Neue Studie, neue Zahlen, aber nichts wirklich neues. Scheint fast so, als würde es jetzt fast monatlich eine weitere Erhebung zur Abbruchrate bei Studenten geben. Was dabei heraus kommt, ist aber eigentlich immer das Gleiche.Das Hochschul-Informations-System (HIS) hat jetzt herausgefunden, dass fast fast jeder fünfte Student in Deutschland sein Studium abbricht. Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften gibt es zwar im Vergleich zu Vorjahren weniger Abbrecher, dafür ist der Anteil bei den Ingenieuren weiter gestiegen. Im Fokus stehen auch mal wieder die Bachelor-Studenten. Die werfen nämlich deutlich früher hin als ihre Kommilitonen in den alten Studiengängen. Im Durchschnitt schon nach nur 2,9 Semestern. Magister- und Diplom-Kandidaten quälen sich hingegen irgendwie noch bis ins 8. Semester, bevor sie das Handtuch werfen. Ob ein früher Abbruch des Studiums jetzt unbedingt negativer zu sehen ist, als ein Abbruch im 8. Semester, will ich jetzt mal nicht bewerten. Die jüngsten Studien-Proteste scheinen in diesem Zusammenhang aber durchaus berechtigt.
Laut der HIS-Studie sind vor allem Bachelor Studenten häufig überfordert und brechen deswegen Ihr Studium ab. Insgesamt haben in den letzten Jahren Leistungsprobleme und Prüfungsversagen zugenommen. Diese Erkenntnisse sind ebenso wenig bahnbrechend, wie die Erkenntnis, dass auch finanzielle Aspekte häufig eine Rolle beim Studienabbruch spielen. Im Grunde also mal wieder alles kalter Kaffee. Fragt sich allerdings wieviele solcher Studien oder Studien-Proteste es noch braucht, damit sich möglicherweise etwas zum positiven ändert.
Tja, es ist ja schon schwer genug Studium und Kind unter einen Hut zu bringen. Durch die neuen Bachelor- und Masterstudiengängen ist das aber alles noch etwas schwieriger geworden. Laut dem Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh bricht knapp die Hälfte aller der Studenten mit Kindern ihr Studium ab. Schuld ist vor allem der straffe Stundenplan und die Menge an Stoff, die es zu erarbeiten gilt. Neben Kind und der Lernerei bleibt da kaum mehr Zeit einem Nebenjob nachzugehen, was natürlich finanzielle Sorgen mit sich bringt. Teilzeit Studienmodelle bringen auch nichts, weil dort das Bafög wegfällt. Als Lösung bleibt also nur ein Vollzeit Studium, in dem irgendwas auf der Strecke bleiben muss.
Geht man neben dem Studium jobben und nimmt sich Zeit für die Kindererziehung, so reicht das Bafög allerdings häufig nicht bis Studienende, weil maximale Förderdauer sich nur auf die Regelstudienzeit bezieht. Klar gibt es für Eltern auch Ausnahmeregeln, die eine Verlängerung der Förderung um bis zu zwei Semester möglich machen, diese sind aber keinesfalls die Regel. Wie so oft beim Bafög und sonstigen Anträgen an der Uni ist man aber auch hier vom jeweiligen Sachbearbeiter und dessen Wohlwollen abhängig.
Auch während eines Urlaubssemesters erhalten schwangere bzw. Studenten mit Kind kein Bafög. Je nachdem in welchem Bundesland man studiert, kann man zudem auch die in dieser Zeit verpassten Module nicht nachholen.
Wen das Thema noch weiter interessiert bzw. wen es direkt betrifft, der findet unter www.familie-in-der-hochschule.de/bafoeg.pdf weitere Informationen dazu.
In der neuen "UNICUM" gibts mal wieder schlaue Lern-Tipps für Studenten. Wer (wie so viele) im Studium andauernd Dinge vor sich herschiebt, soll sich laut dem Buchautor Martin Krengel mit einer "Häppchentaktik" helfen. Die sieht vor, dass man sich vornimmt nur zehn Minuten an einer Aufgabe zu arbeiten.Krengel hat sich mal ein bisschen intensiver mit dem Thema Zeitmanagement von bzw. für Studenten befasst und hat herausgefunden, dass wenn sie sich zu dieser Häppchentaktik erst einmal durchgerungen haben, sie meist sogar länger als geplant lernen. Die üblichen Tipps wie Fernseher und Handy ausschalten dürfen natürlich auch nicht fehlen, desweiteren empfiehlt er die Internetverbindung zu trennen (für mich persönlich sind alle drei Vorschläge unmöglich umsetzbar). Helfen soll auch eine Liste, auf der man sich die Top-Ten der persönlichen Zeitfresser notiert und wie man am besten dagegen vorgeht. Diese Liste gehört dann natürlich nicht in die Schublade, sondern irgendwo hin, wo man sie ständig sieht.
