Ob Jugendsünde oder Mode-Trend: Tattoos und Piercings sind schon lange keine außergewöhnlichen Körperverzierungen mehr. Trotzdem finden sich auch weniger schöne Exemplare auf den Körpern der Betroffenen wieder: Manchmal grinsen einen rote Teufelchen aus dem Dekolleté älterer Damen an, Delfine, die nach Jahren des zügellosen Schokoladengenusses ihrer Herrin, plötzlich vielmehr einem traurigen Wal gleichen oder das allseits bekannte „Arschgeweih“, dass, einem Mahnmal gleich, auf dem Steißbein seiner Trägerin prangt.
Das vieles nicht nur Gift für das ästhetische Bewusstsein der Mitmenschen, sondern auch für die Karriere sein kann, ist vielen nicht bewusst. Denn nicht alle Arbeitgeber sind von einem bunten und metallbehangenen Bewerber entzückt. Vor allem in Branchen, wo seriöses Auftreten eine wichtige Rolle spielt, sind Augenbrauenpiercings und Co. weniger gern gesehen. Kompromissbereitschaft und Offenheit sind hier gefragt. Ein offenes Ansprechen des Themas beim Bewerbungsgespräch kann helfen, negative Folgen zu vermeiden. Denn wer sich auf dem Bewerbungsfoto, seinen Körperschmuck versteckt und zum ersten Arbeitstag in voller Montur erscheint, erntet wohlmöglich unangenehme Blicke.
Es ist also vorher abzuwägen, wie wichtig einem sein exzentrisches Auftreten im Vergleich zum Job in einer konservativen Branche ist und ob man gegebenenfalls bereit ist, dafür sein Aussehen zu ändern. Ein im vornherein getroffener Kompromiss ist immer hilfreich. Und über die Fähigkeiten des Bewerbers sagt der Körperschmuck ohnehin wenig aus.


