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Artikel-Schlagworte: „Studiengebühren“







´ Um sich das Geld zum Studium zu verdienen, greifen viele Studierende zu Nebenjobs: Verkäufer, Promoter, Tutor – die Möglichkeiten sind mannigfaltig, denn das Geld ist knapp. Verschärft wird die Situation zusätzlich durch Gebühren oder Krediten fürs Studium. Manche Studierende haben so nach dem Studium eine Last von mehreren zehntausend Euro angehäuft.

Ross Harper, 21, und Ed Moyse, 22, zwei Absolventen aus England, hatten dank des Studiums die stolze Summe von 50.000 Pfund (ca. 57.500 Euro) Miese angehäuft. Aufgrund schlechter Jobaussichten haben sie sich zu einer außergewöhnlichen Geschäftsidee entschlossen: Auf buymyface.com vermieten die beiden seit Anfang Oktober für 366 Tage ihre Gesichter als Reklamefelder – zu Tagessätzen von 70 bis 150 Pfund.

Und der Kalender der beiden ist voll: Bis Anfang Dezember sind keine Termine mehr frei. Insgesamt haben sie in den ersten 20 Tagen schon fast 10 % des Geldes zusammenbekommen: 4.500 Pfund hätte die Idee schon gebracht, so Harper im Spiegel-Interview. Moyse und Harper fotografieren sich mehrfach am Tag, um zu beweisen, dass sie für das gezahlte Geld die Bemalung tatsächlich den ganzen Tag über tragen: "Das Wichtigste war, dass wir uns das Kratzen abgewöhnen", erklärt Harper.

Auf diese Art dürften die beiden das Geld, um die Schulden aus dem Studium abzubezahlen, schon in einem halben Jahr zusammenhaben. Ob das Beispiel auch in Deutschland Nachahmer findet, ist noch nicht bekannt.

Bildquelle: buymyface.com







horsaal1 Die Zahlen sind hoch bis astronomisch-hoch: Zwischen 20 und satten 250 Prozent neue Studenten haben sich an deutschen Hochschulen für das kommende Wintersemester angekündigt. Wenn ich kurz dran erinnern darf: Doppelter Abiturjahrgang und Abschaffung der Wehpflicht. Lange konnten sich die Unis darauf vorbereiten und in wenigen Wochen wird sich zeigen, ob diese Vorbereitungen erfolgreich oder eher ein Schuss in den Ofen waren.

Trotz aller Kritik an der Bologna Reform, soll laut Experten gerade diese Reform den Schwall von Erstsemestern in diesem Jahr auffangen. So hofft man, bzw. man weiß es, dass Bachelor und Master Studenten im Durchschnitt nach 10,5 Semestern die Uni verlassen und somit schneller, als bei den alten Diplomstudiengängen, neue Plätze frei werden. Hinzu kommt, dass laut des Hochschul-Informations-Systems (HIS), immer mehr Bachelor Studenten nach ihrem Abschluss direkt anfangen zu Arbeiten und erst nach einigen Jahren Berufserfahrung ihren Master anschließen. Auch das trage dazu bei, dass man den Ansturm auf die Unis abfedern könne.

Das sind Zahlen und Fakten und alles scheint irgendwie doch ganz gut auszusehen. Aber als Laie und betroffener Student fragt man sich dennoch: Wo sollen eine halbe Millionen Erstsemester zusätzlich Platz finden, wo für die anderen in den letzten Jahren schon kein Platz war? Ich frage mich ernsthaft, ob die Einschätzung von sogenannten Experten wirklich realistisch ist.

Für die Unis kann man nur hoffen, dass sie dem Ansturm der Erstsemester gerüstet sind und sie in Zeiten von Studiengebühren vorausschauend investiert haben. Nach dem 15. Oktober wissen wir mehr. Sollte es doch zum (nicht-) erwarteten Chaos kommen, dürfte dies nur ein weiteres Anzeichen für das Märchen vom Nutzen der Studiengebühren sein.







werbungskosten Das Studium oder eine Ausbildung können ganz schön ins Geld gehen. Die Kosten für Wohnung, Sozialbeiträge, Studiengebühren und natürlich Materialien liegen nach dem Uni-Abschluss häufig im fünfstelligen Bereich. Da ist es mit einem Nebenjob oft nicht getan. Viele Studenten nehmen einen Kredit auf und müssen nach Eintritt ins Berufsleben einen großen Berg an angefallenen Schulden aus ihrer Studienzeit abbezahlen. Hoffnung macht nun ein kürzlich gefälltes Urteil.