Eigentlich alles ziemlich kalter Kaffee und nicht wirklich was neues dabei finde ich. Ich weiß sowieso nicht, ob diese ganzen Ratschläge irgendwas nützen, im Endeffekt entwickelt jeder mit der Zeit seine eigene Lern-Strategie. Wenn die also vorsieht alles auf den letzten Drücker zu erledigen, dann ist das halt so. Ein bisschen Lern-Stress und Panik nicht alles rechtzeitig zu schaffen, haben noch keinem geschadet. Ich weiß wovon ich spreche!
Es leuchtet mir ein, warum sich viele Studenten darüber aufregen, dass sie das Studium in immer kürzerer Zeit bei gleichen Anforderungen beenden müssen. Sie haben kaum Zeit zum arbeiten und dabei müssen sie doch das Studium irgendwie finanzieren. Die 500 Euro pro Semester kommen ja nicht von irgendwo. Also müssen andere Alternativen her, frei nach dem Motto „geiz ist geil“. Als Student muss man nicht nur jeden Euro zwei Mal umdrehen – nein, man kann mit dem Studentenstatus sogar richtig Geld sparen. Für Studenten gibt es Rabatte auf Flüge, Handyverträge oder Software. Also warum immer dieser Frust über zu wenig Geld?! Als Student hat man doch sehr viele Vergünstigungen, angefangen beim Zug fahren. Für die meisten Studenten lohnt sich also der Studienbeitrag, der zusätzlich zu zahlen ist, denn somit können sie fast für lau bestimmte Bahnstrecken fahren.
Mit der Card4Students können Studenten sogar bei fast 7000 Unternehmen, Online-Shops oder anderen Geschäften, beim Einkaufen sparen. Der Haken an der Sache ist aber, dass man ein Konto bei der DKB Bank haben muss, um all die Vorteile zu genießen, ansonsten fallen hohe Jahresbeiträge an. So macht das Sparen dann auch keinen Spaß mehr. Man fühlt sich gezwungen die Karte zu nutzen und ist eigentlich auf die Rabattpartner der Card4Students beschränkt.
Es bieten sich aber auch andere Sparalternativen: z.B. kostenlose Girokonten, kostenlose Kreditkarten, günstige Handytarife, günstigere Zeitschriftenabos, billigere Studententarife bei bestimmten Flügen und kostenlose bis sehr günstige Softwarepakete.
Achtet also demnächst mal drauf oder seid einfach so frech und fragt nach einem Studentenrabatt. Meistens kann man in Geschäften damit weiterkommen. Nur ob man auf diese Weise seine Studiengebühren wieder rausholt, ist fraglich. Trotzdem viel Spaß beim Sparen.
Tja, ich weiß nicht genau, ob das bei vielen einfach reine Selbstüberschätzung oder einfach eine gehörige Portion Selbstvertrauen ist. Trotz der momentanen Wirtschaftskrise sehen Studenten einer aktuellen Studie von Ernst & Young zufolge eigentlich keine größeren Probleme, nach dem Studium einen Job zu bekommen. Das Wunschgehalt stieg im Vergleich zum Vorjahr sogar von 37.000 Euro auf 38.000 Euro an. Rund 50% der 3.000 befragten Studenten gab zwar an, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sich prinzipiell eher verschlechtert hätten, 86% glauben jedoch, dass Sie nach dem Studium sehr schnell einen Job finden werden, der den eigenen Erwartungen und Qualifikationen entspricht.
Studenten von heute haben aber nicht nur höhere Gehaltsvorstellungen als noch vor einem Jahr, sie sind zudem weniger dazu bereit für einen Job umzuziehen. Es sind zwar immer noch 84%, die einen Umzug in Betracht ziehen würden und damit nur 1% weniger als 2008, aber auch das finde ich ziemlich bemerkenswert.
Nur um das noch mal kurz zusammenzufassen: es dürfte also kein Problem sein, direkt nach dem Studium einen Job zu finden, der meinen Erwartungen erspricht, für den ich nicht umziehen muss und der auch noch sehr gut bezahlt ist!? Viel Glück kann ich da nur sagen. Die meisten werden es brauchen ... ...
Jetzt will ich die Optimisten nicht unnötig beunruhigen, aber laut Ernst & Young hat sich der Arbeitsmarkt für Berufsteinsteiger im letzten Jahr deutlich zum negativen verändert. Wo Unternehmen 2008 noch verzweifelt nach jungen Nachwuchskräften gesucht haben, stehen die Studenten momentan vor größtenteils verschlossenen Türen. Einige dürften da also schneller wieder auf den Planeten Erde zurück geholt werden, als es ihnen lieb ist. Klar ist, zieht die Konjunktur erst wieder an, ändert sich das ganze wieder. Das Absolventen-Job-Schlaraffenland wird es aber auf absehbare Zeit erst mal nicht (mehr) geben.
