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Artikel-Schlagworte: „Studiengebühren“







Die Lawine rollt - Immer mehr Universitäten besetztEs gibt mal wieder neues von der Protest-Welle. Seit gestern (Mittwoch) Abend besetzen rund 250 Studenten jetzt auch den Audimax-Hörsaal der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Hier fordert man ein Mitbestimmungsrecht an allen Entscheidungsprozessen der Universität. In Berlin war man noch schneller. Hier wurden schon am Mittag Räume der Freien Universität sowie der Humbold-Universität besetzt. Hier fordert man unter anderem die Abschaffung der Studiengebühren und von Zulassungsbeschränkungen.
Ich könnte jetzt hier noch zahlreiche andere Unis aufzählen, an denen Proteste begonnen haben, Proteste mittlerweile schon von der Polizei unterbunden wurden, etc. Das lasse ich aber mal bleiben, denn das wird irgendwann ziemlich langweilig.

Insgesamt wurden jetzt schon Hörsäle in 20 Städten, darunter München, Dresden, Darmstadt, Greifswald, Heidelberg, Paderborn, Coburg, Würzburg, Marburg, Potsdam und Tübingen besetzt. So wie es momentan ausschaut, wird die Zahl in den nächsten Tagen noch deutlich zunehmen. Am 17. November gibt es ja dann auch schon wieder einen Protesttag gegen die „Verschulung“ der neuen Bachelor-Studiengänge und die so ungeliebten Studiengebühren. Studenten, Rektoren, Politiker und Polizei werden wohl auch in den nächsten Tagen nicht zur Ruhe kommen. Ob es und wo es allerdings tatsächlich was bringt, das bleibt abzuwarten. Ich bin da ja eher skeptisch ...







Studieren im Osten? Lieber nicht! So, jetzt mal wieder etwas interessantes abseits von Streiks und Protesten. Ich habe heute eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh entdeckt (zugegeben jetzt schon ein paar Tage alt), welche belegt, dass für einen großen Teil von westdeutschen Studieninteressenten, ein Studium in Ostdeutschland nicht in Frage kommt. Befragt wurden 1500 Personen, 60 Prozent davon haben milde ausgedrückt nur wenig Lust dort zu studieren und zu leben. Das liegt insgesamt nicht nur an den Unis, sondern vor allem an den Hochschulstandorten. Potentielle Studienanfänger fürchten nicht nur die hohe Ausländerfeindlichkeit (rund 42 Prozent), sondern werden auch von schlechteren Jobchancen im Osten abgeschreckt (58 Prozent).

Laut dem Autor der Studie begeht man jedoch einen großen Fehler, wenn man sich von Vorurteilen leiten lässt. Nicht nur ist die Ausstattung an Ostdeutschen Hochschulen neuer, man zahlt dort auch keine Studiengebühren. Die Studienbedingungen sind insgesamt oft sehr gut, wo hingegen die in Westdeutschland sich erst mal weiter verschlechtern dürften. Doppelte Abiturjahrgänge sowie die Tatsache das viele Ostdeutsche Jugendliche in den Westen abwandern, sorgen für eine Flut von Studierenden an Westdeutschen Hochschulen.

Tja, ist der Ruf erst ruiniert ... Da kommt wohl einiges an Arbeit auf die ostdeutschen Uni Standorte zu, um das ramponierte Image wieder aufzubessern. Ich befürchte jedoch, dass sich am derzeitigen Zustand auf Jahre gesehen nicht viel ändern wird.







stipendiumNa, wer von euch liebäugelt nicht gern mit dieser besonderen Studienförderung?

Der neueste Trend in der Stipendien-Welt entstammt der Universität Oldenburg – genauer gesagt: der Fakultät für Physik. Dort wurde in der jüngsten Zeit mit dem Slogan „Die Studiengebühren zahlt der Prof!“ dafür geworben, ausgewählten und begabten Studenten die ersten vier Semester der Studiengebühren zu finanzieren. 2.000 Euro – haben oder nicht? Keine Frage. Und da Deutschland mit kümmerlichen 2 Prozent Stipendiaten weltweit ziemlich abgeschlagen ist, würde dieses Studienförderungsprogramm die Statistik ein wenig beschönigen.