Der Bundesfinanzhof entschied jetzt, dass die Ausbildungskosten, z.B. für das Erststudium oder die Ausbildung, in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden können. Der Grund: Aus dem Einkommenssteuergesetz ginge nicht eindeutig hervor, dass solche Abzüge verboten sind. Zudem muss ein konkreter Bezug zur zukünftigen Arbeit belegt werden. Dieses Urteil könnte dem Staat teuer zu stehen kommen und zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe führen.

Eine Medizinstudentin und ein Pilot wollten in ihrer Einkommenssteuererklärung die jeweils angefallenen Ausbildungskosten geltend machen, mit der Begründung, dass es sich bei den Kosten um Werbungskosten für die spätere Tätigkeit handele. Diese Klage wurde jedoch zunächst von Gericht und Finanzamt abgelehnt, da die Kosten nicht innerhalb eines Arbeitsverhältnisses anfielen.

Studenten sollten sich die Chance, in den ersten Berufsjahren die während des Studiums oder der Ausbildung angefallenen Kosten, steuerlich abzusetzen, nicht entgehen lassen. So könnte man als Berufseinsteiger seine Steuerlast erheblich senken. Das heißt für Studenten jetzt schon fleißig Belege zu sammeln. Alles was vom Binden der Abschlussarbeiten bis zum eigenen Computer reicht, ganz zu schweigen von den Studiengebühren, kann später von Nutzen sein. Die Stichwörter sind „Sonderausgaben“ oder „Werbungskosten“. Genaue Information und individuelle Beratung könnt ihr bei den entsprechenden Lohsteuerhilfevereinen in eurer Stadt einholen.







tasche-leer Dass die Engländer für ihren schwarzen Humor bekannt sind, wissen wir ja. Aber bei dem folgenden Vorschlag einer britischen Forscherin handelt es sich um alles andere als einen schlechten Scherz. Um dem Organspendemangel in Großbritannien entgegenzuwirken schlägt Dr. Sue Rabbitt Roff vor, die freiwilligen Spender mit umgerechnet rund 32.000 Euro zu entschädigen. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines Briten.

Das alleine klingt nicht gerade besonders verwerflich, da gerade in Großbritannien ein akuter Organspendemangel herrscht, sodass durchschnittlich drei Menschen täglich sterben, da sie vergeblich auf ein Spendeorgan warten müssen. Der Vorschlag der Forscherin hingegen, dass sich Studenten auf diese Weise ihr Studium finanzieren und Kredite damit begleichen könnten, scheint völlig grotesk.

Gerade in Zeiten, in denen die englischen Studenten mit astronomisch-gestiegenen Studiengebühren zu kämpfen haben, erscheint dieser Vorschlag wie ein unmoralisches Angebot. Viele Studenten starten hier mit über umgerechnet über 30.000 Euro Schulden ins Berufsleben, da sich die Studiengebühren in den letzten Jahren an einigen Universitäten fast verdoppelt haben: Knapp 5.000 Euro pro Studienjahr sind hier keine Seltenheit mehr.

Mit ihrer Idee, sich das Studium durch eine Organspende zu finanzieren, schlägt Dr. Rabbitt Roff also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Tolle Sache eigentlich. Aber wo soll das noch hinführen, wenn statt der Ursache des Problems nur die Symptome mit moralisch bedenklichen Mitteln behandelt werden und die Hemmschwelle für gefährliche Eingriffe mit finanziellen Anreizen gesenkt werden soll? Bei dieser sehr bedenklichen Variante hätten die Studenten also nur zwei Möglichkeiten: Hochverschuldet oder mit einer Niere ins Berufsleben zu starten. Bleibt zu hoffen, dass sich deutsche Studenten nicht irgendwann mit der Frage konfrontiert sehen: Lieber hochverschuldet oder nur eine Niere?







muenzen_himmelEine Hochzeit in Marokko kostet schon so einiges. Dies verärgerte Stefan Wittgräbe, Asta-Sozialreferent an der Uni Paderborn. Über Facebook fragte er den Säumigen, warum er seine Schulden an den Asta nicht mehr zurückzahle. "Wir wollen den Studenten helfen und leihen ihnen Geld. Und dann werden wir auch noch beschissen", sagt Wittgräbe.

