Kategorie: Allgemeines, Karriere
Welches Bild verbindet man eher mit einem Geisteswissenschaftler? Einen Manager mit Anzug, Koffer und BlackBerry oder einen Taxifahrer am Bahnhof? Die meisten werden an den Taxifahrer denken und auch viele Studierende der Geisteswissenschaften sehen sich in der Zukunft eher selbst als Droschkenkutscher oder "Hartz IV"-Kandidaten. Dabei besteht in der Wirtschaft durchaus Bedarf an Geisteswissenschaftlern. Ihr breites Wissen, ihre soziale Kompetenz und die Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen, machen Historiker, Philosophen, Soziologen und Co. besonders für global tätige Unternehmen attraktiv. Sie arbeiten vor allem dort, wo analytische und kommunikative Fähigkeiten gefragt sind: im Marketing, Personalwesen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit.
Allerdings werden Geisteswissenschaftler in Deutschland auf diese Bereiche beschränkt. Hier zählt in erster Linie die fachliche Ausbildung - ganz im Gegensatz zu Großbritannien, wo Quereinsteiger als Finanzberater oder Vorstandschefs durchaus normal sind. Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft oder im Öffentlichen Dienst haben auf der Insel eine lange Tradition, dort achtet man stärker auf die Persönlichkeit. Jedoch allen "Soft Skills" zum Trotz ist ein guter Abschluss auch in Großbritannien die beste Voraussetzung für solche Karrieren.
Lediglich drei der 184 Top-Manager aus den 30 Vorständen der DAX-Konzerne haben ein geisteswissenschaftliches Fach studiert, allerdings in Kombination mit Rechtswissenschaften und VWL. Warum in Deutschland kein einziger reiner Geisteswissenschaftler in einer Top-Managementposition zu finden ist, liegt nicht allein an der Unflexibilität der Unternehmen. Auch die Geisteswissenschaftler selbst tragen ihren Teil dazu bei. Ludger Heidbrink, selber Philosoph und Direktor des Center of Responsibility Research des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), macht im Spiegel an ihnen eine gravierende Skepsis gegenüber der Wirtschaftswelt aus. Viele verwehren sich durch Vorurteile oder ihrer idealistischen Einstellung wegen einen Weg in die Wirtschaft. Kurzum: sie sind oft nicht an einer Wirtschaftskarriere interessiert. Geisteswissenschaftler werden in Deutschland also beschränkt - und beschränken sich selbst. Ein Denkfehler?
Diese Einstellung könnte sich ändern, wenn an philologischen und kulturwissenschaftlichen Fakultäten mehr wirtschaftswissenschaftliche Inhalte vermittelt würden und die Absolventen somit für Unternehmen attraktiver ausgebildet würden. Christoph Anz, promovierter Historiker und bei BMW im Personalwesen tätig, sieht dies als richtigen Weg: "Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge haben häufig kein Verständnis für die Welt der Unternehmen und dafür, wie es in der Wirtschaft zugeht, wie eine Firma funktioniert." Jedoch ändert sich an deutschen Universitäten in dieser Hinsicht wenig. Umgekehrt passiert ebenfalls nicht viel, Wirtschaftsethik z. B. gilt für viele Studenten der Wirtschaftswissenschaften als "Laberfach".
Viele Top-Manager, die entscheidend zur Wirtschaftskrise beitrugen, handelten unter der Prämisse "viel Gewinn, aber wenig Verantwortung". Viele der Entscheidungen, die zur Krise geführt haben, wurden ethisch wenig bis gar nicht reflektiert. Idealistisch-ethisch geprägtes Führungspersonal hätte andere Entscheidungen getroffen und die Krise in dieser Form verhindern können. Eine provokante These, aber die Tatsache, dass Nachhaltigkeit und Ethik als Themen in der Wirtschaft immer wichtiger werden und Geisteswissenschaftler mit ihrer Fähigkeit querzudenken für zukünftige Führungspositionen prädestiniert sind, lassen Rückschlüsse zu, dass sie nicht ganz abwegig ist. Umdenken ist also gefordert und sowohl die Geisteswissenschaftler als auch die Wirtschaft könnten davon profitieren.
