeit, sich über eine Firma zu informieren und schon vorab die negativen Aspekte zu sehen. "Jeder vertraut einer persönlichen Einschätzung mehr, als einem offiziellen Statement", betont Robindro Ullah, Experte für Social Media bei der Deutschen Bahn. Viele Unternehmen versuchen daher auch, recht offen mit ihren Bewertungen umzugehen, wie zum Beispiel die Otto Group. Sie präsentiert sich auf ihrer Homepage sogar mit dem Logo von Kununu und fordert ihre Mitarbeiter und Praktikanten dazu auf, Bewertungen zu schreiben.
Da auch im Internet das Recht auf freie Meinungsäußerung besteht, ist es für Unternehmen auch nur sehr schwer, gegen diese Bewertungsportale vorzugehen, es sei, denn Vorgesetzte werden namentlich genannt oder niveaulose Schimpfwörter häufen sich. Dann werden diese Beiträge meist aber auch von den Plattformen selbst schnell gelöscht.
Stoppen können Firmen diesen Trend jedenfalls nicht. Sie sollten vielmehr versuchen, für positive Kritik zu sorgen, keinesfalls aber Druck auf ihre eigenen Mitarbeiter auszuüben und sie regelrecht zu zwingen, positive Bewertungen zu hinterlassen.
Hand aufs Herz, würden Sie sich freiwillig und öffentlich als Mittelmaß bezeichnen? Oder zählen Sie sich zu jenen, die besser sind als der Rest? Wenn ja, geht es Ihnen wie 94 Prozent der Collegeprofessoren in den Vereinigten Staaten, die glauben, dass sie ihre Arbeit besser machen als ihre Kollegen. Und jeder vierte Student ist der Meinung, zum leistungsfähigsten einen Prozent der Studierenden zu gehören. Dabei müsste jedem einleuchten, dass diese Selbsteinschätzung schon allein aus statistischen Gründen schlichtweg falsch ist. Fakt ist, dass Talent und Intelligenz normal verteilt sind. Das gilt für die akademisch Welt wie auch den Rest, mit anderen Worten: sie gehören zum Mittelmaß.Mittelmaß bedeutet Durchschnitt, z. B. beim IQ - der liegt bei 100. Der Großteil bewegt sich zwischen 85 und 115, alles darüber oder darunter beläuft sich auf zwei bis fünf Prozent. Obwohl wir alle demnach größtenteils Mittelmaß sind, haben wir Probleme damit uns dazu zu bekennen. Man sollte Mittelmaß nicht mit Mittelmäßigkeit verwechseln. Mittelmäßigkeit bedeutet, dass man durchaus Besseres leisten kann. Mittelmäßigkeit ist demnach das Resultat von Trägheit und mangelndem Leistungswillen. Mittelmaß hingegen kann das Ergebnis großer Anstrengung sein, die aber an ihre natürlichen Grenzen stößt.
Die besten Voraussetzungen, um erfolgreich zu arbeiten, bestehen in Fleiß, Durchhaltevermögen und Gewissenhaftigkeit - und zusätzlich einer Menge Frustrationstoleranz. Zu diesem Schluss kommt die Intelligenzforscherin Elsbeth Stern, Professorin für Lehr-Lern-Forschung an der ETH Zürich: "Für die meisten Anforderungen auch im akademischen Bereich muss man kein Überflieger sein, und ein Weniger an Intelligenz kann durch ein Mehr an Fleiß ausgeglichen werden."
Auch Firmen suchen für ausgeschriebene Positionen kaum Mittelmaß, zumindest wenn man die Anzeigentexte durchliest, obwohl für die meisten Positionen in Wirtschaft und Verwaltung überhaupt keine überdurchschnittliche Qualifikation verlangt wird. Auch anderenorts wird bereits ein Ende des Geniekults bei (US)-Firmen gefordert. In seinem Blog auf der Website der „Harvard Business Review“ propagiert der US-Bestsellerautor William C. Taylor, dass gute Teams wichtiger sind als Superstars. Die vielen Kommentare zu seinen Blog-Einträgen zeigen, dass seine Thesen wahrgenommen bzw. diskutiert werden.
Was bedeutet das jetzt alles? Wir sollten uns von dem knallharten Eliten-Gedanken verabschieden - obwohl wir Eliten natürlich weiterhin brauchen - und das Mittelmaß mehr schätzen lernen. Unsere Gesellschaft ist auf Mittelmaß aufgebaut, unser wirtschaftlicher Erfolg fußt zum großen Teil auf Mittelmaß, einem fleißigen, gut ausgebildeten Mittelstand von Fachkräften, die in normalen Schulen und Universitäten ausgebildet worden sind. So gesehen ist Mittelmaß alles andere als mittelmäßig.