Der Paderborner Asta leiht Studenten, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, zweimal bis zu 500 Euro. Viele jedoch haben ihre Schulden nicht beglichen. Mittlerweile belaufen sich die ausstehenden Forderungen auf 15.000 Euro. Dem soll jetzt aber ein Ende bereitet werden: Professionelle Schuldeneintreiber schreiben Mahnbriefe und recherchieren Adressen. Diese Investition habe sich laut Wittgräbe auch gelohnt. 2.500 Euro flossen bislang mithilfe der "Jäger" wieder zurück: "Das waren alles Studenten, die wir nicht mehr finden konnten."

Der marokkanische Student tilgt seine Schulden jedenfalls wieder regelmäßig, auch ohne Schuldeneintreiber. Meist sind es ausländische Studenten, die zurück in ihre Heimat gehen und das Geld nicht zurückbezahlen. Das lege aber nicht daran, dass diese eine schlechtere "Zahlungsmoral" haben. Vielmehr benötigen sie die Unterstützung vom Asta überdurchschnittlich oft, weil sie laut Wittgräbe häufig in prekären Verhältnissen leben: "Wenn die zu uns kommen, ist das Konto weit im Minus, und der Vermieter hat auch schon ein paar Mal an die Tür geklopft."

Generell bekannt sollte jedoch sein, dass sehr viele Studenten unter chronischem Geldmangel leiden, nicht zuletzt wegen der hohen Studiengebühren. Darüber hinaus hat man dann auch erst genug Geld zum "Zurückzahlen", wenn Absolventen direkt nach ihrem Studium einen Job bekommen.







bierzelt Wer in diesen Tagen auf dem Campus-Gelände der Uni Paderborn umher schlendert, dem dürfte nicht entgangen sein, dass sich, seit Beginn des Wintersemesters im Oktober, einiges auf dem Campus getan hat. Und damit meine ich nicht die gefühlten 30 Baustellen, die sich über das Gelände verteilen, sondern die riesigen weißen Zelte, die dem Uni-Campus einen Hauch von Oktoberfest und Flüchtlingslager verleihen. Seit einigen Monaten finden in diesen Zelten ein Teil der Seminare statt. Natürlich sind die Zelte mit allem möglichen Schnickschnack ausgestattet und verfügen neben Teppichboden auch über Mikrofone, Projektor und selbstverständlich über eine Heizung.

Von optimaler Lernatmosphäre kann aber trotz technischer Finessen keine Rede sein: die ohnehin schlechte Akustik in den Zelten wird durch den Lärm der Baustellen noch weiter gestört. Auch das mit dem Heizen scheint noch nicht so ganz zu funktionieren, denn in den frühen Seminaren sind die Zelte schlecht bis kaum vorgeheizt, sodass Studenten und Dozenten erst mal in der Kälte stehen bzw. sitzen.

Aber der Knaller kommt erst noch: Nachdem man die Studenten in den letzten Semestern mit kleinen Netbooks geködert hat und man sich jetzt über den Platzmangel und das Chaos wundert, stellt man den Studenten neben den Festzelten noch weitere Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese befinden sich einige hundert Meter vom Uni-Campus entfernt und sind die Räumlichkeiten eines Baumarktes, der Mitte des Jahres seine Pforten schloss. Natürlich ist das Ganze nur eine Übergangslösung und außerdem gibt es in den Zelten jetzt gepolsterte Stühle für den verkühlten Studentenhintern. Ich sage nur: 20% auf alles. Auch auf Bildung.







Erhöhung der Studiengebühren in GroßbritannienTja, wo es bei uns ganz danach aussieht, als würde der Geldbeutel demnächst öfter wieder etwas voller sein, ist in good old England ganz das Gegenteil wohl der Fall. Britische Studenten sollen künftig nämlich kräftig draufzahlen. In einem aktuellen Guthaben fordern Experten eine deutliche Erhöhung der Studiengebühren.

