Den Ausdruck "ewiger Student" verwendet man ja eigentlich im Zusammenhang mit den Kollegen bzw. Kolleginnen, die auch im 20. Semester noch fröhlich über die Uni Flure schlendern und die vermutlich auch nie etwas anderes tun werden. Nicht so an der Ruhruniversität Bochum. Dank des umherschwirrenden Geistes eines toten Studenten, bekommt dieser Ausdruck hier eine völlig neue Bedeutung. Die “Bild”- Zeitung berichtete bereits am Dienstag davon, dass an der Ruhruniversität Bochum (RUB) ein echter Geist sein Unwesen treibt. Dieser hört auf den schönen Namen “Hajo”, bei dem es sich um einen ehemaligen Studenten handelt, der mit seiner Doktorarbeit in den 70-er Jahren begonnen hatte, in den 90-er Jahren allerdings immer noch nicht damit fertig war. Hajo wollte einfach immer die neuesten Aufsätze verarbeiten, und kam wegen der schnellen Anhäufung des Stoffes nie zu einem Ende. Er verlor seine Wohnung und starb verarmt und einsam. Fehlende Motivation kann man Hajo auch nach seinem Tod nicht vorwerfen, denn seit diesem Tag spukt er durch die Treppenhäuser, Flure und Hörsäle der Ruhruniversität Bochum.
Die ganze Geschichte hat übrigens durchaus einen "wahren" Hintergrund, denn laut Pressesprecher Arne Dessaul, hat es Hajo wirklich gegeben. Für Dirk Sondermann vom Institut für Erzählforschung im Ruhrgebiet, ist die Spukgeschichte zudem nichts ungewöhnliches. Ähnliche Geschichten gäbe es in vielen Universitäten auf der ganzen Welt.
Ich persönlich habe leider keine Geistergeschichte auf Lager, wer von euch jedoch schon einmal einen Geist angetroffen hat und diese Erfahrung gerne mit uns teilen würde, kann dies hier gerne tun. Die spannendsten Geschichten werden dann an die "Bild"-Zeitung weitergeleitet.
Tja, wo es bei uns ganz danach aussieht, als würde der Geldbeutel demnächst öfter wieder etwas voller sein, ist in good old England ganz das Gegenteil wohl der Fall. Britische Studenten sollen künftig nämlich kräftig draufzahlen. In einem aktuellen Guthaben fordern Experten eine deutliche Erhöhung der Studiengebühren. Man kann ohnehin nicht gerade davon reden, dass ein Studium in England und Wales besonders "günstig" wäre (ein Studium kostet hier bis zu 4000 Euro / 3290 Pfund pro Jahr), die Reformkommission schlägt in ihrem Abschlussbericht allerdings vor, diese Obergrenze für Studiengebühren abzuschaffen. Das heißt mit anderen Worten, es soll keine finanzielle Obergrenze mehr an britischen Universitäten geben. Jede Hochschule könnte selbst entscheiden kann, wie hoch denn die Studiengebühr sein soll. Gute Aussichten nenne ich das!
Grund für die drastischen Erhöhungen der Studiengebühren sind fehlende Steuergelder und genau diese fehlenden Steuereinnahmen, sollen nun also auf die Studierenden umgeschichtet werden. Da man sich in England gleichzeitig natürlich aber Sorgen um die Anzahl der zukünftigen Studenten macht, sollen ab 2012 dann auch neue Kreditmodelle eingeführt werden. Super Sache eigentlich, wären da nicht die 5,5 Prozent Zinsen pro Jahr, welche man zu zahlen hat. Waren Kredite bisher noch zinsfrei, muss jeder Absolvent, der später mehr als 24.000 Euro im Jahr verdient, sowohl für die entstandenen Schulden als auch die Zinsen aufkommen.
Jetzt kann man wieder lange über für und wider dieser neuen Regelung sprechen, ob es funktioniert oder nicht, wird man allerdings erst in einigen Jahren wissen. Die Dozentengewerkschaft University and College Union (UCU) sowie die Liberaldemokraten sprechen sich zudem deutlich gegen eine Erhöhung von Studiengebühren aus, das letzte Wort ist also auch noch nicht gesprochen. Das Thema bleibt also (ähnlich wie bei uns) wohl erstmal eine Weile interessant ...
Gestern Abend einigten sich Bundesrat und Bundestag: 13 Euro soll jeder BAföG-Berechtigte nun mehr erhalten. Rückwirkend zum 1. Oktober tritt die Erhöhung von rund zwei Prozent in Kraft. Somit liegt der aktuelle Höchstsatz bei 670 Euro. Zudem soll der Kreis der BAföG Empfänger weiterhin steigen.
