Unsere Franzi hat tatsächlich schon eine Zusage für einen Studienplatz erhalten, allerdings ist dies die erste Zusage von ihren insgesamt drei Bewerbungen an Universitäten in drei verschiedenen Bundesländern.
Eigentlich sollte sie den Platz annehmen und sich in der von der Hochschule festgesetzten Frist immatrikulieren. Eigentlich, gäbe es da nicht den berühmten Haken. Die Zusage kam ausgerechnet von der von unserer Heimatstadt am weitesten entfernten Universität. Franzi will zunächst die Reaktion unserer Uni hier vor Ort abwarten ehe sie sich entscheidet. In letzter Zeit hat sie jedoch mehrfach betont, dass eine Trennung, und sei es auch nur über eine Distanz von 250 Kilometer, für sie und ihren „Schnucki“ einfach nicht in Frage kommt.
Eine solch besitzergreifende „Liebe“ kann auf Dauer doch nicht gut gehen!?! Also verzichtet Franzi lieber auf’s Studium, falls sie an unserer hiesigen Hochschule nicht zum Zuge kommt? Dies hängt natürlich auch davon ab, ob der Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Leider konnte mir Franzi dazu gar nichts sagen, sie hat sich einfach mal beworben.
Wieder solch einen Spruch, den ich so gar nicht an meiner Tochter schätze. „Dann hab ich mich halt mal beworben.“ Ein wenig mehr Herzblut in eigener Sache, wenn es um die akademische Zukunft geht, hätte ich mir schon gewünscht.
Aber irgendwann wird auch sie den Platz auf „Wolke sieben“ verlassen, wenn der Alltag mit „Schnucki“ sie einholt und sie die ersten weniger attraktiven Seiten an ihm entdeckt. Mein Mann Alex hat bereits in einigen Gesprächen –ohne Franzi- diese weniger netten Charakterzüge von Lars kennen gelernt. Im Laufe des ein oder anderen Gesprächs wechselte Alex Gesichtsfarbe –was ich so gar nicht an ihm kannte- ab und an von einem gesunden hellbraun in ein ungesundes dunkelrot. Aber hier muss Franzi ihre eigenen Erfahrungen machen.


