Dieser Blogeintrag richtet sich fast ausschließlich an unsere weiblichen Leserinnen.
Wie würdest du reagieren, wenn du bei einem Bewerbungsgespräch nach deinem Wunsch nach Kindern angesprochen werden würdest?
Ich habe mal darüber nachgedacht, wie ich mich in dieser Situation verhalten würde. Für mich steht nämlich auch bald an, dass ich mich irgendwo für einen Job einstellen lassen muss. Wenn ich dann nach meiner Kinderplanung gefragt werden würde, fände ich es schwierig darauf zu antworten. Ich möchte schon gern Kinder haben und als Frau ist es glaube ich auch normal, das zu wollen oder auf jeden Fall in Betracht zu ziehen. Muss ich das dann ehrlich sagen oder verschweige ich meine Gedanken, denn schließlich geht das niemanden etwas an?
Das ist schon eine schwierige Frage. Einerseits will man bei einem Bewerbungsgespräch ehrlich sein, aber andererseits will man sich die Chance auf einen Job nicht nehmen lassen. Denn es ist wahrscheinlich, dass der Job dann auf einmal nicht mehr zu haben ist, weil man vielleicht bald schon in Mutterschutz geht. Sag sonst einfach, dass du dich erstmal beruflich etablieren willst, bevor du an Familie denkst. Eigentlich ist die Frage nach der Familienplanung aber in einem Bewerbungsgespräch auch unzulässig und deswegen solltest du darauf gar nicht antworten und charmant abwinken.
Außerdem dürften dir keine Fragen nach deiner politischen Zugehörigkeit, nach dem Beruf deines Partners, nach früheren Krankheiten, nach deinem persönlichen Vermögen und früheren Verdienst und nach eventuellen Vorstrafen gestellt werden. Da diese Fragen zu unrecht gestellt werden, begegne ihnen mit Lügen oder souveränem Lächeln und rede dich raus. Oder willst du eine Frage dieser gleichen beantworten, solange du nichts zu verbergen hast?



10. September 2008 at 08:58
Hallo,
ja, das ist so eine Sache mit schwangeren Mitarbeiterinnen. Ich sehe das als Betroffener von der anderen Seite. Wir sind als Steuerkanzlei mit 6 produktiven Angestellten nicht groß, dann treffen uns 3 Schwangerschaften (davon eine ungewollt bei einer neu eingetretenen Mitarbeiterin) innerhalb eines Jahres bis tief ins Mark.
Bitte sehen Sie das so: Schwangerschaften können einen dienstleistenden Unternehmer, der qualtitativ hochwertige Arbeit abliefern muss und dessen Arbeitsmarkt unter Schwindsucht leidet (in unserer Region sind fast keine Mitarbeiter verfügbar)u.U. existenzgefährdent.
Ja, Sie müssen auf die Frage des potenziellen Arbeitgebers nicht antworten. Im Sinne eines vertrauensvollen Miteinanders halte ich es allerdings für gut, ehrlich miteinander umzugehen. Das trifft natürlich den Arbeitgebern genauso!.
Als Arbeitgeber interessiert mich, ob die Bewerberin bereits jetzt schwanger ist oder es gerade jetzt werden will. Das ist für die Unternehmensführung unverzichtbar.
Sich bei einem Arbeitgeber zu bewerben und zugleich den unmittelbaren Kinderwunsch zu haben halte ich für grenzwertig. Eine tragfähige Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin kann dadurch nicht entstehen. Wer möchte schon Mitarbeiterin in einem Unternehmen werden und es auf Ärger mit dem Arbeitgeber anlegen? Meine Mitarbeiter würden das nicht tun, definitiv nicht. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Ich freue ich, wenn meine Mitarbeiterinnen Kinder kriegen, doch bitte nicht alle auf einmal. Es muss für alle tragfähig bleiben, dann lebt es sich miteinander leichter.
11. September 2008 at 10:39
Sie haben in Ihrem Fall sicher recht, dass es nicht schön ist, wenn alle Frauen gleichzeitig schwanger werden. Außerdem ist es wirklich wichtig, dass von Anfang an ziwschen Arbeitgeber und -nehmer ein vertrauensvolles und ehrliches Verhältnis herrscht. Doch ich finde die Frage nach einer Schwangerschaft während des Bewerbungsgesprächs sollte sich auch erübrigen, da davon auszugehen sein sollte, dass sich eine schwangere Frau bestimmt nicht in eine neue Karriere stürzen wird. Klar ist das wichtig abzuklären, aber trotzdem ist so eine Frage zu privat und nicht zulässig. Man sollte einfach in den Menschenverstand der Bewerberin vertrauen, die ihre Karriere bestimmt nicht zwischen Kinderplänen aufbauen wird.