Mal ganz ehrlich, das Nervigste und Überflüssigste, was das Internet uns beschert hat, ist wohl Twitter. Belanglose geistige Ergüsse, zusammengefasst in ein paar Zeichen. Da geschieht es den Usern meiner Meinung nach ganz recht, dass sich ein paar findige Holländer zusammengetan haben und einen praktischen Service für Einbrecher anbieten. Gebündelte Informationen über die Statusmeldungen der einzelnen User dürften für jeden Langfinger ein Traum sein. „Morgen geht’s in den Urlaub! Hurra!“ Hurra, dürfte auch der clevere Einbrecher sich denken, denn nicht nur Statusmeldung, sondern natürlich auch der Standort ist bekannt.
Wenn ich also meine erfolgreiche Diebestour planen möchte, dann finde ich zuerst das Jahreseinkommen bei myspace heraus um zu gucken, ob sich ein Einbruch überhaupt lohnt. Als nächstes wird der Beziehungsstatus bei Facebook überprüft. Schließlich möchte man bei einem Einbruch nicht von der Ehefrau überrascht zu werden. Via Google Earth werden noch schnell die Lage des Hauses und mögliche Fluchtwege gecheckt und schon kann der perfekte Bruch 2.0 starten.
Ist natürlich alles nicht so ganz ernst gemeint, sondern soll eine Warnung vor dem allzu sorglosen Umgang mit persönlichen Daten warnen. Aber eingefleischte Twitter-Fans und Netzwerk-User werden sich davon nicht beirren lassen. Schließlich geht es ja gerade darum: Zeigen wer man ist und was man macht. Allen potenziellen Einbrechern sei aber noch ein Tipp gegeben: Falschangaben haben im Netz Hochkonjunktur. Wer sich also auf die Gehaltsangabe von „196.000€ und höher“ bei myspace verlässt, könnte durchaus enttäuscht werden.
Mich nerven viele Freundschaftsanfragen bei Facebook oder studiVZ ja sowieso, denn oft ist man ja in so einer Art Zwiespalt. Man möchte eigentlich nicht annehmen, ablehnen aber auch nicht. Im Zweifel nimmt man diese dann meistens an, zumindest bei Personen die man kennt. Anscheinend gibt es aber genug Leute da draussen, die einfach mal jeden als "Freund" akzeptieren, egal ob sie diese Person nun kennen oder nicht. Ein australisches Unternehmen ("Sophos" - spezialisiert auf Sicherheitslösungen) hat jetzt in Folge einer Studie noch einmal darauf hingewiesen, dass man Freundschaftsanfragen grundsätzlich nur akzeptieren soll, wenn dies aber tatsächlich der Fall ist. Das Unternehmen hatte dafür zwei fiktive Facebook-Profile angelegt. Eins mit dem Bild einer Gummiente, das zweite mit dem Bild zweier Katzen und dann nach dem Zufallsprinzip Freundschaftsanfragen an jeweils 100 Anwender verschickt: 46 Prozent der angeschriebenen User akzeptierten die Anfrage ungeprüft. Einmal befreundet, war es dann möglich 89 Prozent der Geburtsdaten einzusehen, sämtliche E-Mail-Adressen und natürlich eine Menge anderer persönlicher Daten. Rund die Hälfte der neuen Freunde gab ihre Heimatstadt preis, manche sogar noch Details zu Verwandten und Freunden.
Kommt wohl nicht von ungefähr, dass Facebook-CEO Mark Zuckerberg erst letzte Woche die User in einem offenen Brief dazu aufgefordert hat, die Werkzeuge zum Schutz der Privatsphäre auch wirklich zu nutzen. Scheint, als würden einige diesen Hinweis mal dringend benötigt haben ...
In Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel, der SZ und dem Abendblatt hat das StudiVZ und MeinVZ jetzt neue Regionalprofile großer deutscher Städte eingerichtet. Diese Profile werden von den lokalen Tageszeitungen mit Neuigkeiten und aktuellen Informationen aus den verschiedenen Großstädten gefüttert.