Bundesweit haben sich die Studentenwerke immer wieder für eine Erhöhung eingesetzt: "Ein starkes BAföG bietet Studierwilligen Anreize, ein Studium aufzunehmen, und vermindert das Risiko, dass das Studium aus Geldnot abgebrochen wird", hieß es bei der Jahresversammlung der 150 Studentenwerk-Delegierten in Dresden. Schließlich soll der Zuschuss die breite Bevölkerungsschicht erreichen und auch weiterhin das zentrale Instrument der Studienfinanzierung sein, hieß es weiter.
Derzeit erhält ein Viertel der knapp 25 Millionen Studenten BAföG. Zuletzt wurde der Höchstsatz Anfang 2008 um acht Prozent erhöht. Laut Spiegel Informationen sollen zudem die Einkommensfreibeträge um drei Prozent angehoben werden, um den Kreis der Empfänger zu vergrößern. Die Frage bleibt letztendlich nur, ob sich 13 Euro im Portemonnaie der Studenten erheblich bemerkbar machen.
Immer mehr Leute studieren, denn heutzutage ist man ohne Studium ja schon eine Ausnahme. Doch wohin mit all den Studenten? Auf meiner Suche nach Antworten bin ich auf die Wohnrolle "Roll it" von Architekturstudenten der Uni Karlsruhe gestoßen. Hier gibt es Wohn-, Arbeits- und Sanitärbereich in einer 2,5 Meter Durchmesser und 3 Meter langen Röhre.
An sich ist die Röhre in drei einzelne drehbare Elemente aufgeteilt. Ein Element ergibt den Wohn- und Arbeitsbereich, der Mittelteil ist für die "sportliche Aktivität" nach Art eines Hamsterlaufrades sowie der Lichtsteuerung gedacht und der letzte Abschnitt bildet die Küche und die Toilette in einem. Durch das Drehen beispielsweise des Bettes wird, nach dem Verstauen der Matratze und des Bettzeugs, ein Schreibtisch mit Sitzmöglichkeit.
Das ganze Projekt kann man sich auch hier noch einmal genauer anschauen, dann wird wahrscheinlich einiges klarer :) Im Interview mit Jetzt.de erklärt der Entwickler genau, wie die Rolle funktioniert. Um zu gewährleisten, dass bei der Drehung der Elemente nicht möglicherweise Gegenstände in den Stauräumen innerhalb der Rolle zerstört werden, haben die Erfinder jeden Stauraum mit einem Gewicht versehen, sodass sich die Container innerhalb der Verkleidungen immer senkrecht zum Boden befinden.
Gefährlich finde ich jedoch, dass die Rolle alleine durch Bremsklötze gehalten auf einer Stelle stehen bleiben kann. Rein theoretisch könnten Witzbolde die Klötze stehlen und dann würde man wegrollen. Laut den Erfindern wäre das jedoch für den im Innern befindlichen Menschen kein Problem, da sich das Element drehen würde und dieser somit wenig davon mitbekommen würde. Allerdings, wie stoppt man die eine Tonne schwere Rolle, wenn diese bergab rollt?
Ist das dann wohl auch der Startschuss für eine neue Zukunftsidee? Dann dürfen wir uns wohl nicht mehr wundern, wenn Leute aus irgendwelchen runden Holzröhren klettern und geschlossen zu einer Campingdusche pilgern, denn in der Wohnrolle kann man sich schlecht bis gar nicht waschen. Zusätzlich stellen sich noch die Fragen: Wo stellt man so was hin und wie transportiert man die Rolle? Fragen über Fragen, aber man kann nie wissen was noch aus diesem einen Prototyp wird.
So, heute gibt es mal wieder Neuigkeiten, die vor allem für jetzige Bafög-Empfänger und zukünftige Studenten interessant sein dürfte. Der Bundestag hat (schon am Freitag) eine Erhöhung der staatlichen Förderung für Studenten beschlossen. Das Bafög soll künftig auf bis zu 670 Euro im Monat steigen. Die festgelegte Altersgrenze wurde von 30 auf 35 Jahre hochgesetzt (darüber lässt sich meiner Meinung nach streiten, aber nun gut ...). Leider sind Beschlüsse vom Bundestag noch lange keine Garantie für die Durchsetzung eines Vorhabens. Die Zustimmung des Bundesrates steht noch aus, zudem zeigen sich die Ministerpräsidenten einzelner Bundesländer wenig begeistert. Am Freitag wurde neben der Erhöhung des Bafög auch das Nationale Stipendienprogramm vom Bundestag (von der Koalition) verabschiedet. Hochschulen sollen künftig bis zu acht Prozent der besonders begabten Studenten mit 300 Euro pro Monat einkommensunabhängig unterstützen können. Auf den ersten Blick eine feine Sache, auf den zweiten aber dann auch schon nicht mehr so ganz. Da das Geld ja irgendwo herkommen muss, sollen Unternehmen die Hälfte der Kosten tragen und es ist noch relativ unklar, ob es auch genug Unternehmen gibt, die sich daran beteiligen wollen (Sponsoren zu finden, bleibt übrigens den Hochschulen selbst überlassen). Müßig zu erwähnen, dass die Opposition auch diesem Vorschlag von FDP und CDU eher kritisch gegenübersteht ...
