Mit EDV-Kenntnissen kann man in fast jeder Bewerbung punkten. Power-Point, Word und Excel gehören dabei zu den Grundanforderungen. Aber wer kann sich schon als „Microsoft Excel World Champion“ bezeichnen? Eine 15-jährige Engländerin hat bei der „Microsoft Excel World Championship“ den ersten Platz belegt und sich damit gegen 228.000 andere Konkurrenten aus der ganzen Welt durchgesetzt.
Bei dem Wettbewerb mussten die Teilnehmer in einer vorgegebenen Zeit unterschiedliche Tabellenkalkulationen durchführen. Dabei erlangte die Schülerin jedesmal die volle Punktzahl und kann sich neben einem Preisgeld von umgerechnet 3.400 Euro nun auch über den Titel „Microsoft Excel World Champion“ freuen. Angeeignet hat sich die 15-Jährige ihrer Fähigkeiten in speziellen Kursen zum Umgang mit der Software, die in ihrer Schule angeboten werden.
Man muss zwar kein Weltmeister sein, aber Grundkenntnisse in den gängigen Programmen werden fast bei jeder Bewerbung erwartet. Wer Probleme mit dem Selbststudium oder dem „Learning-by-doing“ hat, der sollte sich an seiner Uni nach Computerkursen umsehen. Oft bieten Unis kostenlose Kurse zu der gängigen Software an. Excel, Photoshop oder Powerpoint werden in der Regel von Studenten für Studenten kostenlos angeboten. Nach Abschluss des Kurses erhält man ein gültiges Zertifikat von der Uni.
Aber auch Volkshochschulen bieten Kurse für den Umgang mit EDV-Programmen an. Wer allerdings schon weiß, was ein Doppelklick ist und seine Fähigkeiten eher vertiefen möchte, dem sei von VHS-Kursen abgeraten. Hier nehmen vor allem Leute Teil, die wenig bis keine Kenntnisse mitbringen. Dementsprechend kann der Ablauf des Kurses eher schleppend sein und der Kenntnisgewinn eher gering ausfallen. Ein Kurs an der Uni ist für Studenten in jedem Fall die bessere Wahl.
Ein Praktikum bei Versace oder als Praktikant am Set des neuen Harry Potter Films mitwirken? Klingt nach einem unerfüllbaren Traumpraktikum. Bevor ich falsche Hoffnungen wecke: Es wird wahrscheinlich auch ein Traum bleiben. Es sei denn, man verfügt über das nötige Kleingeld. Richtig gehört! Denn für diese Traumpraktika, die selbstverständlich unbezahlt sind, muss man ganz schön tief in die Tasche greifen. Bisher hat sich das Konzept, dass Praktikanten ihr Traumpraktikum online ersteigern können, nur in den USA wirklich etabliert. Dabei sind 2000 Dollar für ein Praktikum keine Seltenheit.
Allerdings fließt das Geld nicht in die Taschen des Unternehmens (wäre ja auch noch schöner), sondern geht an Wohltätigkeitsorganisationen, die das Geld in soziale Projekte investieren. Neben Praktika lassen sich aber auch andere kostspielige Events ersteigern, wie z.B. ein Wochenende mit Ralph Lauren in Paris (Wer träumt nicht davon?) oder ein Geschäftsessen mit Medien-Mogul Rupert Murdoch. Wer sich für ein Praktikum entscheidet, kann zwar auf erstklassige Arbeitserfahrung aus erster Hand hoffen, aber einem „richtigen“ mehrmonatigen Praktikum kann dieses Event wohl kaum das Wasser reichen.
Zu Recht sieht man dieses Konzept hier in Deutschland eher kritisch. Die einen sehen darin ein hohes Maß an sozialer Ungerechtigkeit, da sich ein teures Praktikum nur Anwärter aus sozial stärkeren Schichten leisten könnten. Die anderen hingegen sehen mit diesem Konzept auch für diejenigen die Möglichkeit auf einen Praktikumsplatz, die beim normalen Bewerbungsprozess keine oder nur geringe Chancen auf Erfolg hätten. So hätten auch Anwärter Zugang zu exklusiven Praktikumsstellen, die sonst nur über Vitamin B erreichbar wären.
Wenn es diese Möglichkeit in Deutschland geben würde, dann müsste auch über entsprechende Förderungsmaßnahmen für weniger Betuchte nachdenken. Und wir alle wissen ja, wie es in Deutschland um Förderung in der Bildung bestellt ist… Deswegen wird das ersteigerte Traumpraktikum wohl vorerst Zukunftsmusik bleiben.
Wieder mal etwas Merkwürdiges aus der Kategorie „Absurde Weiterbildung“: Kürzlich bin ich auf ein Jodelseminar gestoßen, das angeblich Schwung in die Karriere bringen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern soll. Ein Jodeldiplom im wahrsten Sinne des Wortes. Angeboten von einem Volksmusiker und selbsternannten Karrierecoach, können in den Jodelseminaren Manager ihren inneren Volksmusiker raus lassen.
Jodel-Coach Josef Ecker ist von seinem Konzept überzeugt. Schließlich sei die Stimme in der Karriere enorm wichtig: Bei Vorträgen und in Gesprächen ist die Stimme ein wichtiger Faktor, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Soweit so gut. Aber Jodeln? Jodeln stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern lässt einen auch die eigenen Fähigkeiten erkennen. So werden in den Seminaren die Teilnehmer in Atemtechniken und Artikulation geschult. Auch die Selbstdarstellung und das eigene Wohlbefinden soll in den Seminaren verbessert werden.