Kritiker unken jedoch, dass dahinter nicht mehr als bloße Studentenabzocke steckt. Schauen wir uns dieses innovative Programm mal genauer an: Das Stipendium wird an insgesamt drei „besonders motivierte oder begabte“ Studenten vergeben. Voraussetzung ist die Mitarbeit als studentische Hilfskraft im Institut für Physik, welche auf 10,5 Stunden pro Monat ausgelegt ist. Die Initiatoren werben mit den kleinen Einblicken, die der motivierte Student in rund 2,5 Stunden wöchentlich erlangen kann. Natürlich leistet der Student im fairen Gegenzug auch seinen kleinen Beitrag für die Forschung des Institutes.

Skeptiker werden spätestens dann still, wenn ihnen bewusst wird, dass eine studentische Hilfskraft in Niedersachsen mit einem Stundenlohn von 7,98 Euro bedacht wird. Rechnet man diesen Lohn mit der Arbeitszeit pro Semester auf, dann geht der besonders motivierte Student ebenso wie der begabte nach Abzug der Semesterbeiträge von 500 Euro mit genau 2,74 Euro mehr auf dem Konto aus. Leistet man sich dann eine mittägliche Portion Pasta mit Salat und einem Nachtisch, bleiben 14 Cent. Da ist man doch gleich noch mal so motiviert.







Bachelor Studium liegt voll im TrendSo, das ist doch mal eine Interessante Nachricht am frühen Morgen. Trotz (oder gerade wegen?) Bologna-Reform und Studiengebühren ist die Zahl der Erstsemester Studenten laut dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden im Wintersemester 2008/2009 um satte 10 Prozent angestiegen (insgesamt 396.800). Klar wird, dass Studierende mittlerweile Studiengänge an praxisorientierteren Fachhochschulen (FH) bevorzugen, da diese im Vergleich zu den Unis einen deutlich höheren Anstieg zu verzeichnen haben.

Insgesamt stieg die Zahl der Studierenden im ersten Fachsemester - da sind auch Fachwechsler oder Studierende mit schon abgeschlossenem Studium drin - zum Wintersemester 2008/2009 um satte zwöllf Prozent auf insgesamt 455.300. Mehr als zwei Drittel davon haben sich im Zuge der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge für einen Bachelor-Studiengang eingeschrieben. Allein die Zahl der Bachelor Studierenden im ersten Fachsemester nahm damit um 25% zu.

Alles schön und gut auf den ersten Blick. Noch interessanter wäre es aber meiner Meinung nach zu erfahren, wie hoch die Zahl der Studienabbrecher schon nach dem ersten Semester ist. Möglicherweise relativiert sich dann schon wieder so einiges ...







Geld-Zurück-GarantieErstmals in Deutschland tritt eine „Geld-Zurück-Garantie“ bei den Studiengebühren in Kraft. Aufgrund schlechter Lehr- und Prüfungssituationen bekommen 12 Latein-Studenten an der Uni Bochum ihre geleisteten Studiengebühren zurück.
Da die Vermittlung der Lerninhalte so schlecht und somit die Prüfungen nicht zu schaffen gewesen seien, scheiterten 2008 in einer Klausur an der Uni sogar 7 von 8 Studierenden.
Dieser Umstand brachte einige der Studenten dazu, einen Passus im nordrhein-westfälischen Hochschulrecht für sich zu nutzen. Dieser besagt, dass man sich bei Lehr- und Prüfungsmängeln an ein Prüfungsgremium (das zur Hälfte aus Studierenden besteht) wenden kann, das die Rückerstattung von Gebühren empfehlen kann. Hier muss allerdings das Rektorat seine Zustimmung erteilen. Die Studenten in Bochum hatten nun erstmalig Erfolg: die Studiengebühren von 2 Semestern wurden den Studierenden zurückerstattet. Laut Rektorat führte die „unzureichende Prüfungsorganisation der Fakultät" zu einer "unverschuldeten Verlängerung der Studienzeit".







