Wie gestern bekannt gegeben wurde, gab es eine geheime Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) über die Auswirkungen von Studiengebühren. Doch die heimlich in Auftrag gegebene Studie von Bundesministerin Annette Schavan (CDU) ist nicht mehr so geheim, denn die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ist an die Ergebnisse der Studie gekommen und somit kursierten sie gestern in allen Medien.
Laut der Studie haben mit der Einführung der Studiengebühren allein im Jahr 2006 bis zu 18.000 junge Abiturienten kein Studium begonnen, da sie sich die teure Bildung nicht leisten können. Mittlerweile verlangen sechs Bundesländer die Studiengebühren: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Saarland. Somit bleiben den angehenden Akademikern nur noch zehn Bundesländer, auf die sie ausweichen können, um ohne lästige Gebühren studieren zu können. Somit wollen weniger Abiturienten von dem Osten in den Westen wechseln als in den Jahren zuvor.
Wie jetzt bekannt wurde, verzichten insbesondere Frauen und junge Menschen aus weniger gebildeten Familien wegen der zu bezahlenden Bildung auf ein Studium. Kinder aus Akademikerfamilien hingegen lassen sich durch so etwas wie Studiengebühren kaum beeinflussen. Die angehenden Studenten fühlen sich immer mehr verunsichert, selbst wenn sie an eine Uni in einem Bundesland ohne Studiengebühren gehen wollen, denn auch sie könnte es vielleicht bald erwischen.
Wenn sich jemand dennoch zu einem Studium entschließen sollte, müssen die Rahmenbedingungen für Studienkredite, Stipendien und BAföG verbessert werden, denn die Hochschulen sind immer mehr auf die Zahlungen der Studenten angewiesen. Trotzdem überlegen sich viele zwei Mal, ob sie wirklich Kredite und Nebenjobs in Kauf nehmen sollen oder nicht doch lieber nach Alternativen suchen sollen. Wie die Studie zeigt, besteht die Gefahr, dass weniger gut ausgebildete Absolventen gegen mehr gut ausgestattete Unis getauscht werden.
Fakts: 5.240 repräsentativ ausgewählte Studienberechtigte des Jahrgangs 2006. Im Vergleich 2003 und 2007 waren es knapp 19.000 Neueinschreibungen weniger und das obwohl die Zahl der Studienberechtigten um 63.000 anstieg.
(Quelle: Die Welt Online)