Es scheint der Fluch aller Vorlesungen zu sein: Hinsetzen und 90 Minuten lang zuhören oder wenigstens den Kopf oben halten während man versucht, unauffällig zu dösen. Ein Hamburger Politik-Professor wollte aktiv etwas gegen die Langweile tun und veranstaltet seitdem in seinen Vorlesungen regelmäßig ein Quiz á la "Wer wird Millionär?". Dazu verteilt er am Anfang jeder Vorlesung Fernbedienungen an alle Studenten, mit der sie später ihre Antworten auf vorlesungsspezifische Fragen einloggen können. Binnen weniger Sekunden sieht Professor Schnapp die Ergebnisse in einem Diagramm, wie man es vom Publikumsjoker kennt. Der Showmaster-Prof ist fest davon überzeugt, dass er so die Merkleistung seiner Studenten schon während der Vorlesung verbessern kann.
Im Interview mit der Universität Hamburg erklärt er, stures Zuhören würde für den Lernerfolg einfach nichts bringen. Intelligent gestellte Fragen, über die man dann schon während der Vorlesung intensiv nachdenken muss und sich mit seinen Mitstreitern austauschen kann, verankern das eben Gehörte und erhöhen das Verständnis. Für den Lehrenden ist ein weiterer Vorteil, dass er erfährt, ob seine Studenten wirklich alles verstanden haben und wo noch Nachholbedarf ist. Klingt tatsächlich effektiver, als zu fragen: "Gibt es noch Unklarheiten?" Denn wer traut sich schon, in einem vollen Hörsaal zuzugeben, dass er nur Bahnhof versteht... Durch die Quiz-Atmosphäre inklusive der Fernbedienungen, auch Clicker genannt, macht das Ganze nebenbei noch Spaß. Didaktik kommt also an erster Stelle, Entertainment erst an zweiter.
Prof. Kai-Uwe Schnapp ist nicht der Erste, der diese neuartige Methode anwendet. In den USA hat sie bereits weitaus mehr Anhänger gefunden. Den Studenten in Hamburg gefällt diese Experimentierfreude – zumindest den meisten. Einige können sich nicht so recht damit anfreunden, dass die Uni für die 300 Clicker den Pott der Studiengebühren um 10.000 Euro erleichtert hat. Ob das gerechtfertigt ist, können wohl nur die Studenten beurteilen, die einen Lernerfolg bemerkt haben. So wie Studentin Louisa, die in der Zeit Campus berichtet: "Die Themen, zu denen es Fragen gab, hab ich viel besser behalten."
Kurz vor Ende des Semesters ist es wieder soweit: Studenten strömen in Scharen in die Bibliotheken ihrer Unis. Denn wer zu Hause lernen will, der braucht einen eisernen Willen, um sich nicht durch sinnlose Tätigkeiten, wie Geschirr abwaschen, Fernsehen oder Telefonieren abzulenken. Mit haufenweise Büchern im Korb dackelt man also von Etage zu Etage, von Raum zu Raum, um irgendwo ein freies Plätzchen, wenn möglich mit Steckdose für den Laptop, zu ergattern. Zu humanen Zeiten ist das allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Vor allem, da viele Studenten ihre Arbeitsplätze früh morgens durch einen Bücherstapel und ein paar Stifte markieren und dann erst mal verschwinden und so die Arbeitsplätze blockieren. Ähnlich wie die Mallorca-Touristen, deren Handtuch schon morgens den besten Platz am Pool als „reserviert“ markiert.