Es gibt zwar noch keine Hörsäle im Meer, aber dafür Studenten, die während ihres Studiums auf Tauchstation gehen.
Was anfangs als preiswerte Tauchurlaube für Studenten kritisiert wurde, hat sich mittlerweile schon als anerkannter Lehrgang etabliert.Seit über 10 Jahren bietet die TU Bergakademie Freiberg als einzige Uni als Wahlfach die Lerneinheit "Wissenschaftliches Tauchen" an, die im Rahmen aller Studiengänge belegt werden kann. Wer teilnehmen will, muss allerdings eine Ausbildung als Sporttaucher vorweisen können und innerhalb des Studiums natürlich noch Vorlesungen zum Thema Fauna und Flora, sowie wissenschaftliches Arbeiten unter Wasser besuchen. Die praktischen Kurse finden im Freiberger Schwimmbad statt.
Im Herbst geht es dann los und die Studenten können ab ins Wasser und das Erlernte in die Praxis umsetzen: unter Wasser kommunizieren, Proben nehmen und Flächen vermessen. Nach der Lerneinheit, die 2 Semester umfasst, erhält jeder Teilnehmer die Internationale CMAS Lizenz "Scientific Diver".
Seit 2006 finden die Tauchexkursionen, die ungefähr 10-14 Tage dauern, vor Panarea, Sizilien, statt. Die Auswahl eines interessanten Themas, das untersucht werden soll und die Vorbereitungen werden schon im Vorfeld getroffen. Auch Externe können bei der Ausbildung zum wissenschaftlichen Taucher mitmachen und schon viele sind dem wissenschaftlichen Tauchen auch nach der Qualifizierung treu geblieben und arbeiten weiter in diesem Bereich. Das Studium unter Wasser: einzigartig und originell.
Ich habe ja an dieser Stelle schon über die Uni Kiel berichtet, die von Studenten, die eine Prüfung aus Krankheitsgründen ausfallen lassen müssen, ein umfassendes Krankheitsbild verlangt, das weit über das übliche Attest hinaus geht. Dabei sollten die zuständigen Ärzte sogar ihre Schweigepflicht aufheben, indem sie z.B. Auskunft über die einzelnen Krankheitssymptome sowie die voraussichtliche Dauer der Krankheit geben.
Dass das für einen Aufstand bei den Studenten und dem AStA sorgte, war absehbar. Jetzt ruderte die Uni Kiel zurück und änderte das entsprechende Formular. Die Ärzte seien jetzt lediglich verpflichtet, darüber Auskunft zu geben, ob die Krankheitssymptome prüfungsrelevant seien oder nicht. Auch andere Unis, wie die Uni Konstanz, Münster, Koblenz und die TU Dortmund wollen es bei einer Krankschreibung genau wissen. Es scheint also nicht nur an der Uni Kiel gang und gäbe zu sein, die Studenten in Sachen Krankschreibung genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Uni Kiel fährt jetzt harte Geschütze auf, um gegen potenzielle Schwänzer vorzugehen. Dazu sollen Ärzte ihre Schweigepflicht aufheben. Eine übliche Krankschreibung reicht nicht mehr, da die Uni befürchtet, dass die Ärzte den Studenten häufig aus Gefälligkeit ein Attest erstellen, damit sie eine Prüfung wiederholen können. Deswegen gibt es jetzt ein Formular, das weit mehr als eine übliche Krankschreibung umfasst. Angaben zur Bezeichnung der Krankheit, Symptome und die voraussichtliche Dauer der Krankheit, sollen helfen, die Schwänzer auffliegen zu lassen.
Datenschützer schwingen schon wieder die Moral-Keule, aber wenn ich mir überlege, wie viele meiner Mit-Studenten sich vor den Vorlesungen und Prüfungen drücken, weil sie lieber ausschlafen oder gerne zu spät kommen, während man selber sich alltäglich dazu aufrafft und bemüht, pünktlich zu sein. Natürlich geht es niemanden etwas an, warum man nicht zur Prüfung kommen kann und man kann auch mal einen schlechten Tag haben und sollte lieber auf Vertrauen anstatt Kontrolle setzen. Dennoch ist es auch nur fair denen gegenüber, die sich nicht wegen jeder Lappalie ein Attest ausstellen lassen und sich bemühen, sich angemessen auf eine Prüfung vorzubereiten. Blaumacher an der Uni Kiel wird das Leben jedenfalls jetzt etwas schwerer gemacht.


