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schlaf Ich erfahre es gerade am eigenen Leib: Die Abschlussarbeit liegt seit einigen Tagen gebunden und gedruckt beim Prüfungssekretariat meiner Uni. Eigentlich sollte ich erleichtert sein, aber das Märchen von der „Last, die von einem abfällt“ ist nicht wahr. Ich muss euch enttäuschen: In Wirklichkeit fühlt man sich viel schlechter als vorher, da man nun endgültig die Kontrolle über Rechtschreibfehler und Absatzkontrolle abgegeben hat. Am Ende habe ich einen krankhaften Drang entwickelt nach fehlenden Punkten und schiefen Formulierungen zu suchen. Das ist jetzt vorbei, denn es liegt nun nicht mehr in den eigenen Händen und die lange Zeit des Wartens beginnt.

Mit dem Warten auf die Abschlussnote entwickelt man plötzlich neue Gewohnheiten: Hieß es in den letzten Monaten noch knallhart „Um 8 Uhr sitz‘ ich in der Bibliothek!“, so wird man zunehmend gemütlicher und der Wecker klingelt (wenn überhaupt) nicht vor 8 Uhr. Außerdem entwickelt man einen stark ausgeprägten Belohnungsdrang. Getreu dem Motto „Das hab ich mir jetzt aber auch verdient!“, kauft man zunehmend sinnloses Zeug, sodass das Belohnungssystem im Hirn völlig verrückt spielt. Auch mit der plötzlich verfügbaren Zeit ist man vollkommen überfordert. Der mehrmalige Gang zum Supermarkt, das Bepflanzen des Balkons oder mehrstündige Telefonate sind nur einige neue Angewohnheiten, um den Tag sinnvoll zu füllen.

Klingt nach einem Lotterleben, wie es im Lehrbuch steht. Aber neben zahlreichen „Vorteilen“ ist das Warten auch mit einem subtilen Stress verbunden. Denn ohne Abschlussnote kein Zeugnis und ohne Zeugnis keine Bewerbung und ohne Bewerbung kein Masterplatz. Weil die Fristen mit jedem Tag näher rücken, ist es wohl bald vorbei mit dem süßen Nichtstun und eine weitere Etappe im Sprechstunden-Sekretariats-Formular-Marathon wird wohl in den kommenden Wochen beginnen.
Tschüss, Dolce Vita und Hallo, Realität! Wie nutzt ihr die Übergangsphase und die Wartezeit auf eure Abschlussnote?



 

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