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Eine Einladung zu einem Assessment-Center bedeutet immer, dass du in den engeren Kreis der Bewerber aufgenommen wurdest. Es wird in der Regel für Führungs- oder Führungsnach-wuchskräfte (Trainees) durchgeführt. Hier versuchen die Unternehmen berufsnahe Situatio-nen abzubilden, in denen die Bewerber vor verschiedene Aufgaben gestellt werden. Erhältst du eine Einladung zu einem Assessment-Center, solltest du dich darauf gut vorbereiten. Denn umso sicherer du dich fühlst, desto größer ist deine Aussicht auf Erfolg.
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Was genau ist ein Assessment-Center?
Ein Assessment-Center ist ein Gruppenauswahlverfahren, das die berufliche Eignung der Kandidaten feststellen soll. Es nehmen in der Regel 6 bis 12 Bewerber gleichzeitig daran teil. Über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen (bei Hochschulabsolventen ist ein Tag üblich) müssen die Bewerber unterschiedliche Übungen ausführen, die von mehreren Beobachtern (Personalentwickler, Fachkräfte, Führungskräfte und/oder Psychologen) bewertet werden. Die Leistungen der Teilnehmer werden hierbei mit denen der Mitbewerber verglichen Die Beobachter tragen nach jeder erfolgten Aufgabe ihre Ergebnisse zusammen. Am Ende des Assessment-Centers wird alles zu einem Gesamtergebnis zusammengefügt und entschieden, welcher Kandidat oder welche Kandidaten eingestellt werden.
Oft wird der Begriff Assessment-Center durch andere Bezeichnungen wie z.B. Gruppen-auswahlverfahren, Bewerberseminar oder Karriereworkshop ersetzt, die Aufgabentypen sind jedoch immer die gleichen.
Was erwartet den Bewerber?
Von Seiten der Unternehmen wirst du keine Informationen zu den Übungen erhalten. Angaben zur Menge der Teilnehmer sowie zur Anzahl der zu vergebenden Positionen wird es ebenfalls nicht geben.
Die häufigsten Übungen
Selbstpräsentation
Am Anfang fast aller Assessment-Center steht die Selbstpräsentation. Du stellst dich den Beobachtern und den anderen Kandidaten vor und kannst durch eine aussagekräftige Darstellung deiner Person schon früh erste Pluspunkte sammeln.
Gruppendiskussion
Bei dieser Übung haben die Beobachter die Möglichkeit, die Bewerber im direkten Vergleich zu erleben. Zeit und Thema werden meistens vorgegeben. Oft werden Situationen aus dem Berufsalltag ausgewählt. Wichtig ist hier vor allem, dass deine Beiträge die Gruppe bei der Lösungsfindung vorwärts bringen. Es kommt hier nicht auf die Quantität sondern auf die Qualität deiner Beiträge an.
Die Gruppendiskussionen sind unterteilt in "führerlose Diskussionen", in denen alle gleichberechtigt diskutieren sowie "geführte Diskussionen", bei denen ausgewählte Kandidaten abwechselnd die Diskussionsleitung übernehmen.
Selbst- und Fremdeinschätzung
Du musst sowohl deine eigene als auch die Leistung der anderen Kandidaten einschätzen, indem du eine Rangliste erstellst. Dies geschieht entweder nach dem Peer-Ranking oder dem sehr viel präziseren Peer-Rating.
Rollenspiele
Hier wird dir eine fiktive Identität zugewiesen und es werden am Berufsalltag angelehnte Situationen simuliert. Du wirst vordergründig immer auf ein "fachliches" Problem stoßen, welches allerdings immer auch ein zwischenmenschliches Problem versteckt hält. Unterteilen lassen sich diese Rollenspiele in Kunden- und Mitarbeitergespräche.
Fallstudien
Alleine oder zusammen mit anderen Teilnehmern bearbeitest du ein vorgegebenes Szenario. Die Abstimmung im Team und die Erarbeitung eines gemeinsamen Lösungsweges stehen bei den Fallstudien im Vordergrund.
Planspiele
Ähnlich der Fallstudie musst du auch hier ein vorgegebenes Szenario im Team bearbeiten. Beim Planspiel werden dir allerdings quantitative Größen zur Bearbeitung vorgegeben, und anders als bei der Fallstudie gibt es hier nur einen korrekten Lösungsweg.
Postkorb
Hier musst du verschiedene Schriftstücke bearbeiten, bei denen es sich um Entscheidungs-vorlagen, private Notizen und Aufzeichnungen betrieblicher Vorgänge handelt. Du musst deine getroffenen Entscheidungen zunächst aufschreiben und später im Gespräch auch begründen können. Beachte, dass es nicht möglich ist, den Postkorb in der vorgegebenen Zeit komplett zu bearbeiten.
Interview
Das Assessment-Center Interview folgt häufig auf den Postkorb. Du musst deine dort getroffenen Entscheidungen nun genauer begründen. Die Beobachter wollen herausfinden, ob sich hinter deinen Entscheidungen ein systematischer Arbeitsstil verbirgt oder ob du rein intuitiv und aus dem Bauch heraus gehandelt hast.
Stressinterview
Beim Stressinterview wollen die Beobachter vor allem deine Frustrations- sowie deine Stresstoleranz testen. Ruhe und Gelassenheit sind hier besonders wichtig. Lass dich nicht provozieren, auch wenn es mal "hart zur Sache" geht.
Test
Tests mit knappen Zeitvorgaben werden eingesetzt, um den Druck auf die Bewerber aufrechtzuerhalten. Bei der Auswertung wird vor allem darauf geachtet, ob das Ergebnis von den Beurteilungen der Beobachtungen abweicht.
Wichtig:
Neben diesen "offensichtlichen" Übungen werden dir auch "heimliche" Übungen begegnen. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du von der ersten bis zur letzten Minute unter Beobachtung stehst, selbst in den Pausen.

