Wir Studenten haben es ja schon immer irgendwie geahnt: Vorlesungen sind nicht nur langweilig, sondern bringen nachweislich keinen so großen Lernerfolg, wie das interaktive Lernen in Kleingruppen. Das hat eine Studie des Nobelpreis-Trägers Carl Wiemann von der British Columbia Universität ergeben. Ihr werdet euch fragen, ob man für diese Erkenntnis wirklich einen Nobelpreis-Träger und dessen Studie an einer renommierten Uni braucht? Offensichtlich schon.
Für die Studie wurde eine Gruppe von Physikstudenten in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Gruppe wurde mit einem Frontalvortrag konfrontiert, die andere musste sich ihr Wissen in Kleingruppen erarbeiten und diskutieren. In der zweiten Gruppe stellte man nach drei Veranstaltungen einen deutlich größeren Lernfortschritt fest, als in der Gruppe, die lediglich passiv an der Vorlesung teilnahmen.
Wer schon mal eine Vorlesung besucht hat, der weiß, dass allein die Platzwahl im Hörsaal über den Lernerfolg entscheiden kann. Wer in der letzten Reihe einen Sitzplatz wählt, der beschäftigt sich in der Regel lieber mit seinem Laptop, um im Internet zu surfen oder ein Buch zu lesen. Die erste Reihe kann hingegen zu einer erhöhten Wissensaufnahme beitragen.
Aber das kann es ja nun auch nicht sein. Ist es also langsam an der Zeit, sich von der klassischen Vorlesung zu verabschieden? Sind Vorlesungen überhaupt noch zeitgemäß oder zählen sie zu den Relikten aus den Gründungstagen der ersten Universitäten. In Zeiten von Internet und „Massenuniversitäten“ ist es vielleicht Zeit, dieses verstaubte Kapitel der Didaktik zu schließen und sich neueren und effektiveren Methoden zu widmen.
Vorlesungen können ganz schön lang und kräftezehrend sein. Wenn dann auch noch der Nachbar nervt, dann kann einem schon das ein oder andere Mal der Draht aus der Mütze springen. Deshalb gibt es einige inoffizielle Benimmregeln, die jeder Student beachten sollte, wenn er sich von seinem entnervten Sitznachbarn in der Vorlesung keine Rüge einfangen möchte.
Zu spät kommen, kann mal passieren, aber es nervt. Wer dann noch nicht mal unauffällig am Rand Platz nimmt, sondern sich zur Mitte des Hörsaals bewegt, um das für ihn freigehaltene Plätzchen doch noch zu besetzen, der macht alles falsch, was man nur falsch machen kann. Darauffolgendes hektisches Wühlen in der Tasche setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf. Wer zu spät kommt, für den heißt es: Unauffällig hinsetzen und zuhören.
Das nächste „No-Go“, wie man so schön sagt, ist natürlich permanentes Getuschel sowie klingelnde Handys. Nicht nur die Konzentration des Vortragenden, sondern auch die der Zuhörer wird dadurch erheblich gestört. Gegen peinliches Handyklingeln gibt es übrigens sehr praktische Apps, bei denen Zeit und Ort festlegen kann, in der sich das Handy automatisch auf stumm schaltet.
Alles was mit unangenehmen Geräuschen und Gerüchen zu tun hat (…), ist im Hörsaal absolut nicht angebracht. Hier meine ich vor allem das Verzehren von weniger hörsaaltauglichen Speisen wie Burgern, Döner oder mitgebrachten Eintöpfen (alles schon dagewesen). Auch bei mangelnder Körperhygiene des Nachbarn kann die Vorlesung schnell zu einem Martyrium werden.
Ebenso unangenehm und störend, sind frisch verliebte Pärchen, die sich auch während der Vorlesung nicht davor scheuen, ihre Liebe zu zeigen: Kuscheln und Knutschen in Kombination mit verliebtem Kichern sind nicht nur peinlich, sondern auch hochgradig nervtötend. Dagegen hilft, wenn überhaupt, nur der genervte „Nehmt euch ein Zimmer“-Blick. Wer sich ohne peinliche Benimm-Patzer durch die Uni bewegen möchte, dem ist das Buch „Campus-Knigge – Von Abschreiben bis Zweitgutachten“ wärmstens zu empfehlen.
