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Könnt Ihr Euch noch an mein Lebensmotto erinnern? Nein, nun gut, es heißt: „Was immer du tust, bedenke die Folgen!“ Während meine Frau vor deren Abreise mit Monika gesprochen hatte, wobei das Ergebnis dieses Gespräches wenig aufschlussreich war, war es mein Part, mit Max zu sprechen. Irgendwie fiel es mir schwer, den Einstieg in die Unterredung zu finden. Wieder einmal musste unser blau-gemustertes Sofa als „Konferenzsitz“ herhalten und Gaby wurde kurzerhand aus dem Wohnzimmer verbannt, obwohl ihre Lieblingssendung im Fernsehen lief.

Sie fügte sich leicht murrend. Versorgt mit je einer Flasche Bier, plauderten Max und ich zunächst über das Vorstellungsgespräch vom späten Vormittag, das er souverän gemeistert hatte; kurzum, er hatte sich clever verkauft und war ein Aushängeschild für die Fachhochschule und seinen Fachbereich. Ich war stolz auf meinen Sohn, mächtig stolz sogar. Warum habe ich ihm das eigentlich nicht gesagt?

Auch wusste ich bereits, dass er die Praktikantenstelle erhalten würde. Ich nutzte dieses Wissen als Einstieg in das eigentliche Thema unserer Unterhaltung und gratulierte ihm zu dieser auf zwei Monate befristeten Stelle, die ihm zumindest ein monatliches Entgelt von 500,- € einbringen wird.

Wie er so dasaß, mit seinen kurzen braunen Locken, seinem hageren markanten Gesicht, dessen Züge mich in diesem Moment stark an meinen eigenen Vater erinnerten, verspürte ich einen Moment Mitleid mit ihm und ich musste mich zurückhalten, meinen 24-jährigen Sohn nicht in den Arm zu nehmen und an mein Herz zu drücken. Erinnerungen an ähnliche Szenen wurden wach, ein aufgeschlagenes Knie; ein gebrochener Arm; Hamster Willi, der eines morgens regungslos im Käfig lag u.v.a.m., die meine Gefühlsregung damals rechtfertigten.

Warum fiel es mir nur so schwer, dieses absolut notwendige Gespräch zu führen? Vielleicht hatte ich Angst davor, Dinge zu hören, die ich eigentlich nicht hören wollte.




 

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