Wer also in Hamburg wohnt, oder wessen Herz aus anderen Gründen für eine bestimmte Stadt schlägt, der kann sich auf dem klassisch angelegten Profil der Stadt täglich informieren.
Partyanzeiger, Wohnungsmarkt, Festivals und Nachrichten: auf den Heimatprofilen findet man die üblichen Infos für die Zielgruppe auf einen Blick. Was passiert, wenn man seine Stadt gruschelt, oder ihr die Freundschaft kündigt, ist unbekannt. Eine längst überfällige Idee, wie ich finde. Neben den eher inoffiziellen Städte-Gruppen, gibt es mit den Regionalprofilen im StudiVZ und MeinVZ endlich zuverlässige und nützliche Infos zur Lieblingsstadt auf einen Blick.
Das US-Unternehmen Facebook hat versucht gegen das deutsche Unternehmen studiVZ eine Plagiatsstrafe durchzusetzen. Facebook wollte die Bildschirmoberfläche von studiVZ verbieten lassen, da es meinte studiVZ hätte die Gestaltung der Facebook-Webseite in unlauterer Weise nachgeahmt und habe sich illegale Quellcodes der amerikanischen Netzwerk-Plattform besorgt.
Das Landgericht Köln wies die Klage vom Unternehmen Facebook ab, da trotz Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Communities keine unlautere Nachahmung von studiVZ vorliege. studiVZ gibt es in Deutschland schon seit 2005 und die deutsche Version von Facebook ist erst 2008 auf den Markt gelangt, womit ihre Bekanntheit in Deutschland anstieg. studiVZ hatte also keinen Grund eine noch wenig bekannte Plattform in Deutschland nachzuahmen.
Die beweislosen Vermutungen der US-Firma waren vor Gericht also haltlos und konnten den deutschen Konkurrenten studiVZ nicht vom Markt drängen.
Nachdem ihn seine Freundin verlassen hatte, startete der 26-jährige Christoph Stüber über das soziale Netzwerk „meinVZ“ einen Party-Aufruf auf der Insel Sylt zum großen Liebeskummer-Besäufnis. Eigentlich wollte er zunächst mit 100 Bekannten feiern. Seinem Aufruf im Internet folgten dann allerdings rund 13.000 Menschen. Zwar stürmten dann doch „nur“ 5.000 Party-Hungrige mit Zügen und Autos die sonst so gesittete Insel, aber mit Musik und einem unerschöpflichen Vorrat an Alkohol reichte das aus, um die Straßen von Westerland in Richtung Strand zu fluten. Hier ging die Party dann weiter.
Der arbeitslose Stüber, der Dank des Medienrummels um ihn nun wieder einen Job in einer Redaktion hat, wurde gebührend mit Sprechgesängen gefeiert.
Wie bei jeder richtigen Party blieb jedoch auch hier ein Folgeschaden nicht aus: Müllberge, verwüstete Dünen und verdreckte Zug-Abteile in denen die Party-Meute angereist war. Diesen Schaden in Höhe von rund 20.000 Euro soll dem Party-Initiator Christoph Stüber jetzt vom Ordnungsamt und der Gemeinde Sylt in Rechnung gestellt werden. Ich bin ja mal gespannt, wie dieses teure Nachspiel ausgeht. Wie wäre es mit einem Spendenaufruf über „meinVZ“? Vielleicht findet sich ja auch auf diesem Weg eine neue Freundin für den Verlassenen. Alles in allem scheint sich die Party auf Sylt für Christoph Stüber gelohnt zu haben und ich an seiner Stelle würde das Eisen schmieden, solange es heißt ist, wie man so schön sagt.