Studiengebühren in Bayern bleiben Tja, so ist das mit den Studiengebühren... In Bayern wurde jetzt (mal wieder) eine Klage abgewiesen und die Studenten können weiterhin 500 Euro pro Semester zahlen. Die Begründungen dafür finde ich ganz interessant, denn es sind genau die Dinge, die auch hier im Blog schon das ein oder andere mal diskutiert wurden. So räumen die Richter in Ihrem Urteilsspruch zwar ein, dass die Studiengebühren die Wahl der Universität bzw. des Bildungsweges schon beeinträchtigen, andererseits sei es jedoch auch so, dass die Höhe der Gebühren (100 Euro - 500 Euro) diese nicht nachhaltig beeinflussen würden. Ich will jetzt die ganze Diskussion von wegen Bachelor, finanzielle Belastung, enormer Stress, etc. nicht wieder aufrollen, völlig Unrecht (so finde ich zumindest) haben die Richter damit aber natürlich nicht.
Zudem sei nicht nur die Höhe der Studiengebühren zumutbar, sondern diese durch zinsgünstige Darlehen auch für finanzschwache Studenten finanzierbar. Auch das kann ich einigermaßen nachvollziehen, welches Argument ich jedoch überflüssig finde, ist das eines potentiellen Vorteils gegenüber "Nicht-Studenten" auf dem Arbeitsmarkt. Das ist einfach nur Schwachsinn, ich kenne genug Leute, die auch schon vor der Finanzkrise enorme Schwierigkeiten bei der Job-Suche hatten bzw. andere, die gerade in Einstiegspositionen weniger verdienen als andere nach Abschluss Ihrer Ausbildung.
Naja, das Thema Studiengebühren wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen, das aktuelle Urteil in Bayern ändert daran wohl auch nichts. Ich bin mir sicher, dass die nächsten Kläger da schon wieder auf der Matte stehen ...







laptop-geschenk Die Uni Paderborn vergibt zum kommenden Wintersemester an alle Studienanfänger Netbooks, um die Lehre und die Studienbedingungen zu verbessern. Als „Universität der Informationsgesellschaft“ will die Uni Paderborn mit ihrer Aktion einen Schritt in Richtung Fortschritt setzen. Mit Hilfe von Sponsoren konnte dieses Projekt durchgesetzt werden, ohne (angeblich) den Hochschuletat zu belasten. Das Netbook soll den Studierenden den Zugang zum hochschulinternen Funknetz erleichtern und für Präsentationen in Seminaren und Übungen zum Standard werden. Es soll auf die alltäglichen Bedürfnisse der Studenten ausgerichtet sein und darf sogar nach dem Studium behalten werden.

Ich finde, das ist mal wieder eine großartige (nett gemeinte) universitäre Schnapsidee. Erstens frage ich mich, wenn es so viele tolle Sponsoren gibt, warum werden die dann nirgendwo genannt? Ich hoffe nur, dass ich nicht mit meinen 500 Euro unwissendlich zu den großzügigen anonymen Sponsoren gehöre. Zweitens sind die Hörsäle doch schon voll genug. Warum werden da jetzt noch mehr Studenten mit einem kleinen Netbook geködert? Und drittens: Warum kriegen nur die Studienanfänger ein Netbook und nicht diejenigen, die seit Jahren mit schlechten Studienbedingungen zu kämpfen haben und für deren „Verbesserung“ seit Jahren Studiengebühren zahlen? Gleichberechtigte Verbesserung der Studienbedingungen sieht anders aus und schlechte Bedingungen lassen sich nicht mit einem kleinen Netbook aus der Welt schaffen.







stimmzettel1 Politik fand schon in meiner Schulzeit wenig Anklang. Jetzt ist es offiziell: Meine Generation ist ein unpolitischer, „labiler und teilnahmsloser“ Haufen. Eine Studie der Uni Konstanz, bei der 8.350 Studenten an 25 Hochschulen befragt wurden, ergab, dass sich nur 37% für Politik interessieren. Immer weniger bezeichnen sich als „links“ oder „rechts“, stattdessen wächst die Zahl derer, die sich in der „politischen Mitte“ sehen oder sich gar keinem Lager zuordnen wollen. Zudem engagieren sich immer weniger Studenten in Bürgerinitiativen und Parteien.

Die Zeiten der großen studentischen Aufstände sind also endgültig vorbei. Ab und zu demonstriert man noch gegen die Studiengebühren, aber das wars dann auch schon. Apropos Studiengebühren: Bald ist mal wieder Wahl und da liegt die Frage nahe, wonach die Studenten von heute gehen, wenn sie zur Urne gehen. Bleibt zu hoffen, dass sich der teilnahmslose Haufen überhaupt aufrafft, um am 27. September sein Kreuzchen zu machen.

































Technik macht ernst
„Diese Präsentation enthält möglicherweise nicht ...













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