Als eine der ersten Universitäten ist die Uni Münster mit einer simplen, aber effektiven Maßnahme gegen dieses Blockier-Phänomen vorgegangen. Mit Parkuhren auf den Tischen sollen die trödelnden Studenten, die „mal eben einen Kaffee trinken“ wollten zur Achtsamkeit erzogen werden: Wer sich länger als eine halbe Stunde von seinem Arbeitsplatz entfernt, dessen Platz darf dann vom Nächsten freigeräumt und belegt werden. Eine gute Idee wie ich finde. Wenn man sich nämlich in der Bibliothek umsieht, dann scheint es oft so, als seien mehr Plätze blockiert, als effektiv genutzt.
All denjenigen, an deren Uni es noch keine Maßnahmen gegen die Bibliothekstouristen gibt sei geraten, nicht zu Stoßzeiten in die Bibliothek zu gehen, sondern nach Möglichkeit die Mittagspause zu nutzen, wenn es die meisten in die Mensa treibt. Viele räumen dafür ihre Plätze frei. Oft gibt es auch freie Einzeltische abseits der großen Lernräume. Wenn man sie erst mal aufgespürt hat, sind sie ein echter Geheimtipp. Ansonsten spielt natürlich die Zeit die wichtigste Rolle. Abends und am frühen Morgen ist die Motivation bei den meisten im Keller. Wenn man sich zu dieser Zeit aufraffen kann, wird man mit traumhaften Lernplätzen belohnt. Wenn man Glück hat, sogar mit einer Steckdose.
Den Ausdruck "ewiger Student" verwendet man ja eigentlich im Zusammenhang mit den Kollegen bzw. Kolleginnen, die auch im 20. Semester noch fröhlich über die Uni Flure schlendern und die vermutlich auch nie etwas anderes tun werden. Nicht so an der Ruhruniversität Bochum. Dank des umherschwirrenden Geistes eines toten Studenten, bekommt dieser Ausdruck hier eine völlig neue Bedeutung. Die “Bild”- Zeitung berichtete bereits am Dienstag davon, dass an der Ruhruniversität Bochum (RUB) ein echter Geist sein Unwesen treibt. Dieser hört auf den schönen Namen “Hajo”, bei dem es sich um einen ehemaligen Studenten handelt, der mit seiner Doktorarbeit in den 70-er Jahren begonnen hatte, in den 90-er Jahren allerdings immer noch nicht damit fertig war. Hajo wollte einfach immer die neuesten Aufsätze verarbeiten, und kam wegen der schnellen Anhäufung des Stoffes nie zu einem Ende. Er verlor seine Wohnung und starb verarmt und einsam. Fehlende Motivation kann man Hajo auch nach seinem Tod nicht vorwerfen, denn seit diesem Tag spukt er durch die Treppenhäuser, Flure und Hörsäle der Ruhruniversität Bochum.
Die ganze Geschichte hat übrigens durchaus einen "wahren" Hintergrund, denn laut Pressesprecher Arne Dessaul, hat es Hajo wirklich gegeben. Für Dirk Sondermann vom Institut für Erzählforschung im Ruhrgebiet, ist die Spukgeschichte zudem nichts ungewöhnliches. Ähnliche Geschichten gäbe es in vielen Universitäten auf der ganzen Welt.
Ich persönlich habe leider keine Geistergeschichte auf Lager, wer von euch jedoch schon einmal einen Geist angetroffen hat und diese Erfahrung gerne mit uns teilen würde, kann dies hier gerne tun. Die spannendsten Geschichten werden dann an die "Bild"-Zeitung weitergeleitet.
Jeder, der schon einmal versucht hat, sich online über einen bestimmten Studiengang oder eine Uni allgemein schlau zu machen, wird diese Grafik nachvollziehen können. :)

Hochschulen mit einem Video attraktiver zu machen scheint im Trend zu liegen - besonders in den USA. Ähnlich wie bei den Auswahlverfahren gilt: Je individueller, desto beeindruckender. Hier seht ihr den Beitrag der Yale Uni, die ihr Image vermutlich entstauben wollte. Die Idee: Wir peppen den langweiligen Campus-Rundgang mal so richtig auf - mit Musicaleinlagen á la High-School-Musical! Wie bitte? Wer will sich 16 Minuten lang anhören, wie Studenten und Professoren über ihre geliebte Uni trällern? Ich jedenfalls habe nach Minute vier aufgegeben ...
