Ein wirklich einmaliges Forschungsprojekt wurde kürzlich von der Uni Würzburg ins Leben gerufen. Das deutschlandweit erste Institut für Fankultur (IfF) wurde am Lehrstuhl für Sportwissenschaften gegründet und widmet sich zusammen mit Sozialpsychologen, Soziologen und Kriminologen dem Forschungsgegenstand der Fankultur. Eigentlich erstaunlich, dass es nicht schon früher zu einer solchen Gründung gekommen ist, wo doch Deutschland als eine echte Fußballnation gilt.
Der Forschungsgegenstand Fankultur ist breit gefächert und eine wissenschaftliche Betrachtung ist durchaus sehr ergiebig: So wird nicht nur der Fan an sich, mit seiner sozialen und nationalen Herkunft untersucht, sondern auch sein Verhalten in einer Gemeinschaft betrachtet. Gerade das Zusammentreffen von Fans unterschiedlichster sozialer Herkunft und Nationalität in Stadien oder Vereinen bietet den Forschern ein breites Forschungsfeld. Konfliktforschung und Prävention von Ausschreitungen gehören demnach ebenso zum Forschungsgegenstand des IfF. Dafür arbeiten die Forscher Hand in Hand mit Vereinen und Verbänden sowie mit Partnern aus der Politik und Polizeivertretern.
Besonders interessant sind auch die angestrebten Forschungsprojekte des Instituts, die sich an aktuellen Diskussionen, wie der Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien, Homophobie im Fußball und Sicherheit in Stadien, orientieren. Im kommenden Sommersemester sind außerdem Seminare zum Thema Fankultur geplant. Ein unabhängiger Studiengang ist jedoch noch nicht in Sicht. Aber zur Fußball-EM in diesem Jahr dürften die Forscher ohnehin schon genug zu tun haben. Wer mehr über die aktuellen Projekte und Forschungsfragen erfahren will, der sollte der Seite des Instituts für Fankultur einen Besuch abstatten.


