Hilflosigkeit und Entscheidungsängste sind ein lukratives Geschäft. Egal ob man verzweifelte Übergewichtige mit überteuerten Diät-Zauberdrinks ködert, oder ratlosen Menschen teure Horoskope als Lebenshilfe aufschwatzen will: In ihrer Hilflosigkeit greifen viele nach jedem Strohhalm.
Auch aus den Entscheidungsängsten von Schulabgängern und Absolventen lässt sich Kapital schlagen. Zweifelhafte Persönlichkeitstests sollen bei der Berufs- und Studienwahl helfen. Der neuste Clou ist die Gesichtsanalyse. Hier schickt der Hilfesuchende ein Foto seines Gesichts ein und erhält daraufhin eine Persönlichkeitsanalyse, die anhand seiner Gesichtszüge erstellt wird. Kleine Ohren deuten laut Analyseergebnis auf Sensibilität und Aufmerksamkeit hin, Spontaneität und Multitasking lassen sich an einer breiten Nasenwurzel erkennen. Dass das ganze nicht kostenlos ist, versteht sich von selbst. Will man jedoch eine berufsbezogene Analyse seines Profils, muss man noch mal drauf zahlen.
Viel wichtiger jedoch als eine kostenpflichtige Gesichtsanalyse, sind bei der Berufs- und Fächerwahl die Selbst- und vor allem die Fremdeinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Interessen. Denn über Zuverlässigkeit und Spontaneität können Freunde und Eltern wahrscheinlich verlässlichere Aussagen treffen, als die Analyse von Nase und Ohren.