Es scheint der Fluch aller Vorlesungen zu sein: Hinsetzen und 90 Minuten lang zuhören oder wenigstens den Kopf oben halten während man versucht, unauffällig zu dösen. Ein Hamburger Politik-Professor wollte aktiv etwas gegen die Langweile tun und veranstaltet seitdem in seinen Vorlesungen regelmäßig ein Quiz á la "Wer wird Millionär?". Dazu verteilt er am Anfang jeder Vorlesung Fernbedienungen an alle Studenten, mit der sie später ihre Antworten auf vorlesungsspezifische Fragen einloggen können. Binnen weniger Sekunden sieht Professor Schnapp die Ergebnisse in einem Diagramm, wie man es vom Publikumsjoker kennt. Der Showmaster-Prof ist fest davon überzeugt, dass er so die Merkleistung seiner Studenten schon während der Vorlesung verbessern kann.
Im Interview mit der Universität Hamburg erklärt er, stures Zuhören würde für den Lernerfolg einfach nichts bringen. Intelligent gestellte Fragen, über die man dann schon während der Vorlesung intensiv nachdenken muss und sich mit seinen Mitstreitern austauschen kann, verankern das eben Gehörte und erhöhen das Verständnis. Für den Lehrenden ist ein weiterer Vorteil, dass er erfährt, ob seine Studenten wirklich alles verstanden haben und wo noch Nachholbedarf ist. Klingt tatsächlich effektiver, als zu fragen: "Gibt es noch Unklarheiten?" Denn wer traut sich schon, in einem vollen Hörsaal zuzugeben, dass er nur Bahnhof versteht... Durch die Quiz-Atmosphäre inklusive der Fernbedienungen, auch Clicker genannt, macht das Ganze nebenbei noch Spaß. Didaktik kommt also an erster Stelle, Entertainment erst an zweiter.
Prof. Kai-Uwe Schnapp ist nicht der Erste, der diese neuartige Methode anwendet. In den USA hat sie bereits weitaus mehr Anhänger gefunden. Den Studenten in Hamburg gefällt diese Experimentierfreude – zumindest den meisten. Einige können sich nicht so recht damit anfreunden, dass die Uni für die 300 Clicker den Pott der Studiengebühren um 10.000 Euro erleichtert hat. Ob das gerechtfertigt ist, können wohl nur die Studenten beurteilen, die einen Lernerfolg bemerkt haben. So wie Studentin Louisa, die in der Zeit Campus berichtet: "Die Themen, zu denen es Fragen gab, hab ich viel besser behalten."
Ich habs ja schon immer gewusst: Powerpoint macht dumm. Wenn der Beamer angeht und der Referent loslegt, schaltet das Hirn, des eben noch so voll-motivierten Studenten auf Standby. Was jedem schon lange irgendwie dämmerte wurde jetzt durch Studien belegt. Powerpoint lähmt das Verständnis. Laut der University of New South Wales liegt das am visuellen und akustischen Misch Masch, der unser Gehirn schlichtweg überfordert. Wenn dann noch animierte Passagen von oben ins Bild segeln, resigniere das Gehirn völlig.
Powerpoint ist bei falscher Anwendung also sogar kontraproduktiv. Oft ist sie ja ohnehin nur ein Werkzeug, um schlechte und inhaltsleere Vorträge ein bisschen aufzublasen. Wer mit den selbstgeschriebenen Folien auf dem Overhead-Projektor ankommt, dem wird nicht allzu selten Inkompetenz und Unprofessionalität unterstellt.
Falls mich bei den Vorbereitungen für mein nächstes Referat ein Anflug von Nostalgie überkommen sollte, schreibe ich die Folien trotzdem wieder mit der Hand. Back to the Roots.
Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesbildungsministeriums in Kooperation mit der Stiftung Lesen befasst sich mit dem Leseverhalten der Deutschen 2008. Daraus geht hervor, dass Lesen nachweislich die Chancen auf Bildung erhöht. Positiv akzentuiert wird das Lesevermögen von Kindern aus emigrierten Familien, die der Studie zufolge mehrmals pro Woche lesen üben und damit ihre Deutschkenntnisse deutlich verbessern. Das lässt den Schluss zu, dass das Lese-Interesse schon in der frühen Kindheit auch durch Vorlesen angeregt werden sollte.
Bemängelt wurde allerdings, dass jeder vierte Deutsche niemals ein Buch in die Hand nimmt, geschweige denn liest.
Das könnte uns Studenten nicht passieren: Unsereins kommt nicht drum herum sich nächtelang durch Bücher zu fressen, damit der Stoff für die nächste Klausur bloß richtig sitzt. Schon bei der Immatrikulation sollte man sich dessen bewusst sein. Sonst wird man an der Uni nicht sehr lang überleben.
Aber natürlich ist Uni-Literatur nicht gleich „normaler“ Lesestoff. Bücher werden ja schließlich auch zur Unterhaltung geschrieben und sollten nicht nur der reinen Wissenszufuhr dienen.
Es wird heutzutage unterschätzt, wie gut es tut, sich einem unterhaltsamen Buch hinzugeben. Also … PC aus und Buch her!
Wir hatten hier gerade eine Diskussion darüber, wie sinnvoll eigentlich Vorlesungen an Universitäten oder Fachhochschulen sind. Die Vorlesungen an der Uni kennen ja die meisten von euch. Sie sind langweilig und nicht immer aufschlussreich und sinnvoll zu folgen. Deshalb bleiben ihnen viele Studenten auch fern, weil die Vorlesung ihnen nicht immer weiterhilft und sie sich den Stoff besser zu Hause aneignen können, als sich dafür auch noch von der Vortragsweise des Professors nerven zu lassen.
Zum Glück gibt es ja das Internet, wo es die Vorlesungsmaterialien zur freien Verfügung gibt. Man muss dafür evtl. nur mal in die erste Sitzung gehen, damit man das Passwort erfährt, das die Sachen für Unbefugte schützt. Hat man diesen Schritt getan, machen viele keinen zweiten Schritt in eine Vorlesung, wenn sie merken, dass es ihnen nichts bringt.
Man muss da aber von Typ zu Typ unterscheiden. Der eine kann vielleicht besser zuhören und dadurch was für die weit entfernte Prüfung lernen und ein anderer lernt besser, indem er sich die Sachen nur durchliest. Eigentlich stand den Studenten meist auch frei zur Uni zu kommen, aber in letzter Zeit lassen sich die Professoren mehr einfallen, um die Hörsäle wieder zu füllen. Sie lassen neuerdings Anwesenheitslisten rumgehen oder schreiben unangekündigte Tests, die den Stoff der letzten Sitzung abfragen. Somit wird auch der letzte Langschläfer gedrängt zur frühen Vorlesung zu kommen und dort weiterzuschlafen. Trotzdem gibt es aber noch Vorlesungen, wo einfach zu viele Studenten angemeldet sind, die nicht überprüft werden können und da wird sich dann unter den Kommilitonen abgewechselt, hinzugehen und mitzuschreiben.
An einer Fachhochschule sieht das Ganze eher wie in einer Schule aus. Die Studenten haben feste „Klassen“ und einen vorgegebenen Stundenplan. Hier fällt schon eher auf, wenn ein Student fehlt, wenn er auch noch bekannt ist. Es wird einem auch hier freigestellt zu kommen, doch der Druck in einer kleinen Gruppe ist größer, die Vorlesung nicht zu schwänzen.
Aber letztlich muss jeder für sich entscheiden, was für ihn das Beste ist und was ihm in seinem Studium weiterbringt. Was bist du für ein Typ Student und was hältst du von deinen Vorlesungen?
Kennt ihr das morgens im Bus auf dem Weg zur Uni? Wenn alle Leute so gucken, als kämen sie von ihrer eigenen Beerdigung? Ich finde das ganz furchtbar. Was ist denn das bitte für ein Start in den Tag, wenn man mit so einer Fleppe das Haus verlässt und seine Umwelt damit infiziert? Dagegen muss etwas getan werden. Da ich von Natur aus ein recht fröhlicher Mensch bin, nervt es doch etwas, wenn meine Laune schon zu so früher Stunde einfach skrupellos getötet wird.
Um wenigstens nicht selbst die Lust auf den wunderschönen Tag zu verlieren, musste eine Portion Humor her. Außerdem soll Lachen auch noch gesund sein und der gemeine moderne Mensch lacht ohnehin zu wenig heutzutage.
Das Objekt des Witzes sollte in meinem Fall Mario Barth darstellen. Diese Person versteht es, Spaß zu verbreiten. Ich stopfte ihn also in meinen mp3- Player und am nächsten Tag betrat ich mit selbigem den Bus. Es dauerte keine zwei Minuten und schon erlitt ich meinen ersten Lachkrampf. Noch lustiger als die Verhaltensweisen der besseren Hälfte Mario Barths waren allerdings die verständnislosen Blicke der Menschen, die mich umgaben, als ich meinen Lachanfällen erlag. Man muss dazu sagen, dass meine Frisur die Kopfhörer zur Unkenntlichkeit verbarg.
Einige allerdings wurden von meiner Heiterkeit angesteckt und mussten zumindest leicht grinsen. Immerhin ein Anfang. Mehr wollte ich gar nicht. Man guckte nicht mehr so gestorben und beerdigt wie noch am Tag zuvor. Macht das doch auch mal! Es ist wirklich ein schöner(er) Start in den Tag, wenn man herzhaft lacht, ein wenig Verwirrung stiftet und super gelaunt in der Uni auftaucht.