Wirklich witzig präsentiert sich dagegen die ESCP Europe, die Standorte in Paris, London, Madrid, Berlin und Turin hat. Stop Motion mit 300 Studenten in einem Hörsaal. Klar, die Idee ist auch nicht ganz neu. Aber dafür verursacht das Video wenigstens keine Ohrenschmerzen und ist nett anzuschauen. :)
Jetzt bitte wieder eine Runde Kopfschütteln für die USA: An der Tufts University nahe Boston kann man sich mit einem Video für einen Studienplatz bewerben. Die Ergebnisse reichen vom Ohrenwackeln über Kartentricks bis zu Gesangs- und Tanzeinlagen. Einige der Bewerber haben tausende von Klicks auf YouTube erhalten und in Tufts Kultstatus erreicht. Obwohl das meist alles andere als seriös ist, passt die Idee trotzdem ganz gut in das Bewerberkonzept der angesehenen Uni.
Wir erinnern uns: Amerikanische Unis entscheiden individuell, wen sie zum Studium zulassen. Das wird normalerweise an Noten, Engagement oder besonderen sportlichen Leistungen festgemacht. Tufts ist aber bekannt dafür, auch Methoden zu verwenden, die aus der Reihe fallen. Dieses Jahr war zum Beispiel eines der Essay-Themen "Sind wir allein?" und man sollte etwas aus einem Blatt Papier basteln. Der Fokus liegt im Bewerbungsprozess also offensichtlich auf Kreativität, Persönlichkeit und einer gesunden Portion Selbstvertrauen.
Auch wenn jeder freiwillig entscheiden kann, ob er ein Video einschickt, sind innerhalb weniger Wochen mit den Bewerbungen mehr als 10.000 YouTube-Links eingegangen. Der Aufwand, ebendiese Videos alle zu sichten und zu bewerten ist enorm. Und es stellt sich für mich auch die Frage, ob das wirklich eine Grundlage für bessere Entscheidungen ist. Wirklich absurd wird das Ganze aber, wenn man hört, dass die Uni sogar einen Contest der originellsten Bewerber anzetteln wollte - frei nach dem Motto "Tufts sucht den Superstar".
Hierzulande ist ja das schlimmste Übel meist ein Motivationsschreiben. Angesichts dessen werde ich mich also zukünftig nicht mehr aufregen … :) Die Videos findet ihr übrigens bei YouTube mit den Suchbegriffen "Tufts Supplement".
Wer sich schon immer gefragt hat, warum er sich in Anwesenheit einer schönen Frau unwohl fühlt, für den gibt es hier nun die Antwort. An der Universität von Valencia hat man durch eine Studie herausgefunden, dass nur fünf Minuten allein mit einer schönen Frau im gleichen Raum ausreichen, um das Niveau des Stress-Hormon "Cortisol" zu erhöhen. Spielt die Frau (nach eigener Einschätzung natürlich) in einer völlig anderen Liga und ist nahezu unerreichbar, so wird umso mehr Cortisol ausgeschüttet. Versuchskaninchen waren 84 männliche Studenten. In einem Versuch löste jeweils ein Student in einem Raum Sudoku-Rätsel. Zusammen mit ihm im Raum befanden sich zunächst eine Frau und ein Mann, die ihm beide völlig unbekannt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass wenn die Frau den Raum verließ, der Cortisol-Level des Studenten unverändert blieb. Verließ hingegen der Mann den Raum, stieg der Cortisol-Level an.
Das Hormon Cortisol ist wichtig für das Wohlbefinden beim Menschen und kann in zu großen Mengen verantwortlich für Herzkrankheiten, Diabetes oder sogar Impotenz sein.
Fazit (und hervorragende Nachrichten für alle Informatik Studenten): Männer sind Gesund! Die gesundheitsschädliche Wirkung schöner Frauen wird durch ihre Anwesenheit neutralisiert.