Director of Human Resources, Customer Adviser, Junior Clerk oder Sales Representative – welche Berufe stecken dahinter? Diese Frage stellen sich viele Bewerber, die momentan auf der Suche nach einer festen Position sind. "Die Namensbildung geht zu sehr danach, was sich gut anhört", erklärt Reiner Pogarell, Leiter des Instituts für Betriebslinguistik in Paderborn.
International gültige Standards für Stellenausschreibungen gibt es bislang noch nicht. Viele Bewerber möchten hier aber vielmehr Klarheit darüber und ziehen deshalb deutsche Berufsbezeichnungen den Englischen vor. "Sie möchten verstehen, um welche Tätigkeit es sich handelt", sagt Joachim Gerd Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. Zudem werde in den meisten Stellenanzeigen zu viel vorausgesetzt: "Standard ist heute die Maßgabe: fließend Englisch in Wort und Schrift", betont Pogarell. In der Praxis sind viele Anforderungen gar nicht erforderlich, selbst wenn ein Unternehmen sogar international tätig ist.
Bewerber sollten sich jedoch nicht von der teils verwirrenden Welt der Berufsbezeichnungen einschüchtern lassen. Wichtig ist es, eine Stellenanzeige immer genau zu lesen. Wenn man sich dort wiederfindet ist das ausschlaggebend genug, sich auf diese Stelle zu bewerben. Übersichtliche Stellenangebote findet ihr auf www.jobware.de.
Eigentlich sollte man sich nicht auf Sterne und Horoskope verlassen. Einige Unternehmen wählen ihre Mitarbeiter allerdings nicht nach ihrer Qualifikation, sondern nach ihrem Sternzeichen aus. Neben Fremdsprachenkenntnissen, Berufserfahrung und Ausbildung werfen Firmen einen Blick auf Sternzeichen, die bislang die besten Ergebnisse lieferten. So sorgte eine Stellenanzeige in einer Salzburger Zeitung für Aufregung, die unter anderem Steinböcke, Stiere und Löwen für den Verkauf von Finanzprodukten suchte.
Trotz großer Aufregung gilt dieses Auswahlkriterium als nicht diskriminierend. "Wenn ich mich als Unternehmen jetzt an bestimmte Sternzeichen richte und sage: Ich will beispielsweise nur Fische haben, dann ist davon auszugehen, dass innerhalb dieser Gruppe von Menschen, die im Sternzeichen Fische geboren sind, Alte und Junge sind, Frauen und Männer etc", erklärt Angela Riegler, Arbeitsrechtsexpertin in der Arbeitskammer Salzburg. Ihrer Auffassung nach sei dieses Verfahren zwar eine Einschränkung, jedoch keine Diskriminierung. Wenn schließlich ein gewisser Charakter gefragt ist, könnte das Sternzeichen von großer Bedeutung sein.
So gilt der Wassermann zum Beispiel als erfinderisch, der Steinbock als ehrgeizig. Ärgerlich ist es, wenn ein Bewerber genauso gut qualifiziert wäre wie beispielsweise ein gesuchter Steinbock, den Job aber leider nicht bekommt, weil er am falschen Tag geboren ist und deshalb auch das falsche Sternzeichen hat. Daher können Bewerber nur hoffen, dass sich dieses Verfahren nicht durchsetzt.
Egal was in den Sternen steht, bei Jobware findet ihr ganz sicher die passende Stelle für jedes Sternzeichen.
Auf die grenzenlose Freude folgte die eingrenzbare Ernüchterung. Das Vorstellungsgespräch in einem mittelständischen Unternehmen ist leider nicht so gut gelaufen. Schon als ich in dem Unternehmen angekommen bin und mich am Empfang gemeldet hatte, überkam mich ein ungutes Gefühl.
Vielleicht war die extrem blond eingefärbte Empfangsdame daran schuld. Irgendwie sah die aus, als wäre sie auf der Sonnenbank im Solarium eingeschlafen und anschließend in ihren Schminkkoffer gefallen. Naja, Seriosität hin oder her, diese Frau war unfreundlich und mir total unsympathisch und ich fragte mich, welche Art von Mitarbeitern hier gesucht wird ... . Als ich dann zur Personalchefin geführt wurde und ihr die Hand gereicht habe, wusste ich sofort, hier möchte ich nicht arbeiten.