Bildungsministerin Annette Schavan will mit diesen Änderungen genau dem Trend entgegen treten, welchen wir in unserem letzten Blog erst wieder angesprochen haben, nämlich einer immer größeren Ausgrenzung von Kindern aus einkommensschwachen Familien. Ob 13 Euro mehr im Monat dafür ausreichen, lasse ich mal dahingestellt. Das hieße ja immerhin eine Stunde weniger arbeiten und eine Stunde mehr lernen ...
Dass die Kluft zwischen arm und reich nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nachbarländern immer größer wird, zeigen auch die neuesten unerfreulichen Nachrichten aus den österreichischen Unis:
Nur etwa jeder fünfte Student kommt aus einer unteren sozialen Schicht, während es vor 12 Jahren noch 26 Prozent waren. Zur oberen sozialen Schicht zählt man Akademiker, die als Freiberufler tätig sind oder aber Unternehmer, die Angestellte beschäftigen. Weiterhin gehören zu dieser Gruppe Beamte bzw. Angestellte mit Leitungsfunktion. Die untere Schicht bilden die Pflichtschulabsolventen sowie Arbeiter- bzw. Angestellte ohne Führungsfunktion.
Glaubt man der "Studierenden-Sozialerhebung 2009" ist der Anteil an Studenten aus niedrigen Schichten an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen zwischen 1998 und 2009 von 26 auf 19 Prozent gefallen. Im Gegensatz dazu ist der Anteil von Studenten aus oberen Schichten konstant geblieben.
Je nach Studienrichtung gibt es dabei eklatante Unterschiede: 34 Prozent aller Medizinstudenten kommen aus einer oberen Schicht - einer niedrigen entstammen lediglich elf Prozent. Einen großen Anteil der unteren Schichten findet man, z.B. unter Theologiestudenten (31 Prozent).
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob man daraus auch Rückschlüsse auf die Situation an deutschen Universitäten ziehen kann, die Tendenz wird aber wohl die gleiche sein. Kann man nur hoffen, dass Bildung zukünftig nicht nur Sache der Reichen wird ...
Nachdem wir ("wir" ist in dem Fall Lena) vor ein paar Tagen ja schon den Eurovision Song Contest gewonnen haben und uns nun dazu anschicken, in Südafrika auch Weltmeister zu werden, kamen ein paar Studenten der Universität Münster auf die Idee, doch beides miteinander zu verbinden. Unter dem Namen „Uwu Lena“ veröffentlichten die Studenten bereits in der vergangenen Woche "Schland o Schland", ein Cover des Sieger-Songs "Satellite".
Musikverlage sind von solchen Späßen oft ja nur wenig angetan und so auch der Musikverlag EMI Music Publishing in diesem Fall. Die halten nämlich die Rechte an den Songs von Lena Meyer-Landrut. Schnell wurden Rechtsanwälte eingeschaltet und wenig später war das gute Stück bei Youtube schon nicht mehr zu finden. Jetzt ist das Liedchen wieder online, und laut Focus Online möchte Stefan Raab persönlich den Song der Studenten vermarkten.
Hartnäckig hält sich diese Verschwörungstheorie seit 1994 im Internet. Studenten der Universität Bielefeld versuchen jetzt die Existenz ihrer Stadt per Kinofilm zu beweisen. "Die Bielefeldverschwörung" feierte am 02.06.10 Premiere - natürlich in Bielefeld. Worum geht's: Eine geheimnisvolle Organisation hat die Kontrolle über Bielefeld. Die größenwahnsinnigen Bösewichte wollen eine furchtbare Waffe entwickeln und die Stadt damit vernichten. Warum ausgerechnet Bielefeld? Die Stadt ist so unbedeutend, dass Sie keiner vermissen würde (das ist NICHT die Meinung des Autors!). Nur ein Haufen Studenten, ein Professor und dessen Tochter kommen hinter den teuflischen Plan und leisten Widerstand. Natürlich kommt es zu einem Happy End und neben Bielefeld wird nebenbei auch die Welt gerettet.
Bis zum 09. Juni kann man sich das "Werk" im Cinemaxx in Bielefeld anschauen. Ob es das gute Stück auch noch in die Kinosäle weiterer Städte schafft, hängt davon ab, ob die Macher von der Universität Bielefeld einen Verleih finden. Drücken wir mal die Daumen!
Ich selber kann die Existenz von Bielefeld übrigens bestätigen. Zumindest glaube ich, bereits da gewesen zu sein ...


