Was können Arbeitgeber von Berufseinsteigern erwarten? Ein breites Fachwissen, gute Noten und vielleicht noch ein paar Soft Skills. Aber einschlägige Berufserfahrung? Laut der aktuellen Studie "Campus 360" ist es tatsächlich genau das, worauf Personalentscheider den größten Wert legen. In 20 Ländern befragte trendence die Recruiter der Unternehmen mit dem größten Recruitingvolumen, wie sie über den akademischen Nachwuchs denken. Dass Praxiserfahrungen einen wichtigen Punkt im Lebenslauf darstellen, war ja zu erwarten. Aber dass sie laut Studie auf Platz eins der Einstellungskriterien landen, ist schon ein wenig überraschend. 67,9 Prozent der Befragten denken, dass Jungakademiker direkt nach dem Studium auch genauso einsetzbar sein sollten wie Professionals, die seit vielen Jahren im Beruf tätig sind. Der Studienschwerpunkt kommt auf Platz zwei (56,3 Prozent), mit weitem Abstand gefolgt von der Abschlussnote auf Platz drei (30,3 Prozent).
Widerspricht sich das nicht ein bisschen? Einerseits sollen Studenten die Uni mit einem breiten Fachwissen verlassen und andererseits verlangen Unternehmen, dass sie bitteschön genauso berufserfahren sind, wie solche, die schon ein paar Jährchen Berufsalltag hinter sich haben. Natürlich sind Praktika und Nebenjobs eine Möglichkeit. Dank Bologna schaffen es aber noch nicht alle Studenten, neben dem Bachelor-Studium in die Praxis zu gehen. Ich selbst habe genügend Kommilitonen, die bis kurz vor Studienabschluss noch keine Praxiserfahrung sammeln konnten. Denn auch Praxissemester sind selten im Studienplan vorgesehen.
Bei diesen Aussichten heißt es wohl weiterhin "Zähne zusammenbeißen": Studenten müssen versuchen, neben dem Klausurenstress Praktika oder außeruniversitäres Engagement mit in ihren Zeitplan zu integrieren. Oder man macht gleich ein duales Studium. Denn im Bewerbungsprozess bringt auch ein gutes Abschlusszeugnis nicht viel ohne einschlägige Berufserfahrung.
Und wer dann denkt, dass er zumindest schon mal mit guten Noten trumpfen kann, wird ebenfalls enttäuscht: Soft Skills und Persönlichkeit sehen die Personaler bei der Prognose von Karriereaussichten eines Bewerbers als wesentlich wichtiger an als die Hard Skills. Ganz vorne mit dabei sind Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Flexibilität. Und genau bei den Soft Skills sehen die Unternehmen auch die größte Schwachstelle von Absolventen. Die Fähigkeit, theoretisches Fachwissen in die Praxis umzusetzen, fehle häufig und führe dazu, dass viele Berufseinsteiger noch in der Probezeit gehen dürfen. An dieser Stelle schließt sich also der Kreis: Diese Fähigkeit kann man nur durch Berufserfahrung erlangen...
Auswendiglernen hat bekanntermaßen einen eher schlechten Ruf, schließlich erzeugt dieser Prozess kein aktives Wissen im Gehirn. Eine aktuelle Studie zeigt aber, dass bloßes Auswendiglernen allen anderen Lernmethoden sogar weit aus überlegen ist.
Jeffrey Karpicke und Janell Blunt von der Purdue-Universität haben im Rahmen einer Studie Studenten der Naturwissenschaft gebeten, Kernaussagen eines Fachbeitrags mehrmals zu lesen. Diese schnitten in einem Test besser ab als die Studenten, die sich die Inhalte mit einer selbstentwickelten Skizze gemerkt hatten. Die Testpersonen, die den Lernstoff nur auswendig gelernt hatten, konnten den Inhalt des Fachbeitrags deutlich besser wiedergeben. Zudem fand der Test eine Woche nach der Lerneinheit statt. Daher umfasste er das im Langzeitgedächtnis gespeicherte Wissen.
