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Vincent erblickt das Licht der Welt als einer von wenigen, die noch auf natürlichem Weg gezeugt wurden. Für ihn bedeutet das ein Leben als sogenannter Invalide in einer Welt von genmanipulierten Über-Menschen. Bei seiner Geburt steht bereits fest, dass er an einem Herzfehler erkranken und vergleichsweise früh sterben wird. Von da an muss er sich behaupten in einer Zweiklassen-Gesellschaft der genetischen Perfektion und kann seinen Traum-Job in der Raumfahrt nur ergattern, indem er die obligatorischen Gentests - die einer Einstellung vorausgehen – durch eine erkaufte genetische Identität austrickst. Zugegeben, das ist nur eine filmische Vision der Zukunft aus dem Jahr 1997, wie sie in Gattaca dargestellt wird. Aber sind wir tatsächlich so weit davon entfernt?

Der Mensch will alles wissen, vor allem über sich selbst. Die Wissenschaft ist diesem Ziel mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahr 2000 schon sehr nahe gekommen. Auch wenn die anfängliche Euphorie schnell der Ernüchterung wich, nimmt die dadurch angestoßene Entwicklung bereits Science-Fiction-Ausmaße an. Gentests, die mir verraten, mit welcher Wahrscheinlichkeit ich an Krebs erkranken werde? Keine Zukunftsmusik, sondern schon Alltag in Bereichen, in denen man es nicht erwarten würde.

„Zeig mir deine Erbanlagen und ich sage dir, ob ich dich einstelle“, so lautet die Devise vieler Unternehmen, die auf Nummer Sicher gehen, bevor sie einen neuen Mitarbeiter den Arbeitsvertrag unterschreiben lassen. Da werden keine Kosten und Mühen gescheut – von ethischen Bedenken mal ganz abgesehen – um die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten aufzudecken und somit die Schwächeren im Kampf um eine Anstellung vorab schon einmal auszusieben.

„Survival of the fittest“ oder wie heißt es so schön? Das hört sich doch gar nicht mehr ganz so weit entfernt an von der Zukunft, die Andrew Niccol in Gattaca zeigt. Aber damit soll jetzt Schluss sein, zumindest rein rechtlich gesehen. Beschlossene Sache ist, dass sich Arbeitgeber strafbar machen, die die Wahl ihrer Angestellten von deren Erbgut abhängig machen und somit nicht nur das Recht auf Selbstbestimmung und Nichtwissen verletzen, sondern die Bewerber aufgrund ihrer genetischen Eigenschaften sogar diskriminieren.

Gesetzlich ist der Science-Fiction-Vision damit ein Riegel vorgeschoben, aber ob das die Entwicklung zu einer Gattaca-Gesellschaft stoppen wird? Wir sprechen uns in zwanzig Jahren noch mal wieder…




 

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Blog GO!Jobware - RSS Feed - Kommentare zu Zeigt her eure Gene – Gentests für Bewerber

1 Kommentar zu „Zeigt her eure Gene – Gentests für Bewerber“




  1. Andrea Says:

    Also ich kenne den Film Gattaca zwar nicht, aber ich würde ihn mir jetzt gern schon mal ansehen. Ich interessiere mich für Themen über Genmanipulation und so. Ist das wirklich wahr, dass man solche Gentests wirklich für Bewerbungen einsetzt? Also das ist echt hart. Ich will nicht unbedingt wissen, wie es irgendwann in der Zukunft um meine Gesundheit steht. Klar ist der Mensch wissensdurstig, aber alles will er dann doch auch nicht wissen, oder? Wenn man weiß, dass man an Krebs erkranken wird, kann man sicherlich schon früh was dagegen machen, aber man würde auch total komisch leben, mit diesem Wissen im Hinterkopf. Na ja ich weiß nicht und dann wird das Schlimme einer Krankheit auch noch gegen einen bei der Bewerbung verwendet, als ob man nicht schon genug bestraft ist. Man sollte einen Menschen so nehmen, wie er ist, mit seinen Qualifikationen, und nicht einen weniger qualifizierten Bewerber einstellen, nur weil der gesund ist.
    Ich finde, so etwas sollte nicht mehr eingeführt werden, denn alle sollten eine gleiche Chance erhalten, ob nun in zig Jahren krank oder nicht.




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