Sowas von oberflächlich und arrogant, dass habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Dann sagte sie mir auch noch, dass die Stelle eigentlich schon intern besetzt wurde. Ich fragte höflich nach, warum ich dann eigentlich eingeladen wurde und sie erzählte mir irgendetwas von einer Statistik und dass die offenen Stellen grundsätzlich auch extern ausgeschrieben werden müssen. Ich war schockiert, packte meine Sachen und verließ sofort dieses Unternehmen. Was für ein Reinfall! Ich war so wütend und enttäuscht, denn das wäre die perfekte Stelle gewesen.
Bereich "Controlling", unbefristet und in unmittelbarer Nähe. Aber ob ich in dieser Unternehmensphilosophie glücklich geworden wäre, wage ich zu bezweifeln. Diesen Zirkusverein muss ich jetzt erst einmal verarbeiten. Es kann eigentlich nur noch besser werden.
Eure Katrin
Viele Stellenanzeigen klingen beim ersten Lesen sehr imposant. So gibt es den Chairman of the Supervisory, den Environment Improvement Technician, den Technical Horticultural Maintenance Officer und noch viele andere Bezeichnungen, die Reaktionen von Kopfschütteln bis Erfurcht auslösen. Aber der Schein trügt! Denn hinter den imposanten Bezeichnungen stecken oft ganz einfache Berufe: So kann sich der Zeitungsbote nun Media Distribution Officer nennen und der Fensterputzer darf von sich behaupten, als Vision Clearance Engineer tätig zu sein, und der Müllmann arbeitet als Waste Removal Engineer.
Was modern und international klingt, ist jedoch nicht immer gut. So fand das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) heraus, dass die meisten Berufseinsteiger Anglizismen im Job ablehnen und lieber wissen wollen, was hinter der Bezeichnung steckt. Fast alle Befragten waren sich einig, dass sie sich nicht mehr für den Beruf interessieren, wenn sie mit dem Jobtitel nichts anfangen können.
Um auf die Frage vom Anfang zurück zu kommen: wer hätte gedacht, dass sich hinter Bezeichnung Foot Health Gain Facilitator ein Fußpfleger verbirgt … . Und wer von skurrilen Jobbezeichnungen nicht genug bekommen kann, der kann sich mit dem Bullshit Job Title Generator seine ganz eigenen Jobtitel generieren lassen.
Wer diesen Job bekommt, ist wohl auch der glücklichste Arbeitnehmer der Welt. Weißer Strand, kristallklares Wasser, exotische Unterwasserwelt, Sonne satt und Entspannung pur. Eigentlich gibt es so was ja nur in unseren Vorstellungen und wir glauben, das alles sei nur ein Traum. Doch nun ist es amtlich geworden, an diesem Ort kann man auch arbeiten (wenn man das so nennen will).
Es wird nämlich ein Insel-Ranger für die Inseln im Great Barrier Reef in Australien gesucht. Seine Aufgabe wird es sein, die atemberaubenden Inseln, das Riff und die Strände zu erkunden und darüber ein Video- und Online-Tagebuch zu führen. Er soll damit potenzielle Touristen auf das schöne Fleckchen Erde aufmerksam machen und Tourism Queensland bekannter machen. Als Gegenleistung erhält er ein halbes Jahr traumhaften Luxus. Wohnen wird er wie ein Inselkönig im Appartement Blue-Pearl auf Hamilton Island mit drei Schlafzimmern, exquisiter Einrichtung und einem atemberaubenden Blick über die Inseln. Außerdem stehen ihm Pool, Sonnenliege und große Balkone mit wundervollem Blick zur Verfügung. Das coolste ist, dass ihm zur Inselerkundung sogar ein eigener Golf-Buggy zusteht.
Und jetzt kommt das Beste, auch wenn das bisher Beschriebene kaum zu toppen ist, haltet euch fest: die Entlohnung für den besten Job der Welt beträgt pro Monat ca. 6.500€ und die Unterkunft und Verpflegung gibt’s extra oben drauf. Also wenn das kein Grund ist, alles liegen und stehen zu lassen und sich sofort zu bewerben und die beste Zeit seines Lebens zu verbringen.
Einen Haken gibt es vielleicht nur in der Auswahl der Bewerber. Du bist einer von vielen Tausenden, der sich auf die unglaubliche Stelle bewirbt. Also lass dir für dein Bewerbungsvideo etwas noch Besonderes einfallen, damit du schon mal nach dem 22. Februar in die Top 50 kommst und dann ist es nach langem Verfahren vielleicht am 1. Juli dein Traum, den du erleben darfst.