Blunt und Karpicke sind sich einig, dass jedes Nachvollziehen von Lerninhalten ein wichtiger Lernprozess ist und das Gedächtnis verändert. Beim Auswendiglernen entstehen dabei Kategorien für einzelne Informationen. Beim Wiederholen werden diese dann geprüft und verfeinert. Dabei entsteht wiederum eine Organisationsstruktur im Gehirn, mit der Inhalte immer zuverlässig aufgerufen werden können.
Was es nicht alles gibt: Forscher wollen jetzt ein Gen entdeckt haben, dass für die bessere Einschätzung finanzieller Risiken verantwortlich ist. Träger dieses Gens können demnach schneller und sicherer entscheiden, welche Option die beste ist und haben ein Gespür für lohnende Risiken.
Für dieses Experiment mussten die Probanden, die für das Experiment mit einem Startkapital von 25 Dollar ausgestatten waren, spielerisch am Computer unterschiedliche Finanzgeschäfte durchführen. So sollte festgestellt werden, wann die Probanden ein Geschäft als lohnend und wann sie es als zu riskant empfanden.
Die Forscher stellten fest, dass sich die Träger einer bestimmten Genvariante 6,4 Prozent häufiger für das lohnende Risikogeschäft entschieden, als diejenigen ohne die entsprechende Genvariante. Interessant ist auch, dass unterschiedliche Versionen dieser Genvariante auch für das Ausgabeverhalten von Menschen sein kann. Demnach gibt es einen Zusammenhang zwischen den Schulden, die ein Mensch macht und seiner genetischen Veranlagung.
Aber wie bei allen Erkenntnissen über genetische Veranlagung, gilt auch hier: Ob jemand bis zum Hals in Schulden steckt oder ein erfolgreicher Finanzjongleur am Aktienmarkt ist, bestimmen nicht allein die Gene! Die Gene erhöhen lediglich das Risiko für eine Anfälligkeit. Eine gute Entschuldigung ist es allemal, wenn man die Eltern das nächste Mal um eine kleine Finanzspritze bittet. Schließlich sind ihre Gene mit schuld am finanziellen Engpasses ihres Sprösslings, oder?
Die weltweite Onlinestudie "Digital Life", mit mehr als 50.000 Teilnehmern zeigt, dass die Vernetzung einen immer wichtigeren Stellenwert bei Internetnutzern einnimmt. So verbringen diese immer mehr Zeit in sozialen Netzwerken als mit dem Abrufen und Versenden ihrer E-Mails. Die Spitzenreiter mit 9 Stunden pro Woche sind die Malaysier, dicht gefolgt von den Russen (8,1 Stunden) und den Türken (7 Stunden). Im Bezug auf die Anzahl der Freunde in sozialen Netzwerken liegen die Malaysier mit der durchschnittlichen Anzahl von 233 bestätigten Kontakten ebenfalls auf Platz 1. Die wenigsten sozialen Kontakte knüpft der Japaner mit durchschnittlich 29 Freunden. Die deutschen User pflegen, laut Umfrage, im Schnitt 75 virtuelle Freundschaften.
Aus eigener Erfahrung lässt sich sagen, dass die Kommunikation per Netzwerk viel Zeit spart. Die meisten meiner Freunde und Bekannte sind den halben Tag online oder werden per Mail zusätzlich über eingehende Nachrichten oder Neuigkeiten informiert, sodass eine separate Mail überflüssig wird. Hinzukommt die steigende Nutzung des mobilen Internets. Immer mehr Nutzer können von unterwegs auf ihren Account oder ihr Mail-Postfach zugreifen, sodass online versendete Nachrichten in ähnlicher Geschwindigkeit bei der jeweiligen Person ankommen, wie SMS.
Der Hauptgrund, Nachrichten per Netzwerk zu versenden, anstatt per Mail, ist für mich allerdings, dass ich häufig die E-Mail-Adresse gar nicht zur Hand habe. Da nehmen einem die sozialen Netzwerke doch schon einiges an Arbeit ab! Wie seht ihr das? Sendet ihr Mitteilungen via Mail oder nutzt ihr häufiger soziale Netzwerke?
