Und nein, das ist jetzt keine brandneue Idee, die mir beim Schreiben meines eigenen Lebenslaufes gekommen ist, sondern fast ein Drittel aller Bewerber macht tatsächlich falsche Angaben in ihrem Lebenslauf.

Klasse Idee eigentlich, aber ich kann mir vorstellen, dass das in dem ein oder anderen Vorstellungsgespräch durchaus auch zu einem Problem werden kann. Verhandlungssicheres Englisch kommt im Lebenslauf natürlich immer gut an und außerdem kann man mit dem damit verbundenen halben Jahr in Australien auch hervorragend größere Lücken kaschieren. Jetzt stelle ich mir das allerdings enorm lustig vor, wenn das Bewerbungsgespräch dann einfach mal auf Englisch weitergeführt wird (was durchaus passieren kann) und man auf offene Fragen immer schön mit "äh... yes" oder "no" antwortet, weil die Englisch-Kenntnisse in Wirklichkeit eher Richtung Null tendieren. Sich da raus zu reden wird bestimmt nicht einfach!

Unheimlich gut gefällt mir auch die Variante, eine sechsmonatige Lücke im Lebenslauf durch eine entsprechende Verlängerung der vorherigen Stelle zu kaschieren (toller Tipp aus einem Forum für Wirtschaftswissenschaftler). Da kann man das dazugehörige Arbeitszeugnis gleich mitfälschen, denn dort ist der Tätigkeitszeitraum ja leider angegeben. Unheimlich clever!

Aber Spaß bei Seite, nach dem Motto "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" werden tatsächlich ganze Zeugnisse und Urkunden mittlerweile selber erstellt, Tätigkeitsbereiche großspurig ausgeschmückt und sogar Arbeitgeber einfach frei erfunden. Aber auch, wenn einige damit sogar durchkommen, würde ich im Zweifel dann doch immer zu einem ehrlichen Lebenslauf raten, auch wenn ein kleiner "Schönheitsschliff" sicher dazu gehört – nicht umsonst steckt in "Bewerbung" vor allem das Wort "Werbung".

So, jetzt muss ich aber mal schauen, was mein Diplom-Zeugnis so macht. Da sitze ich schon den ganzen Morgen dran ...