Hallo,
ich bin Gabriele. Meine Freunde nennen mich Gaby, mein Mann, wenn gut gelaunt, Schatz und meine Kinder Mama. Mutter bin ich nun schon seit 24 Jahren, so alt ist mein Sohn Max, BWL-Student im 3. Bachelor-Semester. Meine Tochter Franziska, unsere Franzi, ist 20 Jahre alt und derzeit in der „Selbstfindungsphase“. Eine Phase, die die Nerven aller Familienmitglieder arg strapaziert, da ihr Berufswunsch zwischen „Topmodel“ (diese Illusion wird immer dann konkret, wenn die Staffel „Germanys next Topmodel“ anläuft) und dem Ideal einer modernen „Mutter Theresa“ schwankt.
Doch bei aller elterlichen Geduld und allem Verständnis, sich nach dem Abiturstress eine „Auszeit“ gönnen zu wollen, werden mein Mann und ich auf eine Entscheidung drängen müssen die da heißt, Studium oder Beruf.
Da ich meinen Mann schon mehrfach erwähnt habe, möchte ich ihn nun kurz vorstellen. Er heißt Alexander, kurz Alex genannt, rüstiger Endvierziger und bekennender Fußballfan. Darüber hinaus ist er Leiter der Finanzen in einem mittelständischen Unternehmen. Selbstverständlich hat auch er eine eigene Vorstellung von der beruflichen Entwicklung seiner Kinder.
Wenn ihr uns näher kennen lernen möchtet, klickt einfach wieder rein …



27. Mai 2008 at 10:10
Hallo Gabriele!
So eine Situation kommt mir doch sehr bekannt vor - allerdings von der anderen Seite ;o) .. Ich bin in diesem Fall die “arg strapazierende” Tochter. Und, um ehrlich zu sein, finde ich es nicht so gut, wenn ihr eure Tochter zu einer Entscheidung drängen wollt. Es ist doch ihr Leben, und außerdem ist sie doch alt genug, selbst zu entscheiden und abzuwägen, was richtig und was falsch ist, oder!?
27. Mai 2008 at 12:40
Neee, da bin ich aber andere Meinung. Eltern dürfen zwar ihre Kinder zu nichts zwingen, aber das Recht auf eine Entscheidung ihres Kindes habe sie aber schon. Immerhin wird es von ihnen finanziert und dementsprechend sollte es sich nicht ewig vor einer Entscheidung drücken. Denn umso mehr die Tochter oder der Sohn aus der disziplinierten Schulphase raus sind, desto weniger sind sie bereit eine neue und arbeitsintensive Lebensphase in Angriff zu nehmen. Aus einem Jahr werden zwei und bald darauf macht man doch lieber ne Ausbildung zur Floristin, weil man auf alles andere keine Lust mehr hat. Und im schlimmsten Fall werden die Eltern dann mit Vorwürfen konfrontiert, dass sie ihrem Kind zu viele Freiräume gelassen haben. All das habe ich bereits zu häufig bei irgendwelchen Bekannten mitbekommen, die heute immer noch nichts hingekriegt haben. Also bestehen sie auf eine Entscheidung, aber zwingen sie ihre Tochter nicht zu etwas, was sie nicht will.
27. Mai 2008 at 17:15
Hallo Gabriele!
Deine Tochter steht mit ihren 20 Jahren in einer entscheidenden Lebensphase. Viele junge Leute wissen nach Beendigung ihrer Schulzeit ebenfalls noch nicht, wie es weiter gehen soll. Vor allem ist es jetzt wichtig, dass ihr sie in ihrer Berufsfindungsphase unterstützt. Zeigt ihr Alternativen auf, die ihr helfen, ihren Weg zu finden.
Eure Tochter könnte z.B. im sozialen Bereich Praktika absolvieren oder ein freiwilliges soziales Jahr machen. Auf der anderen Seite besteht auch bei Model-Agenturen die Möglichkeit, per Praktikum zu schnuppern. Die Bundesagentur für Arbeit zeigt ebenfalls Möglichkeiten für Schulabgänger auf. Oder wie wäre es, einfach mal eine Vorlesung in der Uni zu besuchen, um dort die “Luft zu schnuppern”?
Aus der praktischen Erfahrung heraus, wird eure Tochter herausfinden können, wo ihre Stärken liegen und welcher Beruf zu ihr passt. Zwingt eure Tochter zu nichts, aber unterstützt und motiviert sie, Dinge auszuprobieren, damit sie ihren Weg finden wird.
Probieren geht über studieren und manchmal führen auch Umwege zum Ziel!