"Wir scheißen aufs Studieren und werden Pirat!" Das meinen zumindest 16.515 Mitglieder der gleichnamigen Gruppe im StudiVZ und 24 Prozent aller Studenten, die laut einer Studie der Hochschul-Informations-Systeme (HIS) 2008 ihr Studium abgebrochen haben. Die Gründe für einen Studienabbruch liegen grundsätzlich ja auf der Hand - wenn man mal von dem Wunsch, Pirat zu werden, absieht - aber hier noch einmal die Top 5-Gründe für den Studienabbruch:
Platz 1: Leistungsprobleme und das Prüfungsversagen der Studierenden
Durch die Einführung von Bachelor und Master wurden die meisten Inhalte aller Studiengänge komprimiert und müssen schneller erlernt werden als bisher. Das steigert für viele Studenten den Lern- und Anforderungsstress.
Platz 2: finanzielle Probleme
Zusätzlich zu dem Stress des Lernens müssen alle Studierenden außerhalb der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein Studiengebühren bezahlen. Diese belaufen sich in den meisten dieser Bundesländer auf rund 600 EUR. Das heißt, entweder sich das Studium von den Eltern finanzieren lassen oder, wie die meisten Studenten es handhaben, selber Arbeiten gehen. Doch hier liegt wiederum das Problem (kleiner Teufelskreis mit dem 1. Platz zusammen). Durch den Stress und die geringe Freizeit haben viele Studenten nicht die Möglichkeit dazu, sich die Studiengebühren zu verdienen.
Platz 3: mangelnde Studienmotivation
Viele Studenten (satte 18 Prozent) mögen ihren Studiengang nicht. Anscheinend bieten viele Studiengänge nicht (mehr?) den Anreiz, den sie bei vorheriger Betrachtung hatten.
(nur) Platz 4: Studienbedingungen
Dazu muss gesagt werden, dass die Studie, auf die ich mich beziehe, aus 2008 stammt. Heißt wiederum, dass die vergangenen Streiks nicht mit einbezogen wurden. Wenn man die Studie erneut durchführen würde, wäre es bestimmt sehr interessant zu sehen, ob dieser Punkt nicht eventuell einen oder auch mehrere Plätze nach oben steigt.
Platz 5: berufliche Neuorientierung
Dass man allerdings auch ohne Studium etwas werden kann, zeigen am besten Steve Jobs (Mitbegründer von Apple), Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook) und der Regisseur Steven Spielberg. Also Leute, strengt euch an, entwickelt etwas, das euch über Nacht zum Milliardär macht oder gewinnt im Lotto!
Für alle anderen gibt es aber auch noch Hoffnung: Viele Unternehmen nehmen aufgrund der steigenden Konjunktur nun wieder vermehrt Studienabbrecher auf. Dennoch sei erwähnt, dass die Anforderungen an Arbeitnehmer immer weiter steigen und man somit ohne einen Abschluss nicht weit kommt.
In diesem Sinne: Fröhliches Schaffen noch!