Dass die Kluft zwischen arm und reich nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nachbarländern immer größer wird, zeigen auch die neuesten unerfreulichen Nachrichten aus den österreichischen Unis:
Nur etwa jeder fünfte Student kommt aus einer unteren sozialen Schicht, während es vor 12 Jahren noch 26 Prozent waren. Zur oberen sozialen Schicht zählt man Akademiker, die als Freiberufler tätig sind oder aber Unternehmer, die Angestellte beschäftigen. Weiterhin gehören zu dieser Gruppe Beamte bzw. Angestellte mit Leitungsfunktion. Die untere Schicht bilden die Pflichtschulabsolventen sowie Arbeiter- bzw. Angestellte ohne Führungsfunktion.
Glaubt man der "Studierenden-Sozialerhebung 2009" ist der Anteil an Studenten aus niedrigen Schichten an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen zwischen 1998 und 2009 von 26 auf 19 Prozent gefallen. Im Gegensatz dazu ist der Anteil von Studenten aus oberen Schichten konstant geblieben.
Je nach Studienrichtung gibt es dabei eklatante Unterschiede: 34 Prozent aller Medizinstudenten kommen aus einer oberen Schicht - einer niedrigen entstammen lediglich elf Prozent. Einen großen Anteil der unteren Schichten findet man, z.B. unter Theologiestudenten (31 Prozent).
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob man daraus auch Rückschlüsse auf die Situation an deutschen Universitäten ziehen kann, die Tendenz wird aber wohl die gleiche sein. Kann man nur hoffen, dass Bildung zukünftig nicht nur Sache der Reichen wird ...
Fiiiiiinale oooooohohho, Finale ohohoho ... Am kommenden Freitag ist es endlich so weit, die Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika startet. Für alle Fans der Deutschen Nationalmannschaft gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Wer es der Überschrift und meiner kurzen Gesangseinlage zu Beginn noch nicht entnehmen konnte, hier direkt schon mal die gute Nachricht vornweg: Deutschland kommt bis ins Finale!
Dies behauptet zumindest ein Tübinger Uni-Professor und bezieht sich dabei auf seine eigene wissenschaftliche Studie. Darin enthalten sind nicht nur sportliche Aspekte, sondern auch Faktoren aus der Wirtschaft, Religion oder der Geografie.
Leider zeigt diese Studie wohl auch, dass wir mal wieder in einem Endspiel den Kürzeren ziehen. Wie schon bei der WM 2002 werden wir im Finale gegen Brasilien verlieren. Hoffnung können wir aus der Wahrscheinlichkeit der Prognose schöpfen, denn die beträgt wohl "nur" 75 Prozent.
Welche Nation eher guten und schlechten Fußball spielt, liegt laut der Studie übrigens daran, ob es sich beim jeweiligen Land um ein katholisches (vornehmlich reiches) Land handelt, welches möglichst nah an der "Wiege des Fußballs" liegt. Wie wir Europäer wissen, ist das England (London), anscheinend wurde aber auch in Mexiko (Chichén Itza) bei den alten Maya schon gekickt. Daraus ergibt sich (wer hat das nicht schon geahnt?), dass je näher andere Länder diesen Geburtsstätten sind, sie früher vom Fußball wussten und diesen erlernten. Gleichzeitig ist es so, dass "ein hoher Katholikenanteil und eine ungleiche Einkommensverteilung" tendenziell wohl zusammenhängen. Aus der Studie ergibt sich nach Auswertung von Signifikanzniveaus, Koeffeizienten, etc. unter anderem auch, dass England aufgrund dieser Zusammenhänge nie wieder Weltmeister wird. Finde ich gut und allein deshalb erscheint das in meinen Augen alles völlig plausibel.
Interessant finde ich vor allem, wer unser Halbfinalgegner wird. Wie schon 2006 wird das nämlich Italien sein. Arrividerci! Au revoir heißt es im Halbfinale auch für Frankreich. Die Niederlande, England, Spanien und Portugal streichen die Segel schon im Viertelfinale. Verfolgt man den Fußball in den letzten Jahren etwas aufmerksamer, so könnte man hier durchaus etwas stutzig werden, wenn man mit "Ausscheiden im Viertelfinale" den Namen Spanien in Verbindung bringt. Ich glaube dem Herrn Professor einfach mal.
Nun gut (Vorhersagen von Uni-Professoren hin oder her), freuen wir uns also alle schon mal auf eine schöne Fußball WM! Ich werde mir die Studie noch mal genau anschauen und prüfen, wie denn die einzelnen Wettquoten so sind. Könnte ein guter Sommer werden!
Unsere Großeltern haben es ja schon lange geahnt: Studenten sind heutzutage egoistischer als vorhergehende Generationen. So zumindest lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Michigan, die 72 Einzelstudien der letzten 30 Jahre auswertete. Danach empfinden amerikanische Studenten heute viel weniger Mitgefühl als noch im Jahre 1979 - das Einfühlungsvermögen ist um 40 Prozent gesunken. An der Bezeichnung "Generation Ich" ist also vielleicht doch etwas Wahres dran ...
Es mag ja sein, dass das auch hierzulande so ist. Interessant sind aber vor allem die Gründe, die als Auslöser für diese negative Entwicklung vermutet werden. Einerseits müssen wieder mal die Medien herhalten. Allen voran die Gewalt in Medien, denn die klingt als Sündenbock ja meistens erstmal plausibel. Studien, die einen derartigen Zusammenhang nachweisen, würde ich gerne mal sehen. Dass außerdem die enorme Informationsflut etwas mit der Selbstsucht zu tun haben soll, kann ich mir nun wirklich nicht erklären.
Noch absurder ist allerdings die Begründung, dass soziale Netzwerke die zwischenmenschliche Kommunikation dauerhaft verschlechtern. Aber ganz ehrlich: Nur, weil man in einem Online-Chat nicht immer antworten muss, würde sich doch niemand so in einem realen Gespräch verhalten.
Einzig zustimmen kann ich der Annahme, dass der zunehmende Leistungsdruck und Wettbewerb unter den Studenten den Egoismus fördert. Jeder ist sich selbst und seinem Lebenslauf der nächste - auch in Deutschland ist das bestimmt nicht erst seit Bologna so.
So, es gibt mal wieder eine neue durchaus interessante Studie zur Situation der Studenten in Deutschland. Laut neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes bricht mehr als jeder vierte Student sein Studium ab. Männer schmeißen dabei äfter das Handtuch (29 Prozent) als Frauen (26 Prozent) und verlassen die Hochschule ohne Abschluss. Mit anderen Worten: Nur 73 Prozent derjenigen, die 1999 ihre akademische Ausbildung begonnen hatten, beendeten es bis zum Jahr 2008 mit einem Abschluss. An Universitäten liegt die Zahl bei rund 68 Prozent, an Fachhochschulen bei 80 Prozent. Medizin-Studenten brechen Ihr Studium vergleichsweise selten ab, Studenten der Sprach-, Kultur- und Naturwissenschaften dafür umso häufiger. Weitere Auffäligkeiten sind die Tatsachen, dass Berlin offenbar besonders viele Studenten aus anderen Bundesländern anzieht, Niedersachsen auf der anderen Seite überdurchschnittlich viele abwandernde Abiturienten und Studenten verzeichnet. Da man so etwas ja irgendwie auch wieder ausgleichen muss, liegt Niedersachsen bei den laufenden Ausgaben je Student vorne. Besonders teuer sind übrigens Studienplätze in Humanmedizin. Bis zum erfolgreichen Abschluss eines Medizinstudiums gibt der Staat im Schnitt 211000 Euro aus. Billiger hingegen sind Studenten der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hier liegen die laufenden Ausgaben für ein Studium bei niedrigen 24400 Euro.
Schaut euch die komplette Studie einfach mal an. Sind ein paar wirklich interessante Sachen dabei.