Soziale Netzwerke haben ja so ihre Tücken. Aber für eine Angestellte einer Versicherungsfirma endete der Besuch auf Facebook mit der Kündigung. Nachdem sie sich wegen Migräne krank gemeldet hatte, entdeckte ihr Arbeitgeber, dass sie trotz Krankheit auf Facebook unterwegs war. Daraufhin flatterte ihr kurzerhand die Kündigung ins Haus, mit der Begründung, dass jemand der surfen kann auch arbeiten könnte und dass das Vertrauensverhältnis deshalb zerstört sei.
Meiner Meinung ist das Verhalten der Angestellten auch ein bisschen fahrlässig, schließlich weiß man doch, dass man dort jederzeit gesehen werden kann. Wenn man schon surfen muss, dann doch anonym. Und wenn man bei starker Migräne nicht zur Arbeit erscheinen kann, weil man dort am Computer arbeiten muss, dann dürfte das Surfen am heimischen Computer auch nicht gerade zur Genesung beitragen.
Man kann natürlich nicht ahnen, dass der Arbeitgeber gleich zu so drastischen Maßnahmen greift, aber fahrlässig ist es trotzdem. Die Angestellte wirft der Firma vor, sie mit Hilfe eines unechten Accounts, dessen Freundschaftseinladung sie kurz zuvor angenommen hatte, ausspioniert zu haben. Ziemlich naiv das Ganze. Da muss man sich auch nicht wundern, wenn nachher das böse Erwachen kommt. Wer sich also das nächste Mal krank meldet, der sollte sich genau überlegen, was er tut oder lieber lässt. Denn die Kündigung des Arbeitsplatzes ist ein Facebook-Besuch nun wirklich nicht wert.
Viele von uns sind ja entweder bei StudiVZ oder Facebook registriert (oder auch bei beiden) und nicht wenige laden auch regelmäßig irgendwelche Bilder von sich und der Welt hoch. Tja und jetzt sollte es eigentlich so sein, dass wenn man sich nach ein paar Tagen oder Wochen dazu entschließt einige dieser Bilder wieder zu löschen (weil die vielleicht dann doch nicht so ein gutes Licht auf einen werfen), diese auch tatsächlich nicht mehr zu finden sind. Wen wundert's, das ist natürlich oft genug nicht der Fall. Studenten der Uni Cambridge haben einen "Selbsttest" durchgeführt und festgestellt, dass in 7 von 16 Fällen die Fotos nach einem Monat noch immer aufrufbar waren. Angeblich (laut eines Facebook Sprechers), weil es manchmal etwas länger dauern kann, bis die URL's wieder überschrieben würden. Schon klar! Wer also bisher geglaubt hat, dass ein simples löschen reicht, um seine Spuren zu verwischen, der sollte vielleicht lieber noch mal nachschauen, ob nicht doch noch irgendwo was zu finden ist ...
Dass stundenlanges Fernsehgucken nicht gerade gesundheitsfördernd ist war uns ja irgendwie klar. Ähnlich wie das Fernsehgucken soll auch das Arbeiten am Computer nicht gesund sein: Rückenbeschwerden, Sehprobleme und vieles mehr kann durch die Arbeit vor dem Monitor bedingt sein. Dass aber speziell soziale Netzwerke uns krank machen, soll jetzt eine Studie beweisen.
Eigentlich klingt es ganz logisch: Je mehr soziale Kontakte virtuell, statt real gepflegt werden, umso schneller kann dies zur schrittweisen Isolation führen und soziale Isolation macht krank. Herzkrankheiten, Demenz und Diabetes können aus sozialer Isolation resultieren. Davon geht jedenfalls Dr. Aric Sigman aus, der zahlreiche Studien zitiert, die das belegen.
Wer also hauptsächlich via StudiVZ mit seinen Freunden kommuniziert, sollte sich demnächst gut überlegen, ob er sich nicht lieber auf einen Kaffee mit ihnen trifft und ein bisschen „sozial interagiert“, wie es so schön heißt. Wer sich für die gesamte Studie interessiert, der wird bei theregister.co.uk fündig.