Man kann ohnehin nicht gerade davon reden, dass ein Studium in England und Wales besonders "günstig" wäre (ein Studium kostet hier bis zu 4000 Euro / 3290 Pfund pro Jahr), die Reformkommission schlägt in ihrem Abschlussbericht allerdings vor, diese Obergrenze für Studiengebühren abzuschaffen. Das heißt mit anderen Worten, es soll keine finanzielle Obergrenze mehr an britischen Universitäten geben. Jede Hochschule könnte selbst entscheiden kann, wie hoch denn die Studiengebühr sein soll. Gute Aussichten nenne ich das!

Grund für die drastischen Erhöhungen der Studiengebühren sind fehlende Steuergelder und genau diese fehlenden Steuereinnahmen, sollen nun also auf die Studierenden umgeschichtet werden. Da man sich in England gleichzeitig natürlich aber Sorgen um die Anzahl der zukünftigen Studenten macht, sollen ab 2012 dann auch neue Kreditmodelle eingeführt werden. Super Sache eigentlich, wären da nicht die 5,5 Prozent Zinsen pro Jahr, welche man zu zahlen hat. Waren Kredite bisher noch zinsfrei, muss jeder Absolvent, der später mehr als 24.000 Euro im Jahr verdient, sowohl für die entstandenen Schulden als auch die Zinsen aufkommen.

Jetzt kann man wieder lange über für und wider dieser neuen Regelung sprechen, ob es funktioniert oder nicht, wird man allerdings erst in einigen Jahren wissen. Die Dozentengewerkschaft University and College Union (UCU) sowie die Liberaldemokraten sprechen sich zudem deutlich gegen eine Erhöhung von Studiengebühren aus, das letzte Wort ist also auch noch nicht gesprochen. Das Thema bleibt also (ähnlich wie bei uns) wohl erstmal eine Weile interessant ...







tasche-leer1Fast jeder Student hat sicher schon den Kommentar aus dem Familien- oder Bekanntenkreis gehört: „Als Student hat man es doch so gut! So viel Freizeit für Party, Shopping und Nichtstun!“ Die nun veröffentlichten Erkenntnisse der Sozialerhebung aus dem Sommersemester 2009, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, sowie des Deutschen Studentenwerks, vermitteln allerdings ein anderes Bild.

Demzufolge haben viele Studenten aufgrund der Doppelbelastung von Studium und Nebenjob eine 44-Stunden-Woche. Fast ein Drittel kommt sogar auf 55 Stunden Arbeitszeit für Uni und Job. Eine Ursache ist die Einführung der Studiengebühren. Studierende, die kein BAföG bekommen oder einer anderen Regelung unterliegen, um sich von den Gebühren zu befreien, müssen häufig in den sauren Apfel beißen und sich ihr Studium selbst finanzieren. Derzeit haben zwei Drittel der Studierenden einen Nebenjob. Zwar werden viele Studenten von ihren Eltern zusätzlich gesponsert, dennoch hat die Wirtschaftskrise auch hier ihre Spuren hinterlassen, denn zum ersten Mal in den letzten 20 Jahren sinkt der finanzielle Anteil der Eltern am Studenteneinkommen.

Problematisch wird es für viele Familien besonders dann, wenn mehrere Kinder ein Studium aufgenommen haben. Somit fallen die Studiengebühren im schlimmsten Fall gleich mehrfach an. Hinzukommen die steigenden Kosten für die Lebenshaltung. So sind laut der Studie, die Mietpreise inklusive der Nebenkosten in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.

Die Studienergebnisse verdeutlichen erneut, dass alle, die nicht das nötige Kleingeld haben, von dem Beginn eines Studiums eher abgehalten werden. Denn wer kein Geld hat, muss arbeiten, und wer arbeitet, wird nicht mehr die ganze Zeit zum Lernen zur Verfügung haben. Das bedeutet, dass ein schneller Studienabschluss nur schwer zu erreichen ist. Also reißt die oft zitierte Kluft zwischen Arm und Reich in der Bildungsfrage immer weiter auf. Die minimalen Erhöhungen des BAföG sind für Viele auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein und sparen ist an der Tagesordnung. Gewohnt wird in der WG, eingekauft im Discounter und Urlaub macht man auf Balkonien. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!

Wer die Studienergebnisse noch etwas genauer nachlesen möchte, findet sie hier im vollen Umfang!

































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