Für mich klingt das Ganze nach einem alpinen Rhetorik-Kurs. Und trotz aller Kreativität und Neuartigkeit, die vom Jodel-Seminar ausgeht, würde ich doch den guten alten VHS Rhetorik-Kurs bevorzugen. Man fragt sich wirklich manchmal welche wundersamen Blüten der Weiterbildungs-Sektor als nächstes treiben wird? Ich hätte da schon ein paar Ideen. Wie wäre es z.B. mit einem Streichelzoo-Seminar, um angespannte Stimmungen im Unternehmen zu lockern? Oder einem Seminar für chinesischen Volkstanz, um Firmenpartner aus Fern-Ost beim nächsten Besuch zu beeindrucken? Die Liste ließe sich sicherlich noch endlos weiterführen. Aber wir möchten keinen hier auf weitere absurde Ideen bringen, denn davon gibt es wahrlich schon genug.
Es werden ja die skurrilsten Studiengänge angeboten, aber einer setzt dem ganzen im wahrsten Sinne des Wortes das Sahnehäubchen auf: An der Ice Cream University in New Jersey kann man die Kunst der Eiscreme studieren. Und nein, das ist kein Scherz. Ich bin zwar selber nicht da gewesen, um mich von ihrer Existenz zu überzeugen, aber die Internetseite der Uni dürfte als Beweis reichen (wobei diese eher ein schlechter Scherz ist, was einen schon wieder skeptisch machen sollte).
Eigentlich klingt das ganze Konzept auch nicht nach einer herkömmlichen Universität, sondern nach Volkshochschule und Weiterbildung. Im Jahr besuchen ca. 500 Studenten im Durchschnitt 2 Seminare und werden dann mit einem Zertifikat entlassen. Viele Eisproduzenten schicken ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung in die Seminare von Malcom Stogo, dem Begründer der Universität. Er ist übrigens auch derjenige, der uns die Cornetto-Waffel und Cookies ‘n‘ Cream beschert hat und somit scheinbar eine echte Größe auf dem Eiscreme-Markt. Außerdem werden Mitarbeiterschulungen direkt in großen Unternehmen wie z.B. Häagn-Dazs durchgeführt.
Die Seminare klingen völlig unspektakulär und reichen von einer Einführung in die Herstellung von Eiscreme bis zu Seminaren zur Geschäftsführung und Produktentwicklung. Es werden sogar Studienreisen für sogenannte ‚Master Classes‘ nach Bologna angeboten. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis: Die Teilnahmegebühren für ein normales zweitägiges Einführungsseminar liegen zwischen 400 und knapp 1000 Dollar.
Wer also noch umsatteln will und statt BWL in die Kunst der Eiscremeherstellung einsteigen will, der muss zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, aber der tägliche Schokobecher ist bestimmt mit inbegriffen.
Dass es im Büro manchmal buchstäblich zugeht, wie in einem Affenstall, ist altbekannt. Schließlich stimmt das menschliche Genmaterial auch zu 98% mit dem des Affen überein. Da liegt es eigentlich auf der Hand, durch gründliche Beobachtung im Affengehege, die Strukturen im Büro besser zu verstehen. Der ehemalige Projektmanager und nun Biologe Patrick van Veen bietet im Gelsenkirchener Zoo Seminare an, die den Teilnehmern die Strukturen und die soziale Dynamik im Büro durch die Beobachtung von Affen näher bringen sollen.
Da gibt es nicht nur den Rudelführer, der durch lautes Trommeln auf der Brust seine Macht zur Schau stellt, sondern auch den Praktikanten, oder besser gesagt den Rangniedrigsten, der, wild tobend, sich hier und da noch einen Fehler erlauben darf. Sobald aber der Salatkopf ins Gehege geworfen wird gilt es, sich mit dem Oberaffen gut zu stellen. Was nicht heißt, dass hinter seinem Rücken nicht an seinem Thron gesägt wird. Ob es für das Lausen der Primaten ein äquivalentes Verhalten im Büroalltag gibt?
Diese und andere Parallelen zum Büroalltag lernen die Teilnehmer bei dieser etwas anderen Fortbildung kennen. Die Idee die also dahinter steht, ist es, den Teilnehmern den Spiegel vorzuhalten, um den Affen in sich besser zu verstehen. Wer sich hier im Affengehege weiterbildet, dem dürfte auch der Tratsch in der Kaffeepause und der interne Konkurrenzkampf nicht länger ein Rätsel bleiben.
Computerspiele sind ja ein netter Zeitvertreib. Aber mal ganz ehrlich: Zunächst denkt man bei Computerspielern an den langhaarigen sozial-isolierten Zocker, der außer Kobolden und Magiern keine Freunde hat. Er ernährt sich primär von Fast-Food und wäscht sich nur gelegentlich.
Aber mittlerweile haben die Softwarehersteller eine neue Zielgruppe entdeckt: Unternehmen, Universitäten und Schulen. Hier sollen Computerspiele als Weiterbildungsinstrument eingesetzt werden. In sogenannten „Serious Games“ müssen z.B. Wirtschaftsstudenten oder Manager ein fiktives Unternehmen führen und organisieren, Mitarbeiter bei Laune halten und vorgegebene Geschäftsziele erreichen. Im Spielverlauf von Innov8, einem interaktiven Business Simulator Game, erhält der Spieler von seinem virtuellen Geschäftführer zahlreiche Aufgaben, die es zu erfüllen gilt und die mit entsprechenden Punkten belohnt werden.
Die Möglichkeit zur Simulation von „Was-wäre-wenn-Szenarien“ und die schnelle Rückmeldung über durchgeführte Aktionen bieten zusätzliche Vorteile. Daher schätzt laut Karriere.de das US-Forschungsunternehmen Apply Group, dass bis 2012 Computerspiele als digitales Fortbildungsmittel bei 135 der 500 größten Firmen weltweit genutzt